Veranstaltungskalender der Netzwerk Friedenskooperative
Veranstaltungskalender des Café Palestine, Schweiz
Die PalästinenserInnen erinnern sich an die andauernde Besatzung, ethnische Säuberung und Apartheid in Israel. Sie bekräftigen ihr Menschenrecht auf Rückkehr in ihre Heimat, aus der sie vertrieben wurden (Menschenrechtserklärung 1948, Genfer Konvention), das die UNO mehrmals ausdrücklich mit Resolutionen bekräftigte. Die PalästinenserInnen leisten
Widerstand für eine Zukunft ohne Diskriminierung und Rassismus und für ein säkulares, demokratisches Palästina und eineGesellschaft mit sozialer Gerechtigkeit für alle.
Montag den 4. Mai, 16:00 – 19:00 Uhr
Königstraße/Ecke Büchsenstr.
Veranstalter:Palästinakomitee-Stuttgart
Flyer als PDF-Datei hier herunterladen.
Zerstörung palästinensischer Häuser führt nicht zum Frieden
Die israelische Politik der Hauszerstörung stellt eines der ersten Symptome der israelischen Militärbesatzung dar. Sogar im Herzen Jerusalems sind Wohngebiete zerstört. Dort wo sich heute der Platz vor der Klagemauer erstreckt, standen einmal 350 palästinensische Häuser. Schon wenige Stunden nach Kriegsende 1967 ließ Israel das dortige Mughrabi-Viertel abreißen. Anfang der 1970er Jahre sind unter der Verantwortung von Ariel Scharon etwa 2000 Häuser in Flüchtlingslagern des Gaza-Streifens zerstört worden. In Rafah, ebenfalls im Gaza-Streifen, wurden 2004 auf einen Schlag 1500 Häuser zerstört.
Der jüdisch-israelische Friedensaktivist Jeff Halper und emeritierte Professor, heute Chef des „Israelischen Komitees gegen Hauszerstörung“ (ICAHD), sagt dazu: „ Etwa 95 Prozent der Hauszerstörungen haben nichts mit,Sicherheit' zu tun, wir sollten neue Wege des Friedens und Zusammenlebens vereinbaren.
Freitag den 04.05.2012, 19:30 Uhr
Bruckwiesenweg 10, Stuttgart-Untertürkheim
(S-Bahn 1 oder U-Bahn 4)
Veranstalter: SI (Solidarität International) und Arabischer Kultur-Club Stuttgart
Einladung als PDF (Deutsch und Arabisch)
Zur Website des Tanztheaters Al Zaytouna
Breaking the Silence ("Das Schweigen brechen") ist eine israelische Nichtregierungsorganisation ehemaliger Soldaten und Soldatinnen der israelischen Armee. Sie wurde im Jahr 2004 gegründet und basiert auf der Überzeugung, dass jede/r israelische Staatsangehörige wissen sollte, was in ihrem bzw. seinem Namen in den besetzten palästinensischen Gebieten geschieht. Ehemalige Armeeangehörige informieren über Geschehnisse, die sie bezeugen können, weil sie daran teilgenommen haben. Weiter Informationen unter: breakingthesilence.org.il
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| Rechts: Dr. Abed-Rabbo bei der Veranstaltung am 14. September im Alten Feuerwehrhaus in Stuttgart-Süd. Links: Tim Slater der die Simultanübersetzung für die Veranstaltung machte. |
Im September 2011 hat der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas, einen Staat Palästina in den Grenzen von 1967 von der UN-Generalversammlung zur Anerkennung beantragt. Die Gruppe der KritikerInnen unter den PalästinenserInnen an diesem Schritt wächst rasch. Am schwersten wiegt dabei die Tatsache, dass die PLO ihren rechtlichen Status bei der UNO verlieren würde. Damit bestünde keine politische Vertretung mehr bei den Vereinten Nationen für die PalästinenserInnen, die außerhalb von Westbank und Gazastreifen leben. Es würde keine Organisation mehr geben, die sich für das Recht auf Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge einsetzt. Das Rückkehrrecht gehört zwar zu den allgemeinen unveräußerlichen Menschenrechten, wird den PalästinenserInnen aber durch den Staat Israel systematisch verweigert...
Dr. Abed-Rabbo ist Mitorganisator der One-State-Conference in Dallas, Texas,
im Oktober 2010.
Er wurde in einem Flüchtlingslager in Jerusalem
geboren. In den USA studierte er Rechtswissenschaften. Er veröffentliche
zahlreiche Artikel und Bücher über rechtliche, internationale
und kulturelle Fragen. Heute lehrt er unter anderem internationales
Recht an einer Akademie in Dallas/Texas.
Ein Staat, oder zwei Staaten?
Denis Goldberg wird u.a. aus seinem 2010 bei Assoziation A erschienenem Buch Der Auftrag. Ein Leben für
die Freiheit in Südafrika lesen, über Apartheid und Rassismus gestern und heute und über den
Konflikt Israel/Palästina reden, der viele ähnliche Muster aufweist wie der Apartheidstaat
Südafrika.
Der weiße Anti-Apartheidkämpfer – Nelson Mandelas Weggefährte Denis Goldberg
Ein schwarzer und ein weißer Mann 2010, 16 Jahre nach dem Ende der Apartheid: Sie haben viel erreicht und sie haben viel geopfert: Nelson Mandela und Denis Goldberg. Über 20 Jahre saßen beide im Gefängnis. Mandela ist das Gesicht des schwarzen Befreiungskampfes, seinen weißen Weggefährten aber kennt fast niemand. Das weiße Südafrika tut sich bis heute schwer mit Anti-Apartheidkämpfern aus den eigenen Reihen. "Sie haben uns als Verräter bezeichnet", sagt Denis Goldberg. "Mandela konnten sie respektieren, weil er für seine Menschen gekämpft hat. Aber zu mir konnten sie sagen: 'Sie, Goldberg, Sie sind ein Verräter'." Drei Jahre lang hat der Dokumentarfilmer Peter Heller Denis Goldberg begleitet. Entstanden ist das Porträt eines überzeugten Antirassisten. Bei der Premiere des Films "Comrade Goldberg" in München sieht auch Goldberg den Film zum ersten Mal.
Von den Genossen getrennt: Auf der Gefängnis-Insel Robben Island waren Nelson Mandela und die schwarzen Genossen Jahrzehnte inhaftiert. Nur Goldberg nicht. Er saß weit entfernt in der Hauptstadt Pretoria in einem Gefängnis für Weiße. "Es machte mich traurig, dass ich nicht hier bei den meisten meiner Genossen war", so Goldberg. "Sie haben uns auch im Gefängnis nach Rassen getrennt. Ich habe immer um Verlegung gebeten, es wurde immer abgelehnt."
Aufgewachsen ist Denis Goldberg in Kapstadt in einer politisch engagierten, jüdischen Familie. Er entscheidet sich schon früh für den Kampf gegen das weiße Apartheidsystem und seine menschenverachtenden Ausgrenzungen. "Das Wesentlichste, worin sich die Apartheid vom exzessiven Rassismus in anderen Ländern unterscheidet, ist, dass das ganze System auf Gesetzen basierte, die den Rassenhass zur Verfassung gemacht haben", sagt Goldberg. 1960 radikalisiert sich der Befreiungskampf der Schwarzen: In der Stadt Sharpeville werden 70 friedliche Demonstranten von Polizisten niedergeschossen.
Knapp der Todesstrafe entgangen: Nelson Mandela und seine Genossen gründen den militanten Arm der Bewegung, den sogenannten Speer der Nation. "Viele fühlen, dass es sinnlos ist, weiterhin an Frieden und Gewaltlosigkeit festzuhalten", so Mandela damals, "gegenüber einer Regierung, die ein unbewaffnetes und wehrloses Volk angreift." Auch der Ingenieur Goldberg, damals Anfang 30, folgt Mandela in den Untergrund. Seine Aufgabe: Sabotage und Bombenbau. 1963 werden die Genossen verhaftet. Gemeinsam mit Mandela steht Goldberg vor Gericht. Beide entgehen nur knapp der Todesstrafe. Goldbergs Urteilsspruch lautet viermal lebenslänglich. Die Gefangenschaft sei die einsamste Zeit seines Lebens gewesen, sagt er. Zeitweise ist er in einer Zelle direkt neben dem Galgen eingesperrt. Immer hört er das Scheppern der Falltür.
Goldbergs Frau Esmé zieht mit den Kindern ins Londoner Exil. "In den 22 Jahren durfte ich Denis nur zweimal besuchen", sagt sie. "Jeden Monat habe ich um eine Besuchserlaubnis gebeten. Ich habe sie nie bekommen." 1985 schließlich, im Alter von 52 Jahren, kommt Goldberg frei. Er hat ein Regierungsdokument unterzeichnet, in dem er sich vom bewaffneten Kampf lossagt. Eine Entscheidung, mit der Goldberg bis heute ringt, denn Mandela hatte nicht unterschrieben. "Ich konnte einfach nicht mehr", so Goldberg. "Ich war müde. Ich musste da endlich raus. Ich hoffe, meine Genossen verstehen das." "Die weißen Genossen wurden im Gefängnis schlimmer behandelt als wir", sagt Mandelas Zellennachbar Ahmed Kathrada. "Sie galten ja als Abtrünnige. Wir hier auf Robben Island konnten Denis verstehen."
Ein neues Leben : Für Denis Goldberg beginnt 1985 mit seiner Frau und den Kindern ein neues Leben in London. Er bleibt politisch für die Anti-Apartheidsbewegung aktiv, die 1990 mit der Entlassung Mandelas ihren größten Erfolg feiert. "Am Tag der Urteilsverkündung hat der Gefängnisdirektor zu uns gesagt: Lebend kommt ihr hier nicht mehr raus", sagt Goldberg. "Nur im Sarg, Füße zuerst, tot. Und da marschiert jetzt also Mandela aus dem Gefängnis - stolz, lebendig. Für mich war das ein riesiger Triumph."
Es hat lange gedauert, bis auch das schwarze Südafrika seinen weißen Helden ehrt. Erst 2009, 24 Jahre nach Goldbergs Freilassung, überreicht Präsident Zuma ihm einen Orden. Die Apartheid in den Köpfen ist noch lange nicht besiegt, sagt der 77-Jährige, der heute wieder in Kapstadt lebt. "Was wichtig ist, dass Weiße und Schwarze verstehen, dass Rassismus nicht gegeben ist", sagt Goldberg. "Man muss dagegen kämpfen als Mensch, um Mensch zu sein." Mandela und Goldberg - der eine schwarz, der andere weiß - Seite an Seite haben sie gegen das rassistische Regime gekämpft. Erst jetzt ist die Geschichte vollständig erzählt.