English Section

Impressum




Boycott, Divestment, Sanktionen
mauer_info






  Teil 1 Teil 2 Teil 3





Who profits

Home Rückblick 2017
« Homeseite


Meine Tochter, dies sind Tränen des Kampfes

Bassem Tamimi, haaretz.com, 29.12.17

Ahed Tamimi im Militärgefängnis

Auch diese Nacht, wie alle anderen Nächte, als Dutzende von Soldaten unser Haus mitten in der Nacht überfallen haben, werden meine Frau Nariman, meine 16-jährige Tochter Ahed und Ahed's Cousine Nour hinter Gittern verbringen. Obwohl es Aheds erste Verhaftung ist, ist sie keine Fremde in Euren Gefängnissen. Meine Tochter hat ihr bisheriges Leben unter dem Schatten des israelischen Gefängnis-Systems verbracht – angefangen von meinen langen Haftstrafen während ihrer Kindheit, über die wiederholten Verhaftungen ihrer Mutter, ihres Bruders und ihrer Freunde, bis hin zu der offenen und verdeckten Bedrohung, die durch die ständige Anwesenheit Eurer Soldaten in unserem Leben präsent ist. Also war ihre eigene Verhaftung nur eine Frage der Zeit. Eine unvermeidliche Tragödie, die nur auf eine Gelegenheit wartete.

(...) Meine Tochter ist erst 16 Jahre alt. In einer anderen Welt, in Eurer Welt, würde ihr Leben ganz anders aussehen. In unserer Welt steht Ahed stellvertretend für eine neue Generation junger Freiheitskämpfer unseres Volkes. Diese Generation muss ihren Kampf an zwei Fronten führen. Auf der einen Seite haben sie natürlich die Pflicht, den israelischen Kolonialismus, in den sie hineingeboren wurden, bis zu dem Tag, an dem er zusammenbricht, immer wieder herauszufordern und zu bekämpfen. Andererseits müssen sie sich mutig der politischen Stagnation und Degeneration stellen, die sich unter uns ausgebreitet hat. Sie müssen die Lebensader werden, die unsere Revolution zu neuem Leben erwecken wird, aus der wachsenden Kultur der Passivität, die aus jahrzehntelanger politischer Untätigkeit entstanden ist...

Zum vollständigen Artikel

Bilderstrecke: Weltweite Proteste samidoun.net

Demonstration gegen Trumps Jerusalem-Entscheidung am 23.12.17 in Stuttgart

Verschiedene palästinensische Gruppen organisierten eine Demonstration, in Stuttgart

Mitglieder des Palästinakomitee Stuttgart nahmen ebenfalls teil und forderten die Freilassung von Ahed Tamimi, einer jungen Palästinenserin, die im Westjordanland verhaftet wurde PDF, sowie die Freilassung aller politischen Gefangenen.
Siehe auch den Artikel Palästinensisches Mädchen als „Kämpferin“ festgenommen

UN-Vollversammlung erklärt Trump-Entscheidung für "null und nichtig"

zeit.de, 21.12.18

Die UN-Vollversammlung hat mit deutlicher Mehrheit die Entscheidung der USA zur Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt verurteilt. 128 Staaten, unter ihnen Deutschland, stimmten einer entsprechenden Resolution zu. 35 Staaten enthielten sich, 21 waren nicht anwesend, neun stimmten dagegen, unter ihnen Israel und die USA. Die Türkei als amtierende Vorsitzende der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) hatte die Resolution eingebracht. Darin werden die USA aufgefordert, die Entscheidung zurückzunehmen, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. ...

Zum vollständigen Artikel zeit.de

Massenhafte „Tod den Juden“-Rufe am Brandenburger Tor ein „Übermittlungsfehler“

Emily Dische-Becker, ÜBERMEDIEN, 19.12.2017

Die Berichterstattung war also falsch


In „Berliner Zeitung“ und„Berliner Kurier“ sind heute Korrekturen erschienen. Auch deren Online–Artikel wurden nachträglich teilweise berichtigt.

In einem Gastbeitrag für „Spiegel Online“ fand Heiko Maas vergangene Woche deutliche Worte: „Wer ‚Tod den Juden‘ ruft, gehört vor Gericht.“

Der Justizminister reagierte mit dieser Klarstellung – oder Forderung? – auf Berichte, dass auf Demonstrationen gegen die Entscheidung Donald Trumps, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, anti-israelische und antisemitische Slogans gerufen wurden. Darunter auch dieser denkbar übelste, der nicht einmal vorgibt, einfach nur gegen Israel zu sein, sondern stattdessen unverhohlen zum Mord an Juden aufruft.

Die Empörung ist groß, dass eine Masse von Menschen in Deutschland „Tod den Juden“ skandiert und dass die Polizei nicht dagegen einschreitet. Doch es ist erstaunlich schwer, einen Beleg dafür zu finden, dass diese Rufe ertönten.

Die Berliner Polizei hat die Demonstration aufgenommen und gesetzeswidrige Handlungen und Äußerungen notiert. Am Telefon liest Pressesprecher Michael Gassen nach Sichtung der Berichte eine Liste mit allen anstößigen Äußerungen vor: „Terrorist USA, Terrorist Israel, Kindermörder Israel. Zu einem späteren Zeitpunkt: Kindermörder Israel, Zionisten gleich Faschisten. Israel Kindermörder, Israel Frauenmörder.“ Der Ausruf „Tod den Juden“ ist nicht dabei.

Woher kommt also diese Behauptung?

Der erste Artikel, in dem davon die Rede ist, erscheint am 10. Dezember im Boulevardblatt „Berliner Kurier“. Er beginnt so: 


Es sind Bilder, die wir nie wieder sehen wollten in unserem Land. Parolen, die wir nie wieder hören wollten. Doch ausgerechnet am Brandenburger Tor, dem Symbol für Deutschland, das in der ganzen Welt bekannt ist, skandierten am Freitag fast 1500 hasserfüllte Menschen auf einer pro-palästinensischen Demonstration „Tod den Juden“, verbrannten eine eigens für diesen Zweck gebastelte Fahne mit Davidstern sowie eine Israelflagge. Jetzt ermittelt die Polizei.

In der „Berliner Zeitung“, deren Redaktion mit der des „Berliner Kuriers“ in diesem Jahr zusammengelegt wurde, erscheint am folgenden Tag ein Artikel derselben Verfasser, in dem diese Behauptung wiederholt wird:

Ab 16 Uhr hatten sich hier rund 1500 Teilnehmer versammelt. Bereits nach wenigen Minuten richteten sich die Sprechchöre nicht mehr gegen die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt, sondern offen gegen Juden. Zudem verbrannten zwei Männer eine mitgebrachte Fahne mit aufgemaltem Davidstern. Dazu skandierte die aufgebrachte Menge minutenlang „Tod den Juden“.

Offenbar beruhen alle Berichte und Kommentare, die in den folgenden Tagen erschienen, auf diese Darstellung der Ereignisse in „Berliner Kurier“ und „Berliner Zeitung“. 

Einer der beiden Autoren der Artikel hatte an jenem Freitag auch ein dreißigminütiges Video gemacht. Es zeigt das Ende der Demonstration sowie den Zeitraum danach, als immer noch wütende Demonstranten auf dem Platz versammelt sind. Es wurde 188.000 Mal angeschaut, aber auch hier ist kein „Tod den Juden“-Ruf zu hören.



Zum vollständigen Artikel: uebermedien.de

Trumps Jerusalem-Entscheidung: Die Rechtsrücker

Jakob Augstein

Schon 2015 lies sich Trump ausführlich von
Fernsehpredigern segnen. Bild: USC

Wir beklagen den Fundamental­ismus des Islam – aber in Gestalt von Trump und Netanyahu hat der Westen seine eigenen Fundament­al­isten: Statt auf die Stärke des Rechts setzen sie auf das Recht des Stärkeren.

(...) Während wir "Aufgeklärten" uns also abwechselnd über muslimische Theokratien entrüsten oder erheitern folgen die USA einem rechtspopu­listischen Fundamentalismus voller eschatologischer Visionen...

Zum vollständigen Artikel: spiegel.de

Für Meinungsfreiheit, auch in der Palästina-Frage

Offener Brief an das Präsidium des Deutschen Städtetags in Berlin

10. Dezember 2017

Anlass für unseren offenen Brief an das Präsidium des Städtetags und an Oberbürgermeister und Bürgermeister in der Bundesrepublik sind besorgniserregende Initiativen einiger Politiker und Organisationen, die das Recht auf Meinungsfreiheit (Artikel 5 Grundgesetz) und die demokratische Diskussionskultur untergraben. In mehreren Städten des Landes streben angeblich wegen Antisemitismus besorgte politisch Verantwortliche die Verabschiedung von Regelungen an, die geeignet sind, israelkritische Veranstaltungen in öffentlichen Räumen oder auf öffentlichen Plätzen nahezu unmöglich zu machen. Aktuelle Beispiele dafür sind Beschlüsse sowie Anträge in den Stadtparlamenten von Frankfurt, Kölnund München. Die Vorstöße und Diskussionen in Frankfurt und München zeigen bereits, wie wenig diese Initiativen mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung vereinbar sind...

Zum vollständigen Brief

Brief des Palästinensischen GemeindeverbandsAPLA, der ebenfalls an die Stadträte von Frankfurt, München, Berlin, Hamburg und Köln und Abgeordnete aller betroffenen Gemeinderäte und Parlamente in Deutschland geschickt wurde

Letter of the Association of Palestinian Local AuthoritiesAPLA

Siehe auch den Artikel Einschüchterung und Hexenjagd

Aufruhr gegen Trump

Knut Mellenthin, jungewelt.de

Weltweit Demonstrationen gegen Entscheidung des US-Präsidenten, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen

Bereits im Januar diesen Jahres gab es deutlichen Protest
gegen Trumps Politik

Die Proteste gegen die US-amerikanische Unterstützung für Israels Annexionspolitik hielten auch am Wochenende an. Brennpunkte waren am Sonntag neben dem besetzten Westjordanland und Ostjerusalem auch Beirut und Jakarta. In der indonesischen Hauptstadt demonstrierten 10.000 Menschen vor der US-Botschaft.

In Beirut versuchten mehrere tausend Demonstranten, darunter viele Palästinenser, zur diplomatischen Vertretung der Vereinigten Staaten vorzudringen, die von der Polizei im Umkreis von drei Kilometern durch Barrikaden und Stacheldraht abgesperrt worden war. Die Beamten setzten Tränengas und Wasserwerfer ein, um die protestierende Menge aufzulösen...

Zum vollständigen Artikel

Sie auch die Artikel:
Armageddon? Die evangelikalen Kräfte hinter Trumps Jerusalem-Rede und
Wessen Idee setzt Donald Trump um?

Legende und Wahrheit

Hanspeter Gysin, palaestina-info.ch, November 2017

Der „Gründungsmythos“ Israels stützt sich im Kern auf die Behauptungen, die UNO habe mit der Resolution 181 grünes Licht für die Gründung Israels in seiner aktuellen Form gegeben und ein Krieg sei unabwendbar gewesen, weil die arabischen Nachbarländer am 15. Mai 1948 den eben gegründeten Staat überfallen hätten. Ein kritischer Blick auf weit verbreitete Interpretationsmuster.

Selbst in öffentlichen Stellungnahmen, welche Rechte für die PalästinenserInnen einfordern, kommen erstaunlich oft diese Stereotype aus der zionistischen Geschichtsschreibung vor. Dabei gibt es mehrere wissenschaftliche Arbeiten, welche diese gründlich widerlegen...

Vollständiger Artikel

Israel lässt sich von US-Anwaltskanzlei im Kampf gegen BDS-Aktivisten in Europa und Nordamerika helfen

Chaim Levinson und Barak Ravid, Ha’aretz 25.10.2017 via der Jüdisch‑Palästinensischen Dialoggruppe

Die Regierung lässt sich nach Dokumenten, die Ha'aretz zugänglich sind, heimlich von einer US-amerikanischen Anwaltskanzlei im Kampf gegen BDS (Boykott, Investitionsentzug und Sanktionen) in Europa, Nordamerika und andernorts helfen.

Die Regierung hat die Kanzlei >Sidley Austin beauftragt, rechtliche Möglichkeiten vorzubereiten und Gerichtsverfahren abzuwickeln. Das Justizministerium und das Ministerium für Strategische Angelegenheiten haben es abgelehnt, die Natur dieser Aktivitäten offenzulegen, für die der Staat im Lauf der letzten zwei Jahre viele hunderttausend Dollar gezahlt hat. Die Ministerien bezeichnen die Aktivitäten als „diplomatisch extrem sensibel".

Vor etwa zwei Jahren verpflichtete das Sicherheitskabinett das Ministerium für Strategische Angelegenheiten zur Koordinierung des Kampfes gegen „Delegitimierung" und bestimmte größere Mittel für diese Bemühungen. Das Ministerium für Strategische Angelegenheiten überweist einen Teil des Geldes über das Außenministerium an verschiedenen Orten weltweit und einen anderen Teil an jüdische Organisationen im Ausland für Öffentlichkeitsarbeit an Campussen und anderen Orten.

Aber auch das Ministerium für Strategische Angelegenheiten operiert in dieser Sache auf eine Art, die es nicht öffentlich bekannt gemacht hat. In der Vergangenheit hat der Generaldirektor des Ministeriums Sima Vaknin der Knesset mitgeteilt, dass es damit befasst sei „geheimdienstliche Informationen zusammenzutragen und anzugreifen" (gathering intelligence and attacking).

Im Laufe des letzten Jahres hat Anwalt Itay Mack Regierungsministerien gebeten, im Namen von Menschenrechtsaktivisten Informationen über alle mit ausländischen Organisationen unterzeichneten Vereinbarungen einzuziehen, die an Anti-BDS-Aktivitäten beteiligt sind. Das Außenministerium sagte, es hätte keine solchen vertraglichen Verpflichtungen, aber das Justizministerium stellte zensierte Dokumente zur Verfügung.

Mehr.

Israelisches Militär unterdrückt Proteste zum 100. Jahrestag der Balfour-Erklärung

maannews.com, 02.11.17

Proteste in Betlehemn
Proteste in Betlehemn

Artikel (engl.) und Bilderstrecke

Der Brief mit seinen fatalen Folgen

Heiko Flottau, Journal21.ch, 02.11.17

Vor 100 Jahren erklärte der britische Aussenminister Lord Arthur Balfour, sein Land werde die Gründung einer jüdischen „Heimstatt“ in Palästina befürworten.

Es war ein denkwürdiges Dokument, das der britische Aussenminister Balfour vor einhundert Jahren, am 2.November 1917, an seinen adeligen Kollegen, den jüdischen Bankier Lord Rothschild sandte. Die Regierung Seiner Majestät, schrieb Balfour sehe „mit Wohlwollen“ die Errichtung einer „Heimstatt“ für das jüdische Volk in Palästina.

(...) Diese Erklärung des britische Lords hat sich als multiple Zeitbombe erwiesen...

Zum vollständigen Artikel Artikel.

Offener Brief an Boris Johnson

Am 100. Jahrestags der Balfour-Erklärung veröffentlichte die Palästinensische Solidaritätskampagne (Palestine Solidarity Camgaign PSC) diesen offenen Brief an den derzeitigen Außenminister Großbritanniens Boris Johnson in der Zeitung The Guardian.

Brief an Boris Johnson

Darin wird eine Entschuldigung gefordert für das daraus entstandene Unrecht und der Einsatz der Regierung Großbritanniens heute, für die Herstellung der Rechte des palästinensischen Volkes. Außerdem wird zu einer Demonstration aufgerufen.

Zur Website PSC.

Veranstaltungsraum in München gekündigt

Ein jüdischer Publizist und Verleger darf in München nicht öffentlich auftreten.

Fuad Hamdan, 22.10.17

Die Veranstaltung mit Abrham Melzer am 24.10.17 zum Thema: "Freie Meinungsäußerung in Deutschland. Am Beispiel wie Kritik an Israel von Städten und Gemeinden verhindert wird". entfällt.

Uns wurden die Räumlichkeiten der Veranstaltung aufgrund starken Drucks seitens jüdischer Kreise in München gekündigt. Ein jüdischer Publizist und Verleger darf in München nicht öffentlich auftreten. Wir werden alles versuchen, dass Abraham Melzer in München doch öffentlich reden darf.

Protest gegen die Militärmesse ITEC in Stuttgart

Widerstand gegen die geplante Ausrüstung der Bundeswehr mit israelischen Kampfdrohnen

Stuttgart, 18.10.17

Protest gegen die ITEC Rüstungsmesse in Stuttgart

Kriegsroboter wie zum Beispiel Drohnen sind brandgefährlich, der Astrophysiker Stephen Hawking sieht darin eine der größten Bedrohungen für die Menschheit. Für die Palästinasolidarität ist dieses Thema zentral, denn der Staat Israel setzt bei der Unterdrückung der Palästinenser soweit möglich auf Automaten, wie etwa die Drohnen im Gazastreifen. In der Drohnenproduktion ist die israelische Kriegsindustrie weltweit führend. Die deutschen Militärs machen sich die Erfahrungen israelischer Militärs beim Einsatz der Roboter zunutze und wollen die Anschaffung der israelischen Kampfdrohne Heron TP durchsetzen.

Protest gegen die ITEC Rüstungsmesse in Stuttgart
Protest gegen die ITEC Rüstungsmesse in Stuttgart

Leider beteiligen sich auch Stuttgarter Institutionen am Geschäft mit der automatisierten Kriegsführung. Die Stuttgarter Messegesellschaft genehmigte die Veranstaltung der Rüstungsmesse ITEC im Mai 2018 auf dem Gelände. Seit dies bekannt ist, laufen dagegen Protestaktionen in Stuttgart und Region. Auch der Aufsichtsrat der Messegesellschaft wurde am Mittwoch, 18. Oktober 2017, mit dem Protest konfrontiert. Das Palästinakomitee Stuttgart beteiligte sich mit dem Hinweis auf die geplante Anschaffung einer israelischen Kampfdrohne für die Bundeswehr. Selbstverständlich solidarisieren wir uns mit der Forderung "NoITEC - Keine Militärmesse in Stuttgart". Die Stuttgarter Zeitung berichtete über die Aktion.

Zum Artikel in der Stuttgarter Zeitung.

Österreichs Neonazis finden Freunde in Israel

Ali Abunimah, electronicintifada.net, 16.10.17

Der Botschafter Österreichs in Tel Aviv, sieht nichts Falsches daran, wenn arabische Parteien aus Israels Regierung ausgeschlossen werden, während sein Land, gerade dabei ist Neonazis in Wien an die Macht zu bringen. Dies ist ein bemerkenswertes Beispiel für rassistische Werte, die von europäischen und israelischen Eliten geteilt werden. Genau wie in Deutschland, gibt es klare Zeichen für die Verbindung zwischen der äußersten Rechten Österreichs und Israels.

Letzte Woche erklärte der Vorsitzende der Arbeitspartei Avi Gabbay, dass er keine Koalition eingehen würde in der Mitglieder der Vereinigten Liste vertreten sein würden. Die Vereinigte Liste ist eine Gruppierung, die hauptsächlich aus palästinensischen Bürgern Israels besteht. „Wir werden keine Regierung mit der Vereinigten Liste teilen – Punkt“, sagte Gabbay. „Das muss klar sein“.Der Vorsitzende der Vereinten Liste, Ayman Odeh, verurteilte Gabbays Rassismus. „Jemand der arabische Bürger und deren gewählte Vertreter nicht als legitime Gruppierung betrachtet, stellt keine wirkliche Alternative zur Rechten dar“, sagte Odeh...

Zum vollständigen Artikel.

Palästina und Israel: Die Zweistaatenlösung ist tot

Meron Rapoport, diefreiheitsliebe.de, 17.10.17

Was verbindet einen israelischen rechtsaußen Koalitionspartner und den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas? Die Erkenntnis, dass die Zweistaatenlösung durch die Realität eines einzigen Staates gefressen wurde. Und dieser eine Staat wird kein demokratischer sein, vielmehr wird das Apartheidsregime zur offziellen Politik der israelischen Regierung...

Zum vollständigen Artikel.

Schlägertypen bei Buchvorstellung am 13. Oktober 2017 in Frankfurt

Ernst Schwarz, Kopi, 14.10.17

Palästina, Vertreibung, Krieg und Besatzung: Annette Groth, Norman Paech, Richard Falk

Gestern, am 13.10.17 gab es in der Internationalen Buchhandlung Südseite (Kaiserstraße 55, 60329 Frankfurt am Main, Nähe Hbf) eine Lesung von Annette Groth (die Linke) aus dem Buch "Palästina – Vertreibung, Krieg und Besatzung" (Neu im Papyrossa-Verlag). Die knapp dreißig Besucher diskutierten anschließend angeregt mit Annette Groth sowie Papyrossa-Verlagsleuten und dem Betreiber der Buchhandlung, Dr. Giuseppe Zambon.

Plötzlich stürmten zwei junge Männer in den Laden, einer schlug (mit einer Bierflasche?) offenbar von innen gegen die Schaufensterscheibe und riss u.a. ein Plakat herunter. Das Plakat mit der Ankündigung für die für heute abend geplante Lesung mit Fariss Wogatzki, der sein Buch „MÖGE KEINER SAGEN, ER HÄTTE ES NICHT GEWUSST!“ (Zambon-Verlag) vorstellen wird.

Den Besuchern der Lesung gelang es, die beiden heftig sich wehrenden Männer sogleich festzuhalten und der Polizei, die nach ca. 10-15 Minuten eintraf, zu übergeben. Die Beschuldigung lautet Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

Liebe Leute, ich hoffe, Sie können diese Mail noch rechtzeitig lesen und so kurzfristig disponieren. Ich bitte Euch und Sie dringend, heute abend um 19h (möglichst schon um 18h30) zur genannten Lesung zu kommen. Den Palästinenserfeinden in dieser Stadt darf es nicht gelingen, unsere Solidarität mit dem palästinensischen Volk zum Schweigen zu bringen. Ich bitte auch um Solidarität mit 1. dem Zambon-Verlag, der neben anderen Büchern (Belletristik usw.) seit Jahrzehnten immer wieder in seinen Veröffentlichungen den Imperialismus bloßstellt und anklagt, sowie 2. der Internationalen Buchhandlung Südseite, die mit ihrem hervorragenden Sortiment in vielen Sprachen ein Lichtblick und kulturelles Kleinod und neben der geballten organisierten Kriminalität der benachbarten Bankentürme unser (nur äußerlich kleiner) Leuchtturm der Aufklärung und der Freundschaft mit den unterdrückten Massen aller Länder ist. Wir können uns freuen, dass es so etwas in Frankfurt gibt. Es kann uns daher nicht egal sein, ob so ein Verlag und eine solche Buchhandlung, um die uns andere Städte beneiden, attackiert werden. Lasst uns auf die gewalttätigen Angriffe und Verleumdungen solidarisch antworten mit vermehrten, wiederholten Besuchen und der weiteren Verbreitung dieser Infos. Solidarität hier und heute!
Herzliche Grüße, Ernst Schwarz, Kopi

Infos zum Buch von Fariss Wogatzki „MÖGE KEINER SAGEN, ER HÄTTE ES NICHT GEWUSST!“. Lesung am Samstag, 14. Oktober 19h (möglichst schon um 18h30 da sein) in Frankfurt in der Internationalen Buchhandlung Südseite, Kaiserstraße 55, 60329 Frankfurt am Main, Nähe Hbf

Recht und Pflicht der Palästinenser zum Widerstand

Gideon Levy, der-semit.de, 11.10.17

Stellt Euch vor, Ihr seid die Palästinenser. Vielleicht Einwohner von Ost-Jerusalem. Siebenundvierzig schwierige Jahre liegen hinter Euch; vor Euch liegt eine große, bedrückende Dunkelheit. Die israelische Tyrannei, die Euch ein böses Schicksal bereitet, erklärt arrogant, dass alles immer so bleiben wird. Eure Stadt werde „für immer und ewig“ unter Besatzung bleiben. Der Verteidigungsminister, der zweitwichtigste Mann in der Regierung, die Euch unterdrückt, sagt, ein palästinensischer Staat werde niemals errichtet werden.

Stell Dir vor, Du bist Palästinenser und Deine Kinder sind in Gefahr. Vor zwei Tagen haben Besatzungskräfte ein anderes Kind getötet, weil es „eine Brandbombe gezündet“ hätte. Die Worte „Tod den Arabern“ sind in der Nähe Deines Hauses gesprayt. Wo Du auch hingehst, darf ein Grenzpolizist auf Dich schießen. Jede Nacht können sie in Dein Heim brutal einfallen.

(...) Stell Dir vor, Du bist Palästinenser. Du hast jedes Recht Widerstand zu leisten. Das ist in der Tat Eure zivile Pflicht. Da gibt es keine Diskussion. Das Recht eines besetzten Volkes gegen die Besatzung Widerstand zu leisten, ist im Naturrecht sicher gestellt, in den Moralvorstellungen der Geschichte, und im Völkerrecht...

Zum Artikel.

Verwaltungsgericht Frankfurt entscheidet gegen die Stadt: Melzer darf „Die Antisemiten-Macher“ vorstellen!

Ludwig Watzal, der-semit.de, 10.10.17

Abraham Melzer
Abraham Melzer

Soeben hat das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main in der Sache „Saallbau GmbH“ vs. Abraham Melzer für letzteren entscheiden. Der Frankfurter Magistrat, der über diesen städtischen Betrieb wacht, hatte dem jüdischen Verleger und Autor, obgleich er einen ordnungsmäßen Vertrag mit „Saalbau“ abgeschlossen hatte, plötzlich gekündigt. Die Stadt wollte Melzer sein Recht auf Meinungs- und Redefreiheit beschneiden. Daran ist zuletzt der Gasteig gegen die Deutsch-Israelin Judith Bernstein in München gescheitert...

Zum Artikel.

Die Antisemitenmacher von Abraham Melzer

Das Buch kann beim Westend Verlag bestellt werden.

Frankfurt schafft während der Buchmesse die Meinungsfreiheit ab

nachdenkseiten.de, 05.10.17

Es gibt Dinge, die sind so skurril, dass man sie auf den ersten Blick gar nicht glauben mag. Da schreibt der in Israel aufgewachsene Publizist Abraham Melzer ein vom Frankfurter Westend Verlag herausgegebenes Buch mit dem Titel „Die Antisemitenmacher“ (die NachDenkSeiten brachten am Sonntag dazu eine Rezension), in dem er die immer stärker um sich greifende Praxis kritisiert, legitime Kritik an der Politik Israels unter dem Vorwand der Antisemitismusbekämpfung zu unterbinden...

Zum Artikel.

"Die Antisemitenmacher" - Ein wichtiges Buch

freitag.de, Blog-Beitrag aus der Freitag-Community, 04.10.17

Buchvorstellung Statt über Antisemitismus müssen wir über die völkerrechtswidrigen Teile der Politik Israels reden, meint Abraham Melzer. Politik und Medien aber hätten Angst davor

Da funktioniert bei Vielen die Schere im Kopf. Da leuchten rote Warnlichter auf. Wer Kritik – sei diese auch noch so berechtigt, sachlich vorgebracht und fundiert – an der Politik der israelischen Regierung übt, gerät ziemlich sicher rubbeldiekatz in Teufels Küche. Das gilt besonders für Journalisten und Politiker. Wer sich diesbezüglich gewissermaßen vermault, bekommt auf den Hut. Und an diesem pappt – so schnell können die Betreffenden gar nicht gucken – die Bezeichnung „Antisemit“. ...

Zum vollständigen Artikel freitag.de.

Abraham Melzer darf nicht lesen

Marie-Sophie Adeoso, Frankfurter Rundschau

Die Saalbau storniert einen Mietvertrag für eine Lesung des Publizisten Abraham Melzer in Frankfurt. Hintergrund ist ein Beschluss des Stadtparlaments, dem Antisemitismus in der Stadt keinen Raum zu geben.

Abraham Melzer
Maulkorb verpasst: Abraham Melzer

Die Saalbau Betriebsgesellschaft hat den Mietvertrag für eine Lesung des deutsch-israelischen Publizisten Abraham Melzer storniert. Der 72-Jährige hatte kommende Woche sein Buch „Die Antisemitenmacher“ im Bürgerhaus Gallus vorstellen wollen. „Nach eingehender Recherche über die Inhalte der Buchvorstellung kann die Veranstaltung am 13. Oktober im Saalbau Gallus nicht stattfinden“, teilte die Tochtergesellschaft der ABG Frankfurt Holding Melzer nun in einem kurzen Schreiben mit, das der FR vorliegt.

Die Saalbau bezieht sich dabei auf den vergangene Woche im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtparlaments gefällten Beschluss, „Antisemitismus keinen Raum geben“ und im Speziellen der Israel-Boykott-Bewegung „BDS“ keine Räume mehr vermieten zu wollen. ABG-Geschäftsführer Frank Junker sagte der FR, die Absage sei auf diese Beschlussfassung der Stadt zurückzuführen. „Wir wollen nicht, dass Räume der Stadt von Personen genutzt werden, die antisemitische Gruppierungen unterstützen.“ Melzer, der die Lesung nicht im Namen der BDS angemeldet hatte, habe durch sein Auftreten im Ausschuss verdeutlicht, dass er bei der Buchvorstellung Positionen der BDS unterstützen werde, so Junker.

Mehr in der Frankfurter Rundschau.

Eine neue Antisemitismus-Definition und die alten Ängste und Vorurteile der SPD

Abi Melzer, der-semit.de, 02.10.17

Buchempfehlung: Die Antisemitenmacher Wie die neue Rechte Kritik an der Politik Israels verhindert von A. Melzer Westend Verlag

Die Antisemitenmacher, von Abraham Melzer
Dem Autor wurde kurzfristig der Raum entzogen um sein Buch in Frankfurt am 13.10.17 vorzustellen. Protest-Mails an Uwe.Becker@stadt-frankfurt.de (Bürgermeister) und den Saal-
vermieter R.Lenzbauer@saalbau.abg-fh.de

„Der Vorwurf des Antisemitismus ist in letzter Zeit zur billigen Münze verkommen“, schreibt der ehemalige linke Bundestagsabgeordnete Norman Paech. Die BILD-Zeitung berichtet, dass es immer mehr antisemitische Delikte gibt, obwohl der offizielle Bericht des Bundesministeriums des Inneren „Antisemitismus in Deutschland“, ein Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, genau das Gegenteil sagt. Wenn es 2014 in Deutschland 1596 antisemitische „Straf- und Gewalttaten“ gab, so waren es 2015 „nur“ noch 1366, und wenn man die Zahl der Gewalttaten betrachtet, dann waren es 2014 insgesamt 44 Gewalttaten, 2015 aber nur 36. Da fragt man sich, woher die BILD-Zeitung und andere Tageszeitungen und insbesondere der Zentralrat der Juden in Deutschland, der von einem Ansteigen von antisemitischen Delikten spricht, die Chuzpeh nehmen, die Bevölkerung so falsch zu informieren.

Und wenn man Straftaten im Zusammenhang mit dem „Israel-Palästina-Konflikt“ betrachtet, dann waren es, nach Angaben des o.g. Expertenkreises im Jahre 2009 (Gazakrieg!) 350 Straftaten und 2014 (Gazakrieg!) sogar 575 aber in den Jahren 2003 bis 2013 bewegte sich die Zahl zwischen 38 (2007) und 116 (2006) eher im Bereich deutlich unter 100. Und weiter teilen uns die Experten mit, dass unter der Gesamtzahl von Straftaten im Themenfeld „Israel-Palästina-Konflikt“ nur ca. ein Drittel antisemitisch zu bewerten sind.

Was soll überhaupt diese sogenannte Arbeitsdefinition des Antisemitismus? (...) Wozu brauchen wir eine solch banale, primitive und überflüssige Definition? Müssen wir auch definieren was Rassismus ist? Wann ist jemand ein Rassist? Jeder weiß, dass die Benachteiligung von Schwarzen in den Südstaaten der USA Rassismus war, so wie die Nürnberger Gesetze in Deutschland rassistisch waren...

Zum vollständigen Artikel

Schlüssel der Rückkehr in Edinburgh

Aktion am 24. September 2017 vor der St. Mary's Cathedral in Edinburgh. Auch Bishopf John Arms und Probst John Conway nahmen teil. Die Aktion soll monatlich an jedem 24. an unterschiedlichen Orten wiederholt werden. Unten rechts: Der Schlüssel der Rückkehr über dem Tor zum Aida-Flüchtlingslager bei Bethlehem.

Deutschlands neue Nazis sehen in Israel ein Vorbild

Ali Abunimah, electronicintifada.net

"Unglücklicherweise sind unsere schlimmsten Befürchtungen wahr geworden", sagte Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, am Sonntag über den Erfolg der AFD bei den Bundestagswahlen in Deutschland. Die AFD, die extreme nationalistische Partei, die unter ihren deutschen Initialen bekannt ist, hat beinahe 100 Sitze im deutschen Bundestag gewonnen. "Eine Partei, die Rechtsaußen-Ansichten in ihren Reihen duldet und zum Hass gegen Minderheiten aufstachelt, ist in unserem Land nicht nur in fast allen Länderparlamenten, sondern auch im Bundestag vertreten", sagte Schuster.

Beatrix von Stroch, für die AFD im EU-Parlament, vergleicht deren deutschen Nationalismus mit Israels zionistischer Ideologie

Die Partei ist berüchtigt dafür, alle Arten von Rassisten und Extremisten zu beherbergen, einschließlich Apologeten der deutschen Kriegsgeschichte und Holocaust-Revisionisten.

Es war eine Katastrophe, die die deutschen etablierten Politiker kommen sahen. Außenminister Sigmar Gabriel warnte zu Beginn des Monats, dass, wenn die AFD beim Urnengang erfolgreich sein würde, "wir zum ersten Mal seit dem Ende des 2. Weltkriegs wirkliche Nazis im deutschen Reichstag haben werden".

Deutschland braucht zwar keine Nachhilfe in Sachen Rassismus, aber diese Katastrophe kann auch teilweise führenden Politikern in Israel und ihren Unterstützern zugeschrieben werden: Über Jahre haben diese gemeiname Sache mit der europäischen extremen Rechten gemacht, haben Muslime dämonisiert als fremde Invasoren, die zurückgewiesen oder sogar vertrieben werden müssten, um die mythische europäische Reinheit zu erhalten.

Zum vollständigen Artikel

Vorgeschobener Antisemitismusvorwurf

Donnerstag, 28.09.2017, 14:03 Uhr

Das Münchner Kulturzentrum Gasteig hat fristlos den Vertrag für den Jerusalem-Vortrag von Judith Bernstein, Sprecherin der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe, gekündigt.

Der in München lebenden Tochter von Holocaust-Überlebenden wird ein Maulkorb verpasst, weil sie für den palästinensischen Befreiungskampf eintritt. Die Veranstalter gehen gerichtlich und mit einer Protesterklärung dagegen vor.

Verwahrung gegen Unterstellungen

In der Protesterklärung, die von Kulturschaffenden, Anwälten, Schriftstellern und anderen unterzeichnet wurde, heißt es: "Wir protestieren gegen die Unterstellung, hinter der Kritik an der israelischen Regierung verberge sich in Wahrheit eine antisemitische Gesinnung.

Wir verurteilen Rassismus, Nazi-Terror und Antisemitismus. Wir bejahen das Existenzrecht des Staates Israel. Wir wehren uns dagegen, mit Juden-Hassern und Rassisten in einen Topf geworfen zu werden, weil wir uns auch für das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser einsetzen."

Zum vollständigen Artikel in Rote Fahne

Beweismaterial für israelische Apartheid, Plünderung und Mord dem Gerichtshof in Den Haag überreicht

21.09.17, Ali Abunimah

Vier palästinensische Menschenrechtsorganisationen überreichten am Dienstag (19.9.) der Staatsanwaltschaft am Internationalen Strafgerichtshof 700 Seiten Beweismaterial für israelische Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Unmittelbarer Anlass dafür war, dass zwei palästinensischen Gemeinden unmittelbar die völlige Zerstörung durch Israel droht. Zu den im Dossier geschilderten Verbrechen gehören Apartheid, umfangreicher Diebstahl, Zerstörung und Plünderung palästinensischen Eigentums sowie Beweise für "absichtliche Tötung und Mord" von hunderten Palästinensern seit 2014...

Noch vor einigen Jahren galt der Vergleich heutiger politischer Aktionen mit den Gräueltaten des deutschen Faschismus als Verharmlosung. Das soll dem Regierenden Bürgermeister hier nicht unterstellt werden.

Zum vollständigen Artikel

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und die Rechte der Palästinenser*innen

17. September 2017

Stellungnahme der Redaktion www.bds-kampagne.de zu den Anmerkungen des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller zur BDS-Kampagne

In einem Gespräch mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland am 6. September 2017 erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller „BDS steht mit antisemitischen Schildern vor jüdischen Geschäften. Das sind unerträgliche Methoden aus der Nazizeit.“

Noch vor einigen Jahren galt der Vergleich heutiger politischer Aktionen mit den Gräueltaten des deutschen Faschismus als Verharmlosung. Das soll dem Regierenden Bürgermeister hier nicht unterstellt werden.

Zum vollständigen Stellungnahme

Unterschreiben Sie: Kein Diskussionsverbot für israelkritische Positionen in Frankfurt/Main!

Veröffentlicht am 10. September 2017

Unterschreiben Sie direkt unten unseren offenen KoPI-Brief an die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt/Main!

Unterschreiben Sie hier

Amira Hass fordert „schmerzhafte Sanktionen“ der Europäer gegen Israel

Amira Hass, der-semit.de, 15.09.17

Holland, Belgien und Frankreich: Es genügt nicht, nur mit Worten die israelische Zerstörungspolitik zu verurteilen, mit euren Steuergeldern finanzierte Einrichtungen und Gebäude wurden zerstört. Dass ihr darüber verärgert seid, ist gut, aber das Tempo, in dem eure Wut darüber steigt, bleibt weit zurück hinter dem rasanten und gefährlichen Tempo der Bulldozer der Zivilverwaltung in der Westbank und der Verteidigungskräfte der Siedlungen.

Die Verurteilungen werden als Nebensache ohne Dringlichkeit angesehen. Ihr müsst konkrete Maßnahmen ergreifen. Ja, offene und erklärte Sanktionen, die verschärft werden könnten. Schmerzhafte Sanktionen. Dies könnte die letzte Chance sein, den Durchschnitts-Israeli, darunter Geschäftsleute, Touristen, Richter, Wissenschaftler, Farmer und ausländische Fußballkonsumenten aus ihrer Gleichgültigkeit und verbrecherischen Selbstgefälligkeit loszulösen.

Hört auf, euch vor der israelischen emotionalen Erpressung zu fürchten. Israel tauscht die Erinnerung an unsere in Europa ermordeten Familien ein, um die Vertreibung der Palästinenser aus dem größten Teil des Westbank-Gebietes in Enklaven der Palästinensischen Autorität zu beschleunigen...

Zum vollständigen Artikel

Brief an Martin Schulz

juedische-stimme.de, 14.09.17

Hiermit dokumentieren wir den Brief unseres Mitglieds Ruth Fruchtman an den SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der sich letzten Sonntag pauschalisierend gegen Palästinenser_innen in Deutschland geäußert hatte.

Sehr geehrter Herr Schulz,

letzten Sonntag machten Sie während Ihres TV-Duells mit der Bundeskanzlerin die folgende Erklärung: „Es gibt zum Beispiel junge Palästinenser, Männer, die zu uns kommen, die mit einem tief verwurzelten Antisemitismus erzogen worden sind, denen muss man in klaren Sätzen sagen: ‚In diesem Land hast Du nur dann einen Platz, wenn Du akzeptierst, dass Deutschland ein Land ist, das Israel schützt, dass das unsere Staatsräson ist.‘“

Zum vollständigen Artikel

„Das ist eine überspannte Reaktion“

taz.de, 06.09.17

Die Aktivistin Sophia Deeg über die Versuche, die Israel-Boykottbewegung BDS in Deutschland zu verbieten, deren Ziele sowie den Vorwurf des Antisemitismus.

taz: Frau Deeg, die Stadt Frankfurt will Ihre Israel-Boykottbewegung ächten: Wer für die „Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen“-Kampagne (BDS) eintritt, soll in der Stadt keinen Raum mehr erhalten. München könnte folgen. Was sagen Sie dazu?

Sophia Deeg: Das ist eine überspannte Reaktion. Was München angeht, so gibt es dort fast keine BDS-Aktivitäten. Aber der Beschluss bedeutet, dass Prominente wie Judith Butler, Roger Waters, Brian Eno oder Naomi Klein dort nicht auftreten können – zumindest nicht in von der Stadt geförderten Veranstaltungsorten. Ich weiß nicht, ob sich die Verantwortlichen der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst sind. Und ich weiß nicht, ob diese Einschränkung der Meinungsfreiheit vor Gericht bestand hätte, wenn jemand klagt. In England haben britische Gerichte schon vergleichbare Beschlüsse gekippt. Und auf EU-Ebene wurde ebenfalls das Recht bestätigt, sich für die Kampagne einzusetzen...

Zum vollständigen Artikel

Scheinheilige Freunde der Juden

taz.de, 04.09.17

Unser Autor ist Jude, lebt in Deutschland. Er weiß, welche Kräfte im Land Antisemitismus befördern und Hass gegen Minderheiten schüren.

Meine Großeltern waren Häftlinge in den KZs in Auschwitz und Dachau. Deutschland hat fast alle ihre Verwandten vernichtet. Als sie nach der Befreiung in ihre Heimatstadt in Südungarn zurückkehrten, mussten sie erfahren, dass alles, was sie früher besaßen, geplündert wurde. Sie erhielten von der Bundesrepublik als Entschädigung für ihr Leiden 2.000 D-Mark pro Kopf. Der jugoslawische Zweig meiner Familie leistete Widerstand und schloss sich der Partisanenarmee Titos an. Sie kämpften mit anderen Juden aus der Region gegen die deutsche Besatzungsmacht auf dem Balkan. Zwei Generationen später lebe und arbeite ich in Berlin, in der Stadt, in der vor knapp 70 Jahren der Völkermord an den europäischen Juden und an meinen Vorfahren in Ungarn geplant wurde. In der Stadt, in der die Massaker an den jugoslawischen Zivilisten genehmigt wurden.

Die „Alternative für Deutschland“ inszeniert sich zwar oft als Freundin der Juden, es gibt aber zahlreiche Belege für ihre Scheinheiligkeit dabei: Sie posiert als Beschützer der Juden gegen den Antisemitismus der Muslime, um antimuslimisches Kapital rauszuschlagen – dabei verbreiten viele ihrer Politiker selbst antisemitische Verschwörungstheorien. Sie leistet im Europäischen Parlament Lobbyarbeit für die Siedlerbewegung im Westjordanland – aber nur, weil sie die diskriminierenden Maßnahmen der rechten Siedler als Blaupause für den Umgang mit den deutschen Muslimen umsetzen wollen...

Zum vollständigen Artikel

Verteidigungsministerium hält an Beschaffung von Kampfdrohnen fest

Matthias Monroy, netzpolitik.org, 22.08.17

Die Bundeswehr will bewaffungsfähige Drohnen aus Israel beschaffen, die SPD ließ den Deal zunächst platzen...

Zum vollständigen Artikel

Jüdische Kritik am Zionismus

Matthias Bertsch, deutschlandfunk.de

(...) Judith Butler macht auf der Rückseite ihres Buches "Am Scheideweg. Judentum und die Kritik am Zionismus" deutlich, worum es ihr geht: um eine Fundamentalkritik Israels beziehungsweise dessen Abschaffung als eines jüdischen Staates. Es ist wichtig, das zu betonen, denn anders, als andere Kritiker Israels hält sie eine Trennung zwischen Israel in den Grenzen von 1967 und dem Westjordanland, in dem Israel als Besatzungsmacht fungiert, für falsch. Es gehe nicht um die Besatzung allein...

Zum vollständigen Artikel

Administrationshaft arabischer „Bürger Israels“ weitet sich aus

freehaifa.wordpress.com, 08.08.17

Administrationshaft ist ein verwirrendes Phänomen, da es unserer grundlegenden Auffassung von Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit widerspricht.

Heute, Montag 7. August 2017, hatten wir wieder eine beispielhafte Runde dieses seltsamen Prozesses, im Amtsgericht von Haifa. Die Familien der Gefangenen, versammelten sich, zusammen mit den Führern der arabischen Einwohner und demokratischer Aktivisten, vor den verschlossenen Türen des Gerichtssaals von Richter Yizhak Cohen, dem stellvertretenden Gerichtspräsidenten, der die Administrationshaft von drei Jugendlichen aus dem Dreiecksgebiet „überprüfte“.

Als die Anwälte aus dem geschlossenen Gerichtssaal kamen, versammelten sich alle um sie, aber es war schwierig den Prozess zu verstehen... Wurden sie zu sechs Monaten verurteilt? Nein, sie wurden überhaupt nicht verurteilt. Sie waren am 23. Juli, für einen Zeitraum von sechs Monaten verhaftet worden, auf Befehl des israelischen Kriegsministers Avigdor Liberman. Der Richter überprüfte nur die Administrationsbefehle und bestätigte ihre Gültigkeit nach israelischem Gesetz, unter dem eine solch ungesetzliche Haft möglich ist...

Zum vollständigenArtikel (PDF)

Reuven Moskovic ist tot

Reuven Moskovic
Reuven Moskovic

Reuven Moskovic, langjähriger Friedensaktivist wurde 2003 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.

Ein Holocaustüberlebender, hat er sich immer bemüht, Versöhnung zwischen Deutschen und Juden zu fördern, und war oft zum diesem Zweck in Deutschland unterwegs. Bekannt wurde er auch für seine zunehmende kritische Analyse der israelischen Politik und die wachsenden faschistischen Tendenzen in der Gesellschaft.

Sein Charme, seine lustige Harmonica Performances und seine unvergessliche, strahlende Menschenliebe werden wir sehr vermissen. Lang lebe sein Geist als Vorbild.

Zu einem Interview (2016) mit derm Bayrischem Rundfunk

Verfechter von "Tod den Arabern" ist Frontmann der EU in israelischer PR-Kampagne

Jonathan Ofir, palaestina-portal.eu, 04.08.17

Avishai Ivri, Befürworter von Genozid an den Palästinensern

Die Europäische Union hat letzte Woche eine Videokampagne gestartet, um sich selbst ein positiveres Image zu geben (auf der Facebookseite der EU- Botschaft in Israel) – und wer wäre besser als Experte einzusetzen, als jemand, der einen Genozid an den Palästinensern befürwortet?

Electronic Intifada hat gestern davon berichtet und mit dem Video verlinkt, aber gerade, als der Artikel heute vormittag fertiggestellt war, wurde das Video (von der Webseite) genommen. [...]

Das Video zeigt viele Verbindungen zwischen der EU und Israel, wie Tourismus, Export und Import, Kooperation im Bereich der Technologie- und Rüstungsindustrie und wird von Avishai Ivri präsentiert...

Zum vollständigen Artikel

Ein hochrangiger israelischer Minister warnt die Palästinenser vor einer „Dritten Nakba“

Michael Schaeffer Omer-Man, 972mag.com, 24.07.17

Ein hochrangiger Minister innerhalb der israelischen Regierung und eine enger Verbündeter von Premierminister Netanyahu warnte die Palästinenser am Wochenende vor einer Massenvertreibung und ethnischen Säuberung falls die jetztige Gewalt nicht beendet würde.

Erinnert Euch an 1948 und an 1967 schrieb der Minister für regionale Kooperation Tzachi Hanegbi in einem Statement auf Facebook am Samstag, als Antwort auf die Tötung dreier Israelis in der Westbank-Siedlung Halamish in der Nacht zuvor. So beginnt eine Nakba...

Zum vollständigen Artikel (engl.)

"Das könnte eskalieren"

Bettina Marx im Gespräch mit Peter Kapern, deutschlandfunk.de, 22.07.17

Könnte der Streit um den Tempelberg eine dritte Palästinenser-Revolte lostreten? Ja, sagte Bettina Marx von der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah im Dlf. Außer Zeitungen und der Tempelberg-Aufsicht deeskaliere "eigentlich niemand". Die Palästinenser hätten Sorge, Metalldetektoren könnten nur der Anfang sein...

Zum vollständigen Artikel

Protestkundgebung in Stuttgart am 22. Juli 2017

Die Situation in Jerusalem ist extrem angespannt, kein Wunder, denn der israelische Staat versucht mit allen MItteln, PalästinenserInnen aus der Staat zu vertreiben und auch jedes Merkmal der palästinensischen Kultur in der Stadt verschwinden zu lassen. Doch Jerusalem hat kulturell und historisch viel Bedeutung und Gewicht. Wer die religiöse und kulturelle Vielfalt dieser Stadt stört, muss mit Protest und Gegenwehr rechnen. Die jüngsten verschärften Maßnahmen der israelischen Regierung sind ein Tropfen auf den schon längst überhitzten Stein, sie stoßen nicht nur im Land, sondern auch international auf Protest, das gilt auch für Stuttgart. Bei der kurzfristig organisierten Kundebung in Stuttgart am Samstag, 22. Juli, im Zentrum der Stadt kamen nach Angaben der Polizei 250 Leute zusammen.

Drei Tote und 400 Verletzte in Jerusalem

spiegel.de, 21.07.17

Seit Tagen protestieren Palästinenser in und rund um die Altstadt von Jerusalem gegen Israel. Bei den neuerlichen gewaltsamen Demonstrationen sind am Freitag drei Palästinenser getötet und rund 400 verletzt worden. Der Grund für die blutigen Ausschreitungen: Nach einem tödlichen Angriff auf zwei israelische Polizisten am Tempelberg in der vergangenen Woche haben die Behörden die Zugänge zu dem Areal mit Metalldetektoren versehen und den Zugang nur Frauen erlaubt sowie Männern, die mindestens 50 Jahre alt sind...

Vollständiger Artikel: spiegel.de


xxx