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NEU UND LESENSWERT
»Einschüchterung und Hexenjagd« jungewelt.de, 12.12.17
Wessen Idee setzt Donald Trump um? Armin Langer, de.qantara.de, 12.12.17
Der völkerrechtliche Status Jerusalems Norman Paech, nachdenkenseiten.de, 11.12.17
DIG in Bremen stramm hinter Donald Trump Arn Strohmeyer, der-semit.de, 11.12.17
Kein Frieden mit Trump Karin Leukefeld, jungewelt.de, 07.12.17
Leading EU strategist snuggles up to Israel lobby David Cronin, electronicintifada.net, 05.10.17
Gründe für den kulturellen Boykott Israels bds.kampagne.de, Ilan Pappé, 12.09.17
Die Hamas will mit der Fatah sprechen Ulrich Schmid, NZZ, 17.09.2017
Blogwarte Abi Melzer, der-semit.de, 26.08.17
EU removes video featuring Israeli genocide advocate Ali Abunimah, 04.08.17, electronicintifada.net
Gaza: Ist das ein Leben? Anne Paq, arte.tv
Ghassan Kanafanis Widerstand palaestina-portal.eu, 09.07.17
Media Release to oppose PM Modi's Visit to Israel All India Peace and Solidarity Organisation, 03.07.17
Wenn Kritik zum Tabu wird... Norman Paech, 30.06.17
Israel boycott restrictions thrown out by UK’s High Court Asa Winstanley, electronicintifada.net, 22.06.17
Drittklassiger Dokumentarfilm über Antisemitismus Moritz Neumeier, Kabarettist [video] 20.06.2017
Israel’s occupation was a plan fulfilled Ilan Pappé, electronicintifada.net, 06.06.17
"Die Besatzung ist völkerrechtswidrig" Interview mit Annette Groth, 31.05.17
Gefeierte Annexion Danijel Majic, Frankfurter Rundschau
Trump in Betlehem Sheren Khalel, mondoweiss.net, 23.05.17
Der stinkende Löwe von Juda Abi Melzer, der-semit.de, 18.05.17
Gefangene im Massen-Hungerstreik Arnold Hottinger, journal21.ch, 18.04.17
Why We Are on Hunger Strike in Israel’s Prisons Marwan Barghouti, The New York Times, 16.04.17
Meinungsfreiheit Abi Melzer, 23.04.17
Swiss lawmakers roll back anti-BDS law electronicintifada.net, 14.04.17
Sonderausgabe Palästina-Info April 2017: Gaza? Gaza! Palästina Solidarität Region Basel
Israeli army 'among world's child rights violators' Nigel Wilson, aljazeera.com, 06.04.17
UN agency labels Israel ‘apartheid regime’... Allison Deger, mondoweiss.net, 15.03.17
Nazivergleiche verbieten sich Daniel Bax, taz.de, 16.03.17
Eine „Anti-Israel-Konferenz“? Abi Melzer, der-semit.de, 15.03.17
Die Ausladung von Farid Esack war ein Fehler Norbert Hackbusch DIE LINKE 04.03.2017
Elor Azarias 'normativer' Support für den Genozid Jonathan Ofir, palaestina-portal.eu 02.03.2017
Zoff als britische Unis verbieten pro-Palästina Events Sally Weale, The Guardian [en] 27.02.2017
Elor Azaria verdict: 'No justice for Palestinians' Jonathan Cook, aljazeera.com, 21.02.17
Open Letter to the University of Vienna openlettervienna.wordpress.com, 14.02.17
Palestinians call for boycott of Hyundai Ali Abunimah, electronicintifada.net, 07.02.17
Dareen Tatour: ein Missverständnis? Steffi Unsleber, taz, 21.01.17
Hexenjagd an der Freien Universität Berlin juedische-stimme.de, 18.01.17
Paris Peace Conference – a Charade der-semit.de, 16.01.17
Reparations and the Nakba imemc.org, 10.12.16
Übersicht der BDS-Erfolge 2016 bds-kampagne.de, 07.12.2016
Ein „berüchtigter Antisemit“ Abi Melzer, der-semit.de, 07.12.2016
G4S Sicherheitskonzern gibt das Geschäft in Israel auf N. Friedman, Electronic Intifada [en] 04.12.2016
Israels Wasserraub in Palästina Ludwig Watzal, 22.11.16
Protestaktion gegen Hewlett Packard (HP) bds-kampagne.de, 20.11.16
Freiheit für Salah al-Khawaja der-semit.de, 18.11.16
Der 4D-Effekt Rolf Verleger, der-semit.de, 01.11.16
EU anerkennt das Recht auf BDS bds-info.ch, 01.11.16
Why I left the cult Avigail Abarbanel, mondoweiss.net, 08.10.16
Statement from Members of European Parliament freedomflotilla.org, 06.10.16
Israel kapert Solidaritätsschiff redglobe.de, 05.10.16
Shimon Peres from the perspective of his victims Ilan Pappé, electronicintifada.net, 28.09.16
“Hass-Fabrik” HAWK? Abi Melzer, der-semit.de, 16.09.16
„Das ist doch kein Terrorangriff!“ Rolf Verleger, taz, 10.09.16
Kant und Marx am Checkpoint Adania Shibli, zeit.de, 14.09.16
Und dann kamen die Bulldozer M. Schwaben, sueddeutsche.de, 13.09.16
Rechter Rapper als Lichtgestalt sueddeutsche.de, 09.08.16
Dareen Tatour Returned… To Prison! freehaifa.wordpress.com, 25.07.16
Bittere Jahrestage jungewelt.de, 11.07.16
Israeli Police Abusing Detained Children Human Rights Watch, 11.04.2016
„Kleine Zusammenstöße“ unsere-zeit.de, Rüdiger Göbel, 08.04.2016
Die Angriffe gegen BDS ein Beweis für unseren Erfolg Ilan Pappé, Zochrot [video, en] 12.04.2016
The duty to support the BDS movement Nurit Peled-Elhanan, alicewalkersgarden.com
The Nazi Who Became a Mossad Hitman Tony Greenstein, 28.03.2016
Kampf der Kulturen in Israel monde-diplomatique.de, spiegel.de, 14.03.16
Das Recht auf Boykott ist nicht verhandelbar Amjad Iraqi, palaestina-portal.eu, 02.03.16
Palästinenser in Israel wohl misshandelt handelsblatt.com, 24.02.2016
Israeli fury at unofficial ads on London Underground electronicintifada.net, 22.02.2016
An meine israelischen Brüder: Wir können das stoppen Jonathan Ofir, palaestina-portal.eu, 08.02.16
Frankreich lehnt israelische Drohnen ab Ali Abunimah, The Electronic Intifada [en] 05.02.2016
Netanyahu-Regierung im Kolonisierungswahn Ludwig Watzal, der-semit.de
Alan Rickman’s Gaza play censored 15.01.16, Abraham Greenhouse
Major US church divests from Israeli banks Ali Abunimah, electronicintifada.net
Welcome to Israel’s version of apartheid" 12.01.2016, jonathan-cook.net
Wacht auf, arabische Bürger von Israel! 10.01.2016, Gideon Lev, der-semit.de
Hasbara - Fakten und Mythen Ramsis Kilani", Gruppe42
“Warum ich verweigere” 10.01.2016, der-semit.de

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HÖRTIPP: Wie Gerfährlich ist Trumps Nahostpolitik? In SWR 2: Kristin Helberg, Journalistin und Politikwissenschaftlerin, Berlin, Dr. Michael Lüders, Politik- und Islamwissenschaftler, Berlin, Prof. Dr. Moshe Zimmermann, Historiker, Hebräische Universität Jerusalem. Gesprächsleitung: Matthias Heger

Trumps Jerusalem-Entscheidung: Die Rechtsrücker

Schon 2015 lies sich Trump ausführlich von
Fernsehpredigern segnen. Bild: USC

Jakob Augstein

Wir beklagen den Fundamentalismus des Islam - aber in Gestalt von Trump und Netanyahu hat der Westen seine eigenen Fundamentalisten: Statt auf die Stärke des Rechts setzen sie auf das Recht des Stärkeren.

(...) Während wir "Aufgeklärten" uns also abwechselnd über muslimische Theokratien entrüsten oder erheitern folgen die USA einem rechtspopu­listischen Fundamentalismus voller eschatologischer Visionen...

Zum vollständigen Artikel: spiegel.de

Für Meinungsfreiheit, auch in der Palästina-Frage

Offener Brief an das Präsidium des Deutschen Städtetags in Berlin

10. Dezember 2017

Anlass für unseren offenen Brief an das Präsidium des Städtetags und an Oberbürgermeister und Bürgermeister in der Bundesrepublik sind besorgniserregende Initiativen einiger Politiker und Organisationen, die das Recht auf Meinungsfreiheit (Artikel 5 Grundgesetz) und die demokratische Diskussionskultur untergraben. In mehreren Städten des Landes streben angeblich wegen Antisemitismus besorgte politisch Verantwortliche die Verabschiedung von Regelungen an, die geeignet sind, israelkritische Veranstaltungen in öffentlichen Räumen oder auf öffentlichen Plätzen nahezu unmöglich zu machen. Aktuelle Beispiele dafür sind Beschlüsse sowie Anträge in den Stadtparlamenten von Frankfurt, Kölnund München. Die Vorstöße und Diskussionen in Frankfurt und München zeigen bereits, wie wenig diese Initiativen mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung vereinbar sind...

Zum vollständigen Brief

Brief des Palästinensischen GemeindeverbandsAPLA, der ebenfalls an die Stadträte von Frankfurt, München, Berlin, Hamburg und Köln und Abgeordnete aller betroffenen Gemeinderäte und Parlamente in Deutschland geschickt wurde

Letter of the Association of Palestinian Local AuthoritiesAPLA

Sie auch den Artikel Einschüchterung und Hexenjagd

Aufruhr gegen Trump

Knut Mellenthin, jungewelt.de

Weltweit Demonstrationen gegen Entscheidung des US-Präsidenten, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen

Bereits im Januar diesen Jahres gab es deutlichen Protest
gegen Trumps Politik

Die Proteste gegen die US-amerikanische Unterstützung für Israels Annexionspolitik hielten auch am Wochenende an. Brennpunkte waren am Sonntag neben dem besetzten Westjordanland und Ostjerusalem auch Beirut und Jakarta. In der indonesischen Hauptstadt demonstrierten 10.000 Menschen vor der US-Botschaft.

In Beirut versuchten mehrere tausend Demonstranten, darunter viele Palästinenser, zur diplomatischen Vertretung der Vereinigten Staaten vorzudringen, die von der Polizei im Umkreis von drei Kilometern durch Barrikaden und Stacheldraht abgesperrt worden war. Die Beamten setzten Tränengas und Wasserwerfer ein, um die protestierende Menge aufzulösen...

Zum vollständigen Artikel

Sie auch die Artikel:
Armageddon? Die evangelikalen Kräfte hinter Trumps Jerusalem-Rede und
Wessen Idee setzt Donald Trump um?

Michael Flynns Anklageschrift entlarvt Kollusion des Trump Teams mit Israel, nicht mit Russland

Max Blumenthal

Michael Flynn
Jetzt erweist sich Flynn als peinlich für die Pro-Israel-Lobby.

Das FBI hat ermittelt, dass Flynn den russischen Botschafter in Washington beeinflussen sollte, um Russlands Veto gegen die Verab­schiebung einer Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen einzulegen, die das Wachs­tum der illegalen Siedlungen Israels verurteilt. Und er tat dies auf Befehl von Jared Kushner, dem Schwiegersohn Trumps und Nahost-Mann fürs Grobe, der selbst im Auftrag des israelischen Premier­ministers Benjamin Netanyahu handelte.

Als der Kongress Robert Mueller und sein Anwaltsteam ermächtigte, "Verbindungen und/oder Koordination zwischen der russischen Regierung und Personen, die mit der Kampagne von Präsident Donald Trump in Verbindung stehen", zu untersuchen, merkten die Gegner des Präsidenten, dass früher oder später harte Beweise für Trumps illegale Kooperation mit der russischen Regierung auftauchen würden.

Sieben Monate später, nach drei Anklagen, die zu wenig, oder nichts, führten, um die Verschwörung zu bestätigen, lies Mueller den ehemaligen Berater des Nationalen Sicherheitsrates Michael Flynn, vor ein Bundesgericht zitieren: er hatte das FBI angelogen. Die Russland-Untersuchung hatte endlich einen großen Fisch gefangen.

Als die Details der Anklage gegen Flynn in der Presse erschienen, wurde die Bombe jedoch als ein weiterer Blindgänger entlarvt. Zum Entsetzen vieler Trump-Gegner, zeigte Flynns Anklageschrift nichts über eine Absprache mit Russland. Stattdessen untergrub die Anklageschrift die russische Erzählung, während sie eine andere, viel unbequemere ausländische Macht in eine Verschwörung verwickelt war, um sich in die amerikanische Politik einzumischen.

Zum vollständigenArtikel in altnet.org [EN]

„Ein Gespenst geht um in Deutschland“

Vortrag von Abraham Melzer am 30.11.17 in Stuttgart bei der Veranstaltung zur Vorstellung seines Buches „Die Antisemitenmacher – Wie die neue Rechte Kritik an der Politik Israels verhindert“

Veranstaltung mit Abraham Melzer in Stuttgart
Anschließend an seinen Vortrag, las Abraham Melzer aus seinem Buch. Die Veranstaltung war gut besucht und viele seiner Bücher wurden verkauft.
Rechts Oben: Abraham Melzer und Karin Gerster, vom Palästinakomitee Stuttgart, die unseren Gast vorstellte und die anschließende Diskussion moderierte.

Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst des BDS. Aber keiner weiß wer und was BDS ist. Für einige sind Charlotte Knobloch, Volker Beck, Uwe Becker, Henryk M. Broder und andere die Gespenster und für diese ist es die BDS-Bewegung. Alle Mächte haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dieses unbekannte Gespenst verbunden – Bürgermeister, Stadtparlamente, Gemeindevorsitzende, Parteien, Kirchen und der Zentralrat der Juden. Der Papst ist diesmal nicht dabei und auch Bischof Tutu nicht, dafür aber Benjamin Netanjahu, die deutschen Antideutsche, französische Radikale und holländische Rechte.

Es ist an der Zeit, dass die BDS-Aktivisten ihre Ziele und Anschauungen, ihre Zwecke und ihre Tendenzen vor der ganzen Welt offen darlegen und mit dem Märchen vom Gespenst, das BDS heißen soll, ein Ende machen. Schluss machen mit dem falschen und lächerlichen Vorwurf, dass BDS antisemitisch sei und die BDS-Bewegung aus lauter Antisemiten besteht.

München, Frankfurt, Köln und andere Städte in Deutschland wollen sich der historischen Verantwortung stellen, weil sie einst ganz offiziell „kauft nicht bei Juden“ gefordert haben und Juden mordeten, nur weil sie Juden waren. Aber sie sind dabei wieder das Falsche zu machen. Wenn sie damals angeblich semitische Juden verfolgten und demütigten, wollen sie heute moslemische Semiten verfolgen und demütigen, die ihnen, genauso wie die Juden, nichts getan haben, es sei denn, sie dabei stören den Juden als Reparation arabisches Land zu schenken. Das ist der berühmt berüchtigte Versuch Unrecht mit noch mehr Unrecht zu tilgen...

Zum vollständigenVortrag

Das Buch ist im Westend Verlag erschienen

Volkshochschule Heidelberg: Antisemitismus-Vorwurf "abstrus"

Anica Edinger, Rhein-Neckar-Zeitung, 27.11.17

Junges Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft übt Kritik an Jeff Halpers Auftritt - Er unterstütze anti-israelische Kampagne - VHS weist Vorwürfe zurück.

Das Junge Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Heidelberg hat der Volkshochschule (VHS) ein Ultimatum gestellt: Bis zum vergangenen Donnerstag, 15 Uhr, hatten die Verantwortlichen Zeit, eine Veranstaltung am Montag abzusagen: Um 19.30 Uhr referiert Jeff Halper, israelischer Friedensaktivist und Gründer des Israelischen Komitees gegen Hauszerstörungen (ICAHD), auf Einladung der Heidelberger Palästina-/Nahost-Initiative in der VHS. Dass Halper dort spricht, ist laut dem Jungen Forum "erschreckend und enttäuschend", wie sie in einem offenen Brief schreiben. Der Referent sei ein bekannter Vertreter der BDS-Kampagne - BDS steht für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen - gegen Israel. Diese "richtet sich gegen die israelische Gesellschaft als Ganzes und hat das Ziel, Israels Existenzberechtigung als souveränen Staat infrage zu stellen", heißt es.

"BDS knüpft gewollt oder ungewollt an die antisemitischen Aktionen gegen Juden vor und während der NS-Zeit an." Da die Kampagne, die Halper unterstütze, klar antisemitisch sei, müsse die VHS die Veranstaltung absagen.

Nur: Die Volkshochschule denkt gar nicht daran. Für Direktorin Silke Reck handelt es sich bei dem Brief des Forums um den Versuch, die VHS inhaltlich in einen Konflikt hineinzuzwingen, der auf ganz anderer Ebene spiele...

Zum vollständigen Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung

Wie Israel aus Palästina das größte Gefängnis der Welt gemacht hat

Interview mit Ilan Pappé, Middle East Eye, 24.11.17

Interview mit Ilan Pappé über sein im Sommer 2017 erschienenes Buch "The Biggest Prison on Earth: A History of The Occupied Territories".

Ilan Pappé ist einer der Autoren, die dieses Jahr mit dem Palestinian Book Award ausgezeichnet wurde. Am vergangenen Freitag, 24. November, überreichte Manuel Hassassian, der palästinensische Vertreter in England, dem an der Universität Exeter lehrenden Historiker den Lifetime Achievement Award. Zuvor hatte Mustafa Abu Sneineh von der online-Zeitung Middle East Eye den Historiker aus Haifa interviewt.

Zum vollständigen Interview

Meinungsfreiheit nur für Israel-Freunde, ansonsten Zensur?

Rolf Verleger, rubikon.news, 25.11.17

Es ist an der Zeit, den Verleumdern und ihren Verleumdungen entgegenzutreten.

Ich möchte in diesem Beitrag den Hintergrund darstellen, warum das neue Buch von Abraham Melzer „Die Antisemitenmacher“ (1) wichtig ist und weswegen die Konferenz „Zur Zeit der Verleumder“ am 10. Februar in Berlin stattfinden wird (2).

Durch die Errichtung des Britischen Völkerbundmandatsgebiets Palästina 1922 mit dem Ziel der Errichtung einer "nationalen Heimat für das jüdische Volk" verlor die einheimische Bevölkerung Palästinas die Aussicht auf politische Selbstbestimmung. Dieser Verlust wurde besiegelt, als sich als Resultat des Mandats 1948 Israel gründete. Dabei flohen über 700.000 Palästinenser oder wurden vertrieben; sie wurden von Israel enteignet und mit Gewalt daran gehindert, an ihre Wohnorte und zu ihrem Besitz zurückzukehren.

Aus dieser Notgeburt in Unrecht auf geraubtem Land und dem sich daraus notwendig ergebenden Gefühl, nicht in Frieden leben zu können, leitet die regierende Mehrheit des heutigen Israels das Recht ab, im Jordan-Westuferland seit der Besetzung 1967 mit Militärrecht durchzuregieren und weiter Stück für Stück Land zu konfiszieren und in Gasa die Bevölkerung schlicht einzusperren und ins Elend zu stürzen...

Zum vollständigen Artikel

Brief an den Stadtrat München

BNC, Ramallah, 21.11.17

Das BDS National Committee (BNC), das breiteste Bündnis der palästinensischen Zivilgesellschaft, grüsst Sie aus Ramallah im israelisch besetzten Westjordanland. Gleichzeitig bedauern wir zutiefst den unerfreulichen Anlass dieses Schreibens.

Der von Ihnen diskutierte Antrag erhebt den schwerwiegenden Vorwurf des Antisemitismus gegen unsere Menschenrechtsbewegung und sieht vor, gegen Personen und Organisationen, die unsere Bewegung in der Stadt München unterstützen Sanktionen einzuleiten. Als direkt Betroffene erwarten wir im Namen von Fairness, dass Sie unserer Stellungnahme zu diesem Vorwurf Aufmerksamkeit schenken und diesen Antrag nicht unterstützen:

1. Der Ihnen vorliegende Antrag verschweigt, dass die Definition des Begriffs “Antisemitismus”, welche der Verurteilung der BDS- Bewegung zugrunde liegt, von der EU-Agentur für Grundrechte abgelehnt wird...

Vollständiger Brief

Historisches US-Gesetz würde Finanzhilfe für Israel verbieten, die dazu benutzt wird, palästinensische Kinder zu misshandeln

Nora Barrows-Friedman, electronicintifada.net, 14.11.17

Zehn Kongressmitglieder unterstützen eine Gesetzesvorlage, die es den USA verbieten würde, Menschenrechtsverletzungen, die vom israelischen Militär an palästinensischen Kindern begangen werden, finanziell zu unterstützen.

Das „Gesetz zur Förderung der Menschenrechte durch die Beendigung militärischer Haft palästinensischer Kinder“ (Promoting Human Rights by Ending Military Detention of Palestinian Children Act*) ist das allererste Gesetz, das den Schwerpunkt auf die Menschenrechte palästinensischer Kinder legt, als Bedingung für die Unterstützung der USA, sagen Aktivisten...

Vollständiger Artikel (Übersetzt ins Deutsche)

Legende und Wahrheit

Hanspeter Gysin, palaestina-info.ch, November 2017

Der „Gründungsmythos“ Israels stützt sich im Kern auf die Behauptungen, die UNO habe mit der Resolution 181 grünes Licht für die Gründung Israels in seiner aktuellen Form gegeben und ein Krieg sei unabwendbar gewesen, weil die arabischen Nachbarländer am 15. Mai 1948 den eben gegründeten Staat überfallen hätten. Ein kritischer Blick auf weit verbreitete Interpretationsmuster.

Selbst in öffentlichen Stellungnahmen, welche Rechte für die PalästinenserInnen einfordern, kommen erstaunlich oft diese Stereotype aus der zionistischen Geschichtsschreibung vor. Dabei gibt es mehrere wissenschaftliche Arbeiten, welche diese gründlich widerlegen...

Vollständiger Artikel

Israel lässt sich von US-Anwaltskanzlei im Kampf gegen BDS-Aktivisten in Europa und Nordamerika helfen

Chaim Levinson und Barak Ravid, Ha’aretz 25.10.2017 via der Jüdisch‑Palästinensischen Dialoggruppe

Die Regierung lässt sich nach Dokumenten, die Ha'aretz zugänglich sind, heimlich von einer US-amerikanischen Anwaltskanzlei im Kampf gegen BDS (Boykott, Investitionsentzug und Sanktionen) in Europa, Nordamerika und andernorts helfen.

Die Regierung hat die Kanzlei >Sidley Austin beauftragt, rechtliche Möglichkeiten vorzubereiten und Gerichtsverfahren abzuwickeln. Das Justizministerium und das Ministerium für Strategische Angelegenheiten haben es abgelehnt, die Natur dieser Aktivitäten offenzulegen, für die der Staat im Lauf der letzten zwei Jahre viele hunderttausend Dollar gezahlt hat. Die Ministerien bezeichnen die Aktivitäten als „diplomatisch extrem sensibel".

Vor etwa zwei Jahren verpflichtete das Sicherheitskabinett das Ministerium für Strategische Angelegenheiten zur Koordinierung des Kampfes gegen „Delegitimierung" und bestimmte größere Mittel für diese Bemühungen. Das Ministerium für Strategische Angelegenheiten überweist einen Teil des Geldes über das Außenministerium an verschiedenen Orten weltweit und einen anderen Teil an jüdische Organisationen im Ausland für Öffentlichkeitsarbeit an Campussen und anderen Orten.

Aber auch das Ministerium für Strategische Angelegenheiten operiert in dieser Sache auf eine Art, die es nicht öffentlich bekannt gemacht hat. In der Vergangenheit hat der Generaldirektor des Ministeriums Sima Vaknin der Knesset mitgeteilt, dass es damit befasst sei „geheimdienstliche Informationen zusammenzutragen und anzugreifen" (gathering intelligence and attacking).

Im Laufe des letzten Jahres hat Anwalt Itay Mack Regierungsministerien gebeten, im Namen von Menschenrechtsaktivisten Informationen über alle mit ausländischen Organisationen unterzeichneten Vereinbarungen einzuziehen, die an Anti-BDS-Aktivitäten beteiligt sind. Das Außenministerium sagte, es hätte keine solchen vertraglichen Verpflichtungen, aber das Justizministerium stellte zensierte Dokumente zur Verfügung.

Mehr.

Veranstaltung am 10.11.2017 zur Balfour-Erklärung in Stuttgart

Balfour-Veranstaltung

In seinem Vortrag zum 100. Jahrestag der Balfour-Erklärung in Stuttgart am 10.11.17, der mit zahlreichen BIldern illustriert war, beleuchtete unser derzeitiger Vorsitzender Ian Portman die Hintergründe des Zustandekommens der Balfour-Erklärung vor 100 Jahren und was daraus geworden ist.

Einige Besucher waren überrascht zu erfahren, wie sich christlicher Zionismus im protestantischen Europa und besonders in Großbritannien, schon ziemlich früh entwickelt hatte und einen politischen Einfluss gewann. Nach der Theorie des christlichen Zionismus verschiedener evangelikaler Strömungen, müssten sich die Juden in Palästina sammeln und konvertieren, um die Bedingungen für das prophezeite zweite Erscheinen des Messias zu ermöglichen. Dies bewirkte in verschiedenen britischen Regierungen ein zunehmendes Interesse am "heiligen Land".

Außerdem erläutete Ian Portman die Machtpolitik des imperialen Britanniens, die plante, eine Eisenbahn von Palästina nach Indien zu bauen, und einen geopolitischen Imperativ sah, die Kontrolle über den Suezkanal zu behalten und ihn vor anderen Mächte zu schützen. Die Tatsache, dass nur eine sehr kleine jüdische Minderheit weltweit den Zionismus unterstützte und dass die Mehrheit, die gut in ihre jeweiligen Gesellschaften integriert war, hielten den Traum von einer sogenannten "Rückkehr" nach Palästina für Unsinn, oder sogar Gotteslästerung. Einige Zuhörer waren auch empört zu hören, wie die zionstischen Aktivisten um Chaim Weizmann Balfour und andere britische und amerikanische Politiker angelogen hatten, um ihre zionistische Kolonialprojekt zu realisieren. Das jüdische Mitglied im britischen Kriegskabinett, Sir Edwin Montagu, warf der Regierung Antisemitismus vor und sagte vorraus, dass dieses Projekt den Antisemitismus künftig stark befeuern würde.

Die Balfour-Erklärung selbst, die "die Unterstützung der britischen Regierung für eine Heimatstätte für das jüdische Volk in Palästina" versprach, wurde möglich, weil die Briten das Gebiet des zerfallenen Osmanischen Reichs erorberten. Sie nahmen dafür die Hilfe der Araber der Region in Anspruch, die mit ihnen mitkämpften, denn die imperiale Administration Großbritanniens hatte ihnen einen arabischen Staat in Teilen des Osmanischen Reichs versprochen, der nie zustande kam.

Der Vortrag basierte auf einer Recherche, aus der ein 64-seitige Info-Schrift erarbeitet wird. Diese wird in Kürze zur Verfügung stehen. Den Veranstaltungsbesuchern haben wir sie in einem 4-seitigen Flyer vorgestellt.

Flyer zur Info-Schrift

Israelisches Militär unterdrückt Proteste zum 100. Jahrestag der Balfour-Erklärung

maannews.com, 02.11.17

Proteste in Betlehemn
Proteste in Betlehemn

Artikel (engl.) und Bilderstrecke

Der Brief mit seinen fatalen Folgen

Heiko Flottau, Journal21.ch, 02.11.17

Vor 100 Jahren erklärte der britische Aussenminister Lord Arthur Balfour, sein Land werde die Gründung einer jüdischen „Heimstatt“ in Palästina befürworten.

Es war ein denkwürdiges Dokument, das der britische Aussenminister Balfour vor einhundert Jahren, am 2.November 1917, an seinen adeligen Kollegen, den jüdischen Bankier Lord Rothschild sandte. Die Regierung Seiner Majestät, schrieb Balfour sehe „mit Wohlwollen“ die Errichtung einer „Heimstatt“ für das jüdische Volk in Palästina.

(...) Diese Erklärung des britische Lords hat sich als multiple Zeitbombe erwiesen...

Zum vollständigen Artikel Artikel.

Offener Brief an Boris Johnson

Am 100. Jahrestags der Balfour-Erklärung veröffentlichte die Palästinensische Solidaritätskampagne (Palestine Solidarity Camgaign PSC) diesen offenen Brief an den derzeitigen Außenminister Großbritanniens Boris Johnson in der Zeitung The Guardian.

Brief an Boris Johnson

Darin wird eine Entschuldigung gefordert für das daraus entstandene Unrecht und der Einsatz der Regierung Großbritanniens heute, für die Herstellung der Rechte des palästinensischen Volkes. Außerdem wird zu einer Demonstration aufgerufen.

Zur Website PSC.

Veranstaltungsraum in München gekündigt

Ein jüdischer Publizist und Verleger darf in München nicht öffentlich auftreten.

Fuad Hamdan, 22.10.17

Die Veranstaltung mit Abrham Melzer am 24.10.17 zum Thema: "Freie Meinungsäußerung in Deutschland. Am Beispiel wie Kritik an Israel von Städten und Gemeinden verhindert wird". entfällt.

Uns wurden die Räumlichkeiten der Veranstaltung aufgrund starken Drucks seitens jüdischer Kreise in München gekündigt. Ein jüdischer Publizist und Verleger darf in München nicht öffentlich auftreten. Wir werden alles versuchen, dass Abraham Melzer in München doch öffentlich reden darf.

Protest gegen die Militärmesse ITEC in Stuttgart

Widerstand gegen die geplante Ausrüstung der Bundeswehr mit israelischen Kampfdrohnen

Stuttgart, 18.10.17

Protest gegen die ITEC Rüstungsmesse in Stuttgart

Kriegsroboter wie zum Beispiel Drohnen sind brandgefährlich, der Astrophysiker Stephen Hawking sieht darin eine der größten Bedrohungen für die Menschheit. Für die Palästinasolidarität ist dieses Thema zentral, denn der Staat Israel setzt bei der Unterdrückung der Palästinenser soweit möglich auf Automaten, wie etwa die Drohnen im Gazastreifen. In der Drohnenproduktion ist die israelische Kriegsindustrie weltweit führend. Die deutschen Militärs machen sich die Erfahrungen israelischer Militärs beim Einsatz der Roboter zunutze und wollen die Anschaffung der israelischen Kampfdrohne Heron TP durchsetzen.

Protest gegen die ITEC Rüstungsmesse in Stuttgart
Protest gegen die ITEC Rüstungsmesse in Stuttgart

Leider beteiligen sich auch Stuttgarter Institutionen am Geschäft mit der automatisierten Kriegsführung. Die Stuttgarter Messegesellschaft genehmigte die Veranstaltung der Rüstungsmesse ITEC im Mai 2018 auf dem Gelände. Seit dies bekannt ist, laufen dagegen Protestaktionen in Stuttgart und Region. Auch der Aufsichtsrat der Messegesellschaft wurde am Mittwoch, 18. Oktober 2017, mit dem Protest konfrontiert. Das Palästinakomitee Stuttgart beteiligte sich mit dem Hinweis auf die geplante Anschaffung einer israelischen Kampfdrohne für die Bundeswehr. Selbstverständlich solidarisieren wir uns mit der Forderung "NoITEC - Keine Militärmesse in Stuttgart". Die Stuttgarter Zeitung berichtete über die Aktion.

Zum Artikel in der Stuttgarter Zeitung.

Österreichs Neonazis finden Freunde in Israel

Ali Abunimah, electronicintifada.net, 16.10.17

Der Botschafter Österreichs in Tel Aviv, sieht nichts Falsches daran, wenn arabische Parteien aus Israels Regierung ausgeschlossen werden, während sein Land, gerade dabei ist Neonazis in Wien an die Macht zu bringen. Dies ist ein bemerkenswertes Beispiel für rassistische Werte, die von europäischen und israelischen Eliten geteilt werden. Genau wie in Deutschland, gibt es klare Zeichen für die Verbindung zwischen der äußersten Rechten Österreichs und Israels.

Letzte Woche erklärte der Vorsitzende der Arbeitspartei Avi Gabbay, dass er keine Koalition eingehen würde in der Mitglieder der Vereinigten Liste vertreten sein würden. Die Vereinigte Liste ist eine Gruppierung, die hauptsächlich aus palästinensischen Bürgern Israels besteht. „Wir werden keine Regierung mit der Vereinigten Liste teilen – Punkt“, sagte Gabbay. „Das muss klar sein“.Der Vorsitzende der Vereinten Liste, Ayman Odeh, verurteilte Gabbays Rassismus. „Jemand der arabische Bürger und deren gewählte Vertreter nicht als legitime Gruppierung betrachtet, stellt keine wirkliche Alternative zur Rechten dar“, sagte Odeh...

Zum vollständigen Artikel.

Palästina und Israel: Die Zweistaatenlösung ist tot

Meron Rapoport, diefreiheitsliebe.de, 17.10.17

Was verbindet einen israelischen rechtsaußen Koalitionspartner und den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas? Die Erkenntnis, dass die Zweistaatenlösung durch die Realität eines einzigen Staates gefressen wurde. Und dieser eine Staat wird kein demokratischer sein, vielmehr wird das Apartheidsregime zur offziellen Politik der israelischen Regierung...

Zum vollständigen Artikel.

Schlägertypen bei Buchvorstellung am 13. Oktober 2017 in Frankfurt

Ernst Schwarz, Kopi, 14.10.17

Palästina, Vertreibung, Krieg und Besatzung: Annette Groth, Norman Paech, Richard Falk

Gestern, am 13.10.17 gab es in der Internationalen Buchhandlung Südseite (Kaiserstraße 55, 60329 Frankfurt am Main, Nähe Hbf) eine Lesung von Annette Groth (die Linke) aus dem Buch "Palästina – Vertreibung, Krieg und Besatzung" (Neu im Papyrossa-Verlag). Die knapp dreißig Besucher diskutierten anschließend angeregt mit Annette Groth sowie Papyrossa-Verlagsleuten und dem Betreiber der Buchhandlung, Dr. Giuseppe Zambon.

Plötzlich stürmten zwei junge Männer in den Laden, einer schlug (mit einer Bierflasche?) offenbar von innen gegen die Schaufensterscheibe und riss u.a. ein Plakat herunter. Das Plakat mit der Ankündigung für die für heute abend geplante Lesung mit Fariss Wogatzki, der sein Buch „MÖGE KEINER SAGEN, ER HÄTTE ES NICHT GEWUSST!“ (Zambon-Verlag) vorstellen wird.

Den Besuchern der Lesung gelang es, die beiden heftig sich wehrenden Männer sogleich festzuhalten und der Polizei, die nach ca. 10-15 Minuten eintraf, zu übergeben. Die Beschuldigung lautet Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

Liebe Leute, ich hoffe, Sie können diese Mail noch rechtzeitig lesen und so kurzfristig disponieren. Ich bitte Euch und Sie dringend, heute abend um 19h (möglichst schon um 18h30) zur genannten Lesung zu kommen. Den Palästinenserfeinden in dieser Stadt darf es nicht gelingen, unsere Solidarität mit dem palästinensischen Volk zum Schweigen zu bringen. Ich bitte auch um Solidarität mit 1. dem Zambon-Verlag, der neben anderen Büchern (Belletristik usw.) seit Jahrzehnten immer wieder in seinen Veröffentlichungen den Imperialismus bloßstellt und anklagt, sowie 2. der Internationalen Buchhandlung Südseite, die mit ihrem hervorragenden Sortiment in vielen Sprachen ein Lichtblick und kulturelles Kleinod und neben der geballten organisierten Kriminalität der benachbarten Bankentürme unser (nur äußerlich kleiner) Leuchtturm der Aufklärung und der Freundschaft mit den unterdrückten Massen aller Länder ist. Wir können uns freuen, dass es so etwas in Frankfurt gibt. Es kann uns daher nicht egal sein, ob so ein Verlag und eine solche Buchhandlung, um die uns andere Städte beneiden, attackiert werden. Lasst uns auf die gewalttätigen Angriffe und Verleumdungen solidarisch antworten mit vermehrten, wiederholten Besuchen und der weiteren Verbreitung dieser Infos. Solidarität hier und heute!
Herzliche Grüße, Ernst Schwarz, Kopi

Infos zum Buch von Fariss Wogatzki „MÖGE KEINER SAGEN, ER HÄTTE ES NICHT GEWUSST!“. Lesung am Samstag, 14. Oktober 19h (möglichst schon um 18h30 da sein) in Frankfurt in der Internationalen Buchhandlung Südseite, Kaiserstraße 55, 60329 Frankfurt am Main, Nähe Hbf

Recht und Pflicht der Palästinenser zum Widerstand

Gideon Levy, der-semit.de, 11.10.17

Stellt Euch vor, Ihr seid die Palästinenser. Vielleicht Einwohner von Ost-Jerusalem. Siebenundvierzig schwierige Jahre liegen hinter Euch; vor Euch liegt eine große, bedrückende Dunkelheit. Die israelische Tyrannei, die Euch ein böses Schicksal bereitet, erklärt arrogant, dass alles immer so bleiben wird. Eure Stadt werde „für immer und ewig“ unter Besatzung bleiben. Der Verteidigungsminister, der zweitwichtigste Mann in der Regierung, die Euch unterdrückt, sagt, ein palästinensischer Staat werde niemals errichtet werden.

Stell Dir vor, Du bist Palästinenser und Deine Kinder sind in Gefahr. Vor zwei Tagen haben Besatzungskräfte ein anderes Kind getötet, weil es „eine Brandbombe gezündet“ hätte. Die Worte „Tod den Arabern“ sind in der Nähe Deines Hauses gesprayt. Wo Du auch hingehst, darf ein Grenzpolizist auf Dich schießen. Jede Nacht können sie in Dein Heim brutal einfallen.

(...) Stell Dir vor, Du bist Palästinenser. Du hast jedes Recht Widerstand zu leisten. Das ist in der Tat Eure zivile Pflicht. Da gibt es keine Diskussion. Das Recht eines besetzten Volkes gegen die Besatzung Widerstand zu leisten, ist im Naturrecht sicher gestellt, in den Moralvorstellungen der Geschichte, und im Völkerrecht...

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Verwaltungsgericht Frankfurt entscheidet gegen die Stadt: Melzer darf „Die Antisemiten-Macher“ vorstellen!

Ludwig Watzal, der-semit.de, 10.10.17

Abraham Melzer
Abraham Melzer

Soeben hat das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main in der Sache „Saallbau GmbH“ vs. Abraham Melzer für letzteren entscheiden. Der Frankfurter Magistrat, der über diesen städtischen Betrieb wacht, hatte dem jüdischen Verleger und Autor, obgleich er einen ordnungsmäßen Vertrag mit „Saalbau“ abgeschlossen hatte, plötzlich gekündigt. Die Stadt wollte Melzer sein Recht auf Meinungs- und Redefreiheit beschneiden. Daran ist zuletzt der Gasteig gegen die Deutsch-Israelin Judith Bernstein in München gescheitert...

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Die Antisemitenmacher von Abraham Melzer

Das Buch kann beim Westend Verlag bestellt werden.

Frankfurt schafft während der Buchmesse die Meinungsfreiheit ab

nachdenkseiten.de, 05.10.17

Es gibt Dinge, die sind so skurril, dass man sie auf den ersten Blick gar nicht glauben mag. Da schreibt der in Israel aufgewachsene Publizist Abraham Melzer ein vom Frankfurter Westend Verlag herausgegebenes Buch mit dem Titel „Die Antisemitenmacher“ (die NachDenkSeiten brachten am Sonntag dazu eine Rezension), in dem er die immer stärker um sich greifende Praxis kritisiert, legitime Kritik an der Politik Israels unter dem Vorwand der Antisemitismusbekämpfung zu unterbinden...

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"Die Antisemitenmacher" - Ein wichtiges Buch

freitag.de, Blog-Beitrag aus der Freitag-Community, 04.10.17

Buchvorstellung Statt über Antisemitismus müssen wir über die völkerrechtswidrigen Teile der Politik Israels reden, meint Abraham Melzer. Politik und Medien aber hätten Angst davor

Da funktioniert bei Vielen die Schere im Kopf. Da leuchten rote Warnlichter auf. Wer Kritik – sei diese auch noch so berechtigt, sachlich vorgebracht und fundiert – an der Politik der israelischen Regierung übt, gerät ziemlich sicher rubbeldiekatz in Teufels Küche. Das gilt besonders für Journalisten und Politiker. Wer sich diesbezüglich gewissermaßen vermault, bekommt auf den Hut. Und an diesem pappt – so schnell können die Betreffenden gar nicht gucken – die Bezeichnung „Antisemit“. ...

Zum vollständigen Artikel freitag.de.

Abraham Melzer darf nicht lesen

Marie-Sophie Adeoso, Frankfurter Rundschau

Die Saalbau storniert einen Mietvertrag für eine Lesung des Publizisten Abraham Melzer in Frankfurt. Hintergrund ist ein Beschluss des Stadtparlaments, dem Antisemitismus in der Stadt keinen Raum zu geben.

Abraham Melzer
Maulkorb verpasst: Abraham Melzer

Die Saalbau Betriebsgesellschaft hat den Mietvertrag für eine Lesung des deutsch-israelischen Publizisten Abraham Melzer storniert. Der 72-Jährige hatte kommende Woche sein Buch „Die Antisemitenmacher“ im Bürgerhaus Gallus vorstellen wollen. „Nach eingehender Recherche über die Inhalte der Buchvorstellung kann die Veranstaltung am 13. Oktober im Saalbau Gallus nicht stattfinden“, teilte die Tochtergesellschaft der ABG Frankfurt Holding Melzer nun in einem kurzen Schreiben mit, das der FR vorliegt.

Die Saalbau bezieht sich dabei auf den vergangene Woche im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtparlaments gefällten Beschluss, „Antisemitismus keinen Raum geben“ und im Speziellen der Israel-Boykott-Bewegung „BDS“ keine Räume mehr vermieten zu wollen. ABG-Geschäftsführer Frank Junker sagte der FR, die Absage sei auf diese Beschlussfassung der Stadt zurückzuführen. „Wir wollen nicht, dass Räume der Stadt von Personen genutzt werden, die antisemitische Gruppierungen unterstützen.“ Melzer, der die Lesung nicht im Namen der BDS angemeldet hatte, habe durch sein Auftreten im Ausschuss verdeutlicht, dass er bei der Buchvorstellung Positionen der BDS unterstützen werde, so Junker.

Mehr in der Frankfurter Rundschau.

Eine neue Antisemitismus-Definition und die alten Ängste und Vorurteile der SPD

Abi Melzer, der-semit.de, 02.10.17

Buchempfehlung: Die Antisemitenmacher Wie die neue Rechte Kritik an der Politik Israels verhindert von A. Melzer Westend Verlag

Die Antisemitenmacher, von Abraham Melzer
Dem Autor wurde kurzfristig der Raum entzogen um sein Buch in Frankfurt am 13.10.17 vorzustellen. Protest-Mails an Uwe.Becker@stadt-frankfurt.de (Bürgermeister) und den Saal-
vermieter R.Lenzbauer@saalbau.abg-fh.de

„Der Vorwurf des Antisemitismus ist in letzter Zeit zur billigen Münze verkommen“, schreibt der ehemalige linke Bundestagsabgeordnete Norman Paech. Die BILD-Zeitung berichtet, dass es immer mehr antisemitische Delikte gibt, obwohl der offizielle Bericht des Bundesministeriums des Inneren „Antisemitismus in Deutschland“, ein Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, genau das Gegenteil sagt. Wenn es 2014 in Deutschland 1596 antisemitische „Straf- und Gewalttaten“ gab, so waren es 2015 „nur“ noch 1366, und wenn man die Zahl der Gewalttaten betrachtet, dann waren es 2014 insgesamt 44 Gewalttaten, 2015 aber nur 36. Da fragt man sich, woher die BILD-Zeitung und andere Tageszeitungen und insbesondere der Zentralrat der Juden in Deutschland, der von einem Ansteigen von antisemitischen Delikten spricht, die Chuzpeh nehmen, die Bevölkerung so falsch zu informieren.

Und wenn man Straftaten im Zusammenhang mit dem „Israel-Palästina-Konflikt“ betrachtet, dann waren es, nach Angaben des o.g. Expertenkreises im Jahre 2009 (Gazakrieg!) 350 Straftaten und 2014 (Gazakrieg!) sogar 575 aber in den Jahren 2003 bis 2013 bewegte sich die Zahl zwischen 38 (2007) und 116 (2006) eher im Bereich deutlich unter 100. Und weiter teilen uns die Experten mit, dass unter der Gesamtzahl von Straftaten im Themenfeld „Israel-Palästina-Konflikt“ nur ca. ein Drittel antisemitisch zu bewerten sind.

Was soll überhaupt diese sogenannte Arbeitsdefinition des Antisemitismus? (...) Wozu brauchen wir eine solch banale, primitive und überflüssige Definition? Müssen wir auch definieren was Rassismus ist? Wann ist jemand ein Rassist? Jeder weiß, dass die Benachteiligung von Schwarzen in den Südstaaten der USA Rassismus war, so wie die Nürnberger Gesetze in Deutschland rassistisch waren...

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Schlüssel der Rückkehr in Edinburgh

Aktion am 24. September 2017 vor der St. Mary's Cathedral in Edinburgh. Auch Bishopf John Arms und Probst John Conway nahmen teil. Die Aktion soll monatlich an jedem 24. an unterschiedlichen Orten wiederholt werden. Unten rechts: Der Schlüssel der Rückkehr über dem Tor zum Aida-Flüchtlingslager bei Bethlehem.

Deutschlands neue Nazis sehen in Israel ein Vorbild

Ali Abunimah, electronicintifada.net

"Unglücklicherweise sind unsere schlimmsten Befürchtungen wahr geworden", sagte Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, am Sonntag über den Erfolg der AFD bei den Bundestagswahlen in Deutschland. Die AFD, die extreme nationalistische Partei, die unter ihren deutschen Initialen bekannt ist, hat beinahe 100 Sitze im deutschen Bundestag gewonnen. "Eine Partei, die Rechtsaußen-Ansichten in ihren Reihen duldet und zum Hass gegen Minderheiten aufstachelt, ist in unserem Land nicht nur in fast allen Länderparlamenten, sondern auch im Bundestag vertreten", sagte Schuster.

Beatrix von Stroch, für die AFD im EU-Parlament, vergleicht deren deutschen Nationalismus mit Israels zionistischer Ideologie

Die Partei ist berüchtigt dafür, alle Arten von Rassisten und Extremisten zu beherbergen, einschließlich Apologeten der deutschen Kriegsgeschichte und Holocaust-Revisionisten.

Es war eine Katastrophe, die die deutschen etablierten Politiker kommen sahen. Außenminister Sigmar Gabriel warnte zu Beginn des Monats, dass, wenn die AFD beim Urnengang erfolgreich sein würde, "wir zum ersten Mal seit dem Ende des 2. Weltkriegs wirkliche Nazis im deutschen Reichstag haben werden".

Deutschland braucht zwar keine Nachhilfe in Sachen Rassismus, aber diese Katastrophe kann auch teilweise führenden Politikern in Israel und ihren Unterstützern zugeschrieben werden: Über Jahre haben diese gemeiname Sache mit der europäischen extremen Rechten gemacht, haben Muslime dämonisiert als fremde Invasoren, die zurückgewiesen oder sogar vertrieben werden müssten, um die mythische europäische Reinheit zu erhalten.

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Vorgeschobener Antisemitismusvorwurf

Donnerstag, 28.09.2017, 14:03 Uhr

Das Münchner Kulturzentrum Gasteig hat fristlos den Vertrag für den Jerusalem-Vortrag von Judith Bernstein, Sprecherin der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe, gekündigt.

Der in München lebenden Tochter von Holocaust-Überlebenden wird ein Maulkorb verpasst, weil sie für den palästinensischen Befreiungskampf eintritt. Die Veranstalter gehen gerichtlich und mit einer Protesterklärung dagegen vor.

Verwahrung gegen Unterstellungen

In der Protesterklärung, die von Kulturschaffenden, Anwälten, Schriftstellern und anderen unterzeichnet wurde, heißt es: "Wir protestieren gegen die Unterstellung, hinter der Kritik an der israelischen Regierung verberge sich in Wahrheit eine antisemitische Gesinnung.

Wir verurteilen Rassismus, Nazi-Terror und Antisemitismus. Wir bejahen das Existenzrecht des Staates Israel. Wir wehren uns dagegen, mit Juden-Hassern und Rassisten in einen Topf geworfen zu werden, weil wir uns auch für das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser einsetzen."

Zum vollständigen Artikel in Rote Fahne

Beweismaterial für israelische Apartheid, Plünderung und Mord dem Gerichtshof in Den Haag überreicht

21.09.17, Ali Abunimah

Vier palästinensische Menschenrechtsorganisationen überreichten am Dienstag (19.9.) der Staatsanwaltschaft am Internationalen Strafgerichtshof 700 Seiten Beweismaterial für israelische Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Unmittelbarer Anlass dafür war, dass zwei palästinensischen Gemeinden unmittelbar die völlige Zerstörung durch Israel droht. Zu den im Dossier geschilderten Verbrechen gehören Apartheid, umfangreicher Diebstahl, Zerstörung und Plünderung palästinensischen Eigentums sowie Beweise für "absichtliche Tötung und Mord" von hunderten Palästinensern seit 2014...

Noch vor einigen Jahren galt der Vergleich heutiger politischer Aktionen mit den Gräueltaten des deutschen Faschismus als Verharmlosung. Das soll dem Regierenden Bürgermeister hier nicht unterstellt werden.

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und die Rechte der Palästinenser*innen

17. September 2017

Stellungnahme der Redaktion www.bds-kampagne.de zu den Anmerkungen des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller zur BDS-Kampagne

In einem Gespräch mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland am 6. September 2017 erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller „BDS steht mit antisemitischen Schildern vor jüdischen Geschäften. Das sind unerträgliche Methoden aus der Nazizeit.“

Noch vor einigen Jahren galt der Vergleich heutiger politischer Aktionen mit den Gräueltaten des deutschen Faschismus als Verharmlosung. Das soll dem Regierenden Bürgermeister hier nicht unterstellt werden.

Zum vollständigen Stellungnahme

Unterschreiben Sie: Kein Diskussionsverbot für israelkritische Positionen in Frankfurt/Main!

Veröffentlicht am 10. September 2017

Unterschreiben Sie direkt unten unseren offenen KoPI-Brief an die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt/Main!

Unterschreiben Sie hier

Amira Hass fordert „schmerzhafte Sanktionen“ der Europäer gegen Israel

Amira Hass, der-semit.de, 15.09.17

Holland, Belgien und Frankreich: Es genügt nicht, nur mit Worten die israelische Zerstörungspolitik zu verurteilen, mit euren Steuergeldern finanzierte Einrichtungen und Gebäude wurden zerstört. Dass ihr darüber verärgert seid, ist gut, aber das Tempo, in dem eure Wut darüber steigt, bleibt weit zurück hinter dem rasanten und gefährlichen Tempo der Bulldozer der Zivilverwaltung in der Westbank und der Verteidigungskräfte der Siedlungen.

Die Verurteilungen werden als Nebensache ohne Dringlichkeit angesehen. Ihr müsst konkrete Maßnahmen ergreifen. Ja, offene und erklärte Sanktionen, die verschärft werden könnten. Schmerzhafte Sanktionen. Dies könnte die letzte Chance sein, den Durchschnitts-Israeli, darunter Geschäftsleute, Touristen, Richter, Wissenschaftler, Farmer und ausländische Fußballkonsumenten aus ihrer Gleichgültigkeit und verbrecherischen Selbstgefälligkeit loszulösen.

Hört auf, euch vor der israelischen emotionalen Erpressung zu fürchten. Israel tauscht die Erinnerung an unsere in Europa ermordeten Familien ein, um die Vertreibung der Palästinenser aus dem größten Teil des Westbank-Gebietes in Enklaven der Palästinensischen Autorität zu beschleunigen...

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Brief an Martin Schulz

juedische-stimme.de, 14.09.17

Hiermit dokumentieren wir den Brief unseres Mitglieds Ruth Fruchtman an den SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der sich letzten Sonntag pauschalisierend gegen Palästinenser_innen in Deutschland geäußert hatte.

Sehr geehrter Herr Schulz,

letzten Sonntag machten Sie während Ihres TV-Duells mit der Bundeskanzlerin die folgende Erklärung: „Es gibt zum Beispiel junge Palästinenser, Männer, die zu uns kommen, die mit einem tief verwurzelten Antisemitismus erzogen worden sind, denen muss man in klaren Sätzen sagen: ‚In diesem Land hast Du nur dann einen Platz, wenn Du akzeptierst, dass Deutschland ein Land ist, das Israel schützt, dass das unsere Staatsräson ist.‘“

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„Das ist eine überspannte Reaktion“

taz.de, 06.09.17

Die Aktivistin Sophia Deeg über die Versuche, die Israel-Boykottbewegung BDS in Deutschland zu verbieten, deren Ziele sowie den Vorwurf des Antisemitismus.

taz: Frau Deeg, die Stadt Frankfurt will Ihre Israel-Boykottbewegung ächten: Wer für die „Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen“-Kampagne (BDS) eintritt, soll in der Stadt keinen Raum mehr erhalten. München könnte folgen. Was sagen Sie dazu?

Sophia Deeg: Das ist eine überspannte Reaktion. Was München angeht, so gibt es dort fast keine BDS-Aktivitäten. Aber der Beschluss bedeutet, dass Prominente wie Judith Butler, Roger Waters, Brian Eno oder Naomi Klein dort nicht auftreten können – zumindest nicht in von der Stadt geförderten Veranstaltungsorten. Ich weiß nicht, ob sich die Verantwortlichen der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst sind. Und ich weiß nicht, ob diese Einschränkung der Meinungsfreiheit vor Gericht bestand hätte, wenn jemand klagt. In England haben britische Gerichte schon vergleichbare Beschlüsse gekippt. Und auf EU-Ebene wurde ebenfalls das Recht bestätigt, sich für die Kampagne einzusetzen...

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Scheinheilige Freunde der Juden

taz.de, 04.09.17

Unser Autor ist Jude, lebt in Deutschland. Er weiß, welche Kräfte im Land Antisemitismus befördern und Hass gegen Minderheiten schüren.

Meine Großeltern waren Häftlinge in den KZs in Auschwitz und Dachau. Deutschland hat fast alle ihre Verwandten vernichtet. Als sie nach der Befreiung in ihre Heimatstadt in Südungarn zurückkehrten, mussten sie erfahren, dass alles, was sie früher besaßen, geplündert wurde. Sie erhielten von der Bundesrepublik als Entschädigung für ihr Leiden 2.000 D-Mark pro Kopf. Der jugoslawische Zweig meiner Familie leistete Widerstand und schloss sich der Partisanenarmee Titos an. Sie kämpften mit anderen Juden aus der Region gegen die deutsche Besatzungsmacht auf dem Balkan. Zwei Generationen später lebe und arbeite ich in Berlin, in der Stadt, in der vor knapp 70 Jahren der Völkermord an den europäischen Juden und an meinen Vorfahren in Ungarn geplant wurde. In der Stadt, in der die Massaker an den jugoslawischen Zivilisten genehmigt wurden.

Die „Alternative für Deutschland“ inszeniert sich zwar oft als Freundin der Juden, es gibt aber zahlreiche Belege für ihre Scheinheiligkeit dabei: Sie posiert als Beschützer der Juden gegen den Antisemitismus der Muslime, um antimuslimisches Kapital rauszuschlagen – dabei verbreiten viele ihrer Politiker selbst antisemitische Verschwörungstheorien. Sie leistet im Europäischen Parlament Lobbyarbeit für die Siedlerbewegung im Westjordanland – aber nur, weil sie die diskriminierenden Maßnahmen der rechten Siedler als Blaupause für den Umgang mit den deutschen Muslimen umsetzen wollen...

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Verteidigungsministerium hält an Beschaffung von Kampfdrohnen fest

Matthias Monroy, netzpolitik.org, 22.08.17

Die Bundeswehr will bewaffungsfähige Drohnen aus Israel beschaffen, die SPD ließ den Deal zunächst platzen...

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Jüdische Kritik am Zionismus

Matthias Bertsch, deutschlandfunk.de

(...) Judith Butler macht auf der Rückseite ihres Buches "Am Scheideweg. Judentum und die Kritik am Zionismus" deutlich, worum es ihr geht: um eine Fundamentalkritik Israels beziehungsweise dessen Abschaffung als eines jüdischen Staates. Es ist wichtig, das zu betonen, denn anders, als andere Kritiker Israels hält sie eine Trennung zwischen Israel in den Grenzen von 1967 und dem Westjordanland, in dem Israel als Besatzungsmacht fungiert, für falsch. Es gehe nicht um die Besatzung allein...

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Administrationshaft arabischer „Bürger Israels“ weitet sich aus

freehaifa.wordpress.com, 08.08.17

Administrationshaft ist ein verwirrendes Phänomen, da es unserer grundlegenden Auffassung von Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit widerspricht.

Heute, Montag 7. August 2017, hatten wir wieder eine beispielhafte Runde dieses seltsamen Prozesses, im Amtsgericht von Haifa. Die Familien der Gefangenen, versammelten sich, zusammen mit den Führern der arabischen Einwohner und demokratischer Aktivisten, vor den verschlossenen Türen des Gerichtssaals von Richter Yizhak Cohen, dem stellvertretenden Gerichtspräsidenten, der die Administrationshaft von drei Jugendlichen aus dem Dreiecksgebiet „überprüfte“.

Als die Anwälte aus dem geschlossenen Gerichtssaal kamen, versammelten sich alle um sie, aber es war schwierig den Prozess zu verstehen... Wurden sie zu sechs Monaten verurteilt? Nein, sie wurden überhaupt nicht verurteilt. Sie waren am 23. Juli, für einen Zeitraum von sechs Monaten verhaftet worden, auf Befehl des israelischen Kriegsministers Avigdor Liberman. Der Richter überprüfte nur die Administrationsbefehle und bestätigte ihre Gültigkeit nach israelischem Gesetz, unter dem eine solch ungesetzliche Haft möglich ist...

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Reuven Moskovic ist tot

Reuven Moskovic
Reuven Moskovic

Reuven Moskovic, langjähriger Friedensaktivist wurde 2003 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.

Ein Holocaustüberlebender, hat er sich immer bemüht, Versöhnung zwischen Deutschen und Juden zu fördern, und war oft zum diesem Zweck in Deutschland unterwegs. Bekannt wurde er auch für seine zunehmende kritische Analyse der israelischen Politik und die wachsenden faschistischen Tendenzen in der Gesellschaft.

Sein Charme, seine lustige Harmonica Performances und seine unvergessliche, strahlende Menschenliebe werden wir sehr vermissen. Lang lebe sein Geist als Vorbild.

Zu einem Interview (2016) mit derm Bayrischem Rundfunk

Verfechter von "Tod den Arabern" ist Frontmann der EU in israelischer PR-Kampagne

Jonathan Ofir, palaestina-portal.eu, 04.08.17

Avishai Ivri, Befürworter von Genozid an den Palästinensern

Die Europäische Union hat letzte Woche eine Videokampagne gestartet, um sich selbst ein positiveres Image zu geben (auf der Facebookseite der EU- Botschaft in Israel) – und wer wäre besser als Experte einzusetzen, als jemand, der einen Genozid an den Palästinensern befürwortet?

Electronic Intifada hat gestern davon berichtet und mit dem Video verlinkt, aber gerade, als der Artikel heute vormittag fertiggestellt war, wurde das Video (von der Webseite) genommen. [...]

Das Video zeigt viele Verbindungen zwischen der EU und Israel, wie Tourismus, Export und Import, Kooperation im Bereich der Technologie- und Rüstungsindustrie und wird von Avishai Ivri präsentiert...

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Ein hochrangiger israelischer Minister warnt die Palästinenser vor einer „Dritten Nakba“

Michael Schaeffer Omer-Man, 972mag.com, 24.07.17

Ein hochrangiger Minister innerhalb der israelischen Regierung und eine enger Verbündeter von Premierminister Netanyahu warnte die Palästinenser am Wochenende vor einer Massenvertreibung und ethnischen Säuberung falls die jetztige Gewalt nicht beendet würde.

Erinnert Euch an 1948 und an 1967 schrieb der Minister für regionale Kooperation Tzachi Hanegbi in einem Statement auf Facebook am Samstag, als Antwort auf die Tötung dreier Israelis in der Westbank-Siedlung Halamish in der Nacht zuvor. So beginnt eine Nakba...

Zum vollständigen Artikel (engl.)

"Das könnte eskalieren"

Bettina Marx im Gespräch mit Peter Kapern, deutschlandfunk.de, 22.07.17

Könnte der Streit um den Tempelberg eine dritte Palästinenser-Revolte lostreten? Ja, sagte Bettina Marx von der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah im Dlf. Außer Zeitungen und der Tempelberg-Aufsicht deeskaliere "eigentlich niemand". Die Palästinenser hätten Sorge, Metalldetektoren könnten nur der Anfang sein...

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Protestkundgebung in Stuttgart am 22. Juli 2017

Die Situation in Jerusalem ist extrem angespannt, kein Wunder, denn der israelische Staat versucht mit allen MItteln, PalästinenserInnen aus der Staat zu vertreiben und auch jedes Merkmal der palästinensischen Kultur in der Stadt verschwinden zu lassen. Doch Jerusalem hat kulturell und historisch viel Bedeutung und Gewicht. Wer die religiöse und kulturelle Vielfalt dieser Stadt stört, muss mit Protest und Gegenwehr rechnen. Die jüngsten verschärften Maßnahmen der israelischen Regierung sind ein Tropfen auf den schon längst überhitzten Stein, sie stoßen nicht nur im Land, sondern auch international auf Protest, das gilt auch für Stuttgart. Bei der kurzfristig organisierten Kundebung in Stuttgart am Samstag, 22. Juli, im Zentrum der Stadt kamen nach Angaben der Polizei 250 Leute zusammen.

Drei Tote und 400 Verletzte in Jerusalem

spiegel.de, 21.07.17

Seit Tagen protestieren Palästinenser in und rund um die Altstadt von Jerusalem gegen Israel. Bei den neuerlichen gewaltsamen Demonstrationen sind am Freitag drei Palästinenser getötet und rund 400 verletzt worden. Der Grund für die blutigen Ausschreitungen: Nach einem tödlichen Angriff auf zwei israelische Polizisten am Tempelberg in der vergangenen Woche haben die Behörden die Zugänge zu dem Areal mit Metalldetektoren versehen und den Zugang nur Frauen erlaubt sowie Männern, die mindestens 50 Jahre alt sind...

Vollständiger Artikel: spiegel.de

Zur Erinnerung:
200 europäische Rechtsgelehrte bekräftigen das Recht auf BDS

15.12.2016

Kurz vor dem Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember haben rund 200 Rechtsgelehrte aus 15 europäischen Ländern, inklusive der Schweiz, eine Erklärung verabschiedet, die sich für die Rechte der PalästinenserInnen einsetzt und die Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit für PalästinenserInnen fordernde Bewegung für Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS) als rechtmässige Ausübung der Meinungsfreiheit anerkennt.

(...) Staaten und Organisationen, die BDS als rechtmäßige Ausübung der Meinungsfreiheit sehen, verhalten sich korrekt. Dabei geht es nicht darum, ob jemand die Ziele oder Methoden von BDS billigt. Die Frage ist, ob, um Israel zu schützen, eine Ausnahme im Hinblick auf die Meinungsfreiheit gemacht werden soll, die einen zentralen und entscheidenden Platz unter den grundlegenden Menschenrechten einnimmt. Staaten, die BDS verbieten, untergraben das grundlegende Menschenrecht auf Meinungsfreiheit und bedrohen die Glaubwürdigkeit der Menschenrechte, indem sie ein spezifisches Land davor in Schutz nehmen, durch friedliche Massnahmen auf die Einhaltung des Völkerrechts behaftet zu werden..

Vollständiger Artikel:
200 europäische Rechtsgelehrte bekräftigen das Recht auf BDS

Von Jerusalem bis München: Der Vormarsch der Hetzer

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.

Als im vergangenen Juni die Welt der 50 Jahre militärischer Besatzung palästinensischer Gebiete durch Israel gedachte und dagegen protestierte, entschied sich eine sehr kleine Anzahl von Städten dafür, stattdessen Krieg und Besatzung zu feiern. Besonders tat sich wieder Jerusalem hervor, wo alljährlich Rechte demonstrieren, um die Annexion Ostjerusalems zu feiern und dabei islamophobe Slogans zu brüllen und die dort lebenden Palästinenser*innen lebensbedrohlich zu attackieren.

Dieses Jahr hat sich München diesen Feiern angeschlossen, und der Bürgermeister machte unmissverständlich klar, dass seine Stadtverwaltung für Krieg und Besatzung steht. Die Botschaft wurde von einigen CSU- und SPD-Stadträten aufgegriffen, denen es darum geht, einmal mehr die israelische Politik zu kopieren, indem sie die BDS-Bewegung mit einem Bann belegen – also die Bewegung für Boykott, Desinvestition und Sanktionen gegen den Staat Israel...

Vollständiger Artikel: juedische-stimme.de

Die Integrität der Christenheit steht auf dem Spiel erklären die Reformierten Kirchen

marthiemombergblog.com

Die Unterdrückung der Palästinenser zu unterstützen stehe dem Verständis von Gerechtigkeit des Christemtums entgegen. In einer mutigen Abstimmung für deutliche Taten hat die Generalversammlung der Weltgemeinschaft der Reformierten Kirchen (WCRC World Communion of Reformed Churches) klargestellt, dass eine solche Theologie gegen das Herz der Bibel sei.


Rev. Dr. Mitri Raheb aus Betlehem im besetzten Palästina

Die Vertretung von über 80 Millionen Christen, die Generalversammlung der Weltgemeinschaft der Reformierten Kirchen, wurde vom 29. Juni bis zum 7. Juli, in Leipzig abgehalten. Der Rat verabschiedete eine Resolution tatkräftiger Solidarität und nicht nur Worte der Unterstützung.

Obwohl noch immer viele Christen auf der ganzen Welt Israels Lügen glauben und/oder zionistische Dogmatik hochhalten, wendet sich das Blatt. Der Rat des WCRC hat einstimmig festgestellt, dass "die Integrität christlichen Glaubens und Praxis auf dem Spiel steht", seit der christliche Glaube dazu benutzt wurde die Unterdrückung der Palästinenser zu rechtfertigen.

(...) Die Generalversammlung hat ihre 230 Mitgliedskirchen in 109 Ländern dazu aufgefordert ihre Mission, Bildungssystem und Investitionen in Israel zu untersuchen und unter den Mitgliedern Informationsmaterial über die palästinensische Situation zu verbreiten. Sie fordern dazu auf Delegationen in die Region zu schicken und Zeugen der Unterdrückung der Gemeinschaft in Israel und Palästina zu werden...

Vollständiger Artikel: marthiemombergblog.com (engl.)

Streit um Israel-Kritik: Fragwürdige Vorzensur

16.07.17, Hans Krieger, Süddeutsche Zeitung

SPD und CSU gehen zu weit: Da möchte man gerne wissen, ob die Rathauskoalition von SPD und CSU die im November 2015 von der EU-Kommission beschlossene Kennzeichnungspflicht Israels von Produkten aus israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten, wie die israelische Regierung, als "versteckten Antisemitismus" ansieht...

Vollständiger Artikel: sueddeutsche.de

Israel gegen die Vereinten Nationen: die Doktrin der Nikki Haley

21.06.17, Ramzy Baroud>

Die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen Nikki Haley, scheint sich nur für eine einzige Sache einzusetzen: Israel.

Wenn Haley über Israel redet, ist ihre Sprache nicht bloß emotional oder auf die Notwendigkeiten der Situation zugeschnitten: Eher sind ihre Worte resolut, gleichbleibend fest und an einem offensichtlichen Handlungsplan angepasst.

Gemeinsam mit Haley versucht die rechtsgerichtete Regierung von Benjamin Netanyahu rasch die einzigartige Gelegenheit zu nutzen, um die UNO und jede Kritik an der israelischen Besatzung zu ignorieren.

Anders als frühere Botschafter bei der UNO, die fest hinter Israel standen, enthält sich Haley jeder Sprachregelung und und jedes noch so kleinen Versuchs unparteisch zu erscheinen...

Vollständiger Artikel: palaestina-portal.eu

FU Berlin spricht Dozentin von Antisemitismus-Vorwürfen frei

07. Juli, 2017, KLASSENGEGENKLASSE

Die durch Antisemitismus-Vorwürfe gegen eine Lehrbeauftragte der FU Berlin ausgelöste Debatte um Israelkritik und Antisemitismus am Otto-Suhr-Institut wurde am Montag mit einer weiteren Podiumsdiskussion fortgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Vorwürfe gegen die Politikwissenschaftlerin Eleonora Roldán Mendívil haltlos sind und nur ein Vorwand waren, um gegen linke Positionen an der Universität vorzugehen. [...]

Im Rahmen des Vorwurfs von deutschnationaler Seite, der vom OSI zuerst einfach so übernommen wurde, gab es inzwischen ein Gutachten, ob nun die Positionen und Aussagen von Roldán Mendívil antisemitisch seien oder nicht. Ein perfider Vorgang, der auch vom Leiter des OSI, Bernd Ladwig, unterstützt wurde und geradezu zu einem Tribunal führte.

Beauftragt mit dem Gutachten wurde der Historiker Wolfgang Benz, der sich durch antikommunistische Positionen auszeichnete. Ein einmaliger Vorgang, da vorher noch nie irgendein Gutachten beauftragt wurde – zumal die Studierenden im Mendívils Seminar „Rassismus im Kapitalismus“ niemals von irgendwelchen antisemitischen Äußerungen seitens ihrer hörten.

Umso blamabler für Ladwig, dass nun sogar jenes Gutachten bescheinigt, dass Mendívil keine antisemitischen Positionen vertritt und dass dies von Hajo Funke explizit erwähnt wurde. Auch Ladwig musste das anerkennen, beharrte aber aus angeblich rechtlichen Gründen darauf, dass dieses Gutachten nicht veröffentlicht wird. Auch wir kennen dieses Gutachten nicht und der Dozentin lag dies auch nur zur Einsicht vor. Mensch fragt sich, warum ein Gutachten in Auftrag gegeben wurde, wenn es doch aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlicht werden sollte…

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Stellungnahme: Feiern zu 120 Jahre Zionistenkongress

03.07.17, bds-info.ch

Wie den Medien zu entnehmen war, beabsichtigte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu, diesen Sommer in Basel den 120. Jahrestag des ersten Zionistenkongresses zu feiern. Nach einer Zeit der Unklarheit über den Anlass hat die Basler Regierung in einer Medienmitteilung (16.6.2017) bekannt gegeben, dass die Feierlichkeiten Ende August aus organisatorischen Gründen (Sicherheit) nicht stattfinden können, die Basler Behörden aber für einen späteren Zeitpunkt zur Zusammenarbeit mit den Veranstaltern bereit wären.

Als Personen und Organisationen, die sich für die Durchsetzung der fundamentalen Grundrechte aller Menschen und namentlich der Palästinenser_innen einsetzen, fordern wir die verantwortlichen politischen Instanzen auf, keinerlei politische und logistische Unterstützung für die Durchführung solcher Feierlichkeiten zu leisten, egal wann diese stattfinden...

Zur Stellungnahme

Einschränkungen des Rechts auf Boykott vom Obersten Gericht Großbritanniens verworfen

22.06.17, Asa Winstanley, electronicintifada.net

AktivistInnen vor dem Gerichtsgebäude, mit Bannern auf denen unter anderem „Verteidigt das Recht zu boykottieren“ steht

Das Oberste Gericht in London urteilte am Donnerstag, dass die konservative Regierung ungesetzlich gehandelt hatte, als sie versuchte Gemeinderäte in Großbritannien daran zu hindern ihr Kapital aus Firmen, die in Israels Militärbesatzung involviert sind, abzuziehen.

Die erfolgreiche gerichtliche Anfechtung für das Recht auf Boykott, wurde im März von der Palestine Solidarity Campaign initiiert und von der Kampagne War on Want und den Quäkern unterstützt, die sich gegen Rüstungshandel engagieren...

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Bundeswehr ohne Drohnen

Christoph Hickmann

Drohnen ja, aber nur unbewaffnet: Die SPD blockiert ein zentrales Rüstungsprojekt von der Leyens.

Heron-Drohne über Gaza, 2014 und was solche Drohnen verursachen
Heron-Drohne über Gaza, 2014 und die Folgen der Anwendung solcher Drohnen

Im Streit über die Ausrüstung der Bundeswehr mit Kampfdrohnen setzen die Sozialdemokraten Ursula von der Leyen (CDU) unter Druck. Die Ver­teidigungs­ministerin versuche, "Kampf­drohnen durch die Hintertür zu be­schaffen", sagte SPD-Fraktions­chef Thomas Opper­mann der der Süd­deutschen Zeitung. Dies sei "absolut unange­messen", sagte er. "Wir erwarten, dass sie dem Bundestag zügig einen ver­änderten Vertrag vorlegt, der die Nutzung des Modells Heron TP als Aufklärungs­drohne ermöglicht, aber keine darüber hinaus­gehenden Kom­ponenten enthält." Andernfalls werde die SPD der entsprechenden Beschaffungsvorlage im Haushalts­ausschuss nicht zu­stimmen.

Damit ist fraglich, ob eines der zentralen Rüstungs­vorhaben von der Leyens noch in dieser Legislatur­periode auf den Weg gebracht werden kann – schließlich kommt der Bundestag in der nächsten Woche zur letzten regulär­en Sitzungs­woche zusammen. Ursprüng­lich hatte der Vertrag über das Leasing mehrerer israelischer Drohnen des Typs Heron TP bereits Anfang des Jahres unterzeichnet werden sollen. Parallel zum politischen Streit ist auch die rechtliche Auseinandersetzung mit dem US-Konkurrenzunternehmen General Atomics noch nicht beendet.

Zum vollständigen Artikel in der Süddeutsche Zeitung

Jüdische Antifaschistische Aktion – Manifest

Eine neue Kraft unter den Linken die gegen Israels kolonialistische Politik, Besatzung und Enteignung der PalästinenserInnen klare Worte spricht

”Wir sind solidarisch mit all jenen, die über die Jahre hinweg unter diesem verzerrten Hybridgebilde innerhalb der deutschen Linken gelitten haben; ein Hybridgebilde, das ein Resultat der langen und oft düsteren Geschichte des „Reiches“ ist. Wir beanspruchen, für uns selbst unsere Identität und Politik zu definieren.

”Wir sind solidarisch mit den Millionen Palästinenser_innen in der West Bank, im Gazastreifen und innerhalb der Grenzen des 1948 entstandenen Staates, sowie mit den Millionen palästinensischen Geflüchteten auf der ganzen Welt, deren Schicksal der pro-zionistischen Linken in Deutschland gleichgültig scheint.

Der palästinensische Kampf für Befreiung, Freiheit und Gerechtigkeit sollte weltweit, und speziell in Deutschland, im Zentrum linker Debatten stehen. Als Produkte einer gewaltsamen und tragischen Geschichte, die uns an das Land Deutschland und an das Land Palästina bindet, sagen wir: Es reicht. Wir erklären, dass die De-Kolonialisierung Palästinas unsere eigene De-Kolonialisierung ist – um es in den Worten unserer Partner_innen von „If Not Now“ auszudrücken: Die Jüd_innen werden erst frei sein, wenn die Palästinenser_innen frei sind“.

Lesen Sie hier das volle Manifest. Es lohnt sich.

Un-Demokraten beim Protest gegen die Kopi-Konferenz in Frankfurt

Bilder einer sich selbst diskreditierenden Gruppe, die unter einem Banner mit der Parole "Palästina halt's Maul" gegen die KOPI-Konferenz am 09.06.2017 in Frankfurt protestierte. An einem Dialog über die Kolonisierung Palästinas und die Rechte der PalästinenserInnen sind diese Leute nicht interessiert, Argumente haben sie offensichtlich keine.
Rechts: Der Grüne Abgeordnete Volker Beck war auch dabei, hier im Gespräch mit Stafan Stavski von der Israellobby-Gruppe Honestly Concerned

Eine sehr vielfätige Veranstaltung mit hochkarätigen Rednern — 50 Jahre israelische Besatzung: Unsere Verantwortung für eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts — fand Freitag und Samstag im Frankfurter Ökohaus statt.
Während der Konferenz, die vom Deutschen Koordinationskreis Palästina Israel (KOPI) gegen heftigen Wiederstand organisiert wurde, haben über 200 Interessierte und AktivistInnen klare Analysen und faktenreiche Berichterstattung über die andauernden Unterdrückung der PalästinenserInnen durch die Besatzungsmacht Israel gehört und diskutiert.

Hier die Pressemitteilung Bilanz der Konferenz


Manche Redebeiträge sind auf Youtube zu sehen:
Prof. Ilan Pappé Universitäte Exeter, V.K.
Majida Al Massri, ehem. Ministerin PA, Nablus
Jamal Juma'a, Soziologe, Sprecher Stop the Wall, Ramallah
Prof. Moshe Zuckermann, Universität Tel Aviv, Israel
Iris Hefets,Psychoanalytikerin, Vorsitzende Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Berlin

Wann wird die Linke in Israel akzeptieren, dass die Besatzung 1948 begann und nicht 1967?

Rami Younis, 972mag.com, 06.06.17

Erst wenn die israelische Linke akzeptiert, dass die Besatzung 1948 begann – und für Palästinenser eine offene Wunde bleibt – können Araber und Juden sich tatsächlich weigern Feinde zu sein.

Eine der negativen Charakterzüge der israelischen „Linken“ ist wie sie die militärische Herrschaft über das Westjordanland und den Gazastreifen als „Besatzung“ bezeichnen. Ein Teil der Linken beschuldigt Palästinenser sogar wie die Rechten zu sein, wenn sie sagen es gäbe keinen Unterschied zwischen Petah Tikva und Ariel, weil diese dasselbe sagen. Für die meisten Palästinenser jedoch verschleiert dieses übertriebene und orwellsche Gerede über „die Besatzung“ Israels wirkliche Schande: die brutale kriminelle Besatzung von 1948.

Es ist das Fehlen der Anerkennung
der größten Ungerechtigkeit die den Palästinensern je angetan wurde

Ethnische Säuberung, massive Landenteignung, dann Besiedlung dieses Landes, sind die Mutter dieser Schande – auch wenn Israelis sich weigern dies in der Öffentlichkeit anzuerkennen und auch wenn sie versuchen das was die meisten Araber sagen zu ignorieren. Die Bezeichnung der Israelis die Besatzung von 1967 als „die Besatzung“ zu benennen, dient u. a. dazu, die Beschäftigung mit der Nakba zu vermeiden. So besteht der größte Teil von Israels Pseudo-Linker aus Nakba-Leugnern...

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UN-Bericht dokumentiert die anhaltende Gewalt des zionistischen Okkupationsregimes in Palästina

Karin Leukefeld, jungewelt.de, 07.06.2017

(...) Die Gewalt gehört für viele Palästinenser zum Alltag. So berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan am Dienstag, dass israelische Bulldozer unter Militärschutz in den palästinensischen Gazastreifen eindrangen, um Land entlang des Trennungszauns »einzuebnen«, das von den Bewohnern landwirtschaftlich genutzt wird. Bereits am Montag waren 15 Personen bei Razzien im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem verhaftet worden, darunter vier Jugendliche. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden im Jahr 2016 wöchentlich durchschnittlich 96 Razzien in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten im Westjordanland durchgeführt. Im Jahr 2017 waren es bisher durchschnittlich 67 Razzien pro Woche...

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Gegen die Verletzung des Völkerrechts – ein Appell an Oberbürgermeister Feldmann

juedische-stimme.de, 05.06.2017

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Feldmann,

mit Befremden haben wir, die Mitglieder und Freund_innen der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.“ (JS), zur Kenntnis genommen, dass Sie, in Ihrer Eigenschaft als Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Schirmherr einer für den 7. Juni anberaumten Festveranstaltung des „Jüdischen Nationalfond/Keren Kayemeth LeIsrael Deutschland e.V. “ (JNF–KKL) sein werden, deren Ankündigung extrem nationalistische und militaristische Politikpositionen in Israel unverblümt auch hierzulande zu verbreiten sucht...

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„Entweder unterstützt ihr den Apartheidsstaat Israel, oder ihr unterstützt einen demokratischen Staat für alle“ Interview mit Ilan Pappé

Prof. Ilan Pappé

Der israelische Historiker Ilan Pappé spricht mit La Izquierda Diario über die Besetzung Palästinas, den Arabischen Krieg von 1948 und die aktuelle Unterdrückung der Palästinenser*innen durch den Zionismus.

(...) Ich glaube, dass die Welt – besonders die westliche Welt – seit 1945 und dem Zweiten Weltkrieg entschieden hat, sich nicht mit dem Zionismus und seinen Verbrechen gegen die Palästinenser*innen auseinanderzusetzen, und zwar aus mehreren Gründen.

Einer der Gründe ist: Wir müssen uns daran erinnern, dass schon im 19. Jahrhundert die Christ*innen nicht wollten, dass das Heilige Land ein muslimisches Land, ein arabisches Land ist. Deshalb gab es eine starke Unterstützung von christlichen Gruppen und Anführern für die Idee, dass die Juden*Jüdinnen zurück nach Palästina gehen, wie sie es nannten. Auch Antisemitismus spielt da eine Rolle, weil die Juden*Jüdinnen dann in Palästina und eben nicht in Europa sind. Das war Teil der Unterstützung.

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„Entweder unterstützt ihr den Apartheidsstaat Israel, oder ihr unterstützt einen demokratischen Staat für alle“ Interview mit Ilan Pappé

Der israelische Historiker Ilan Pappé spricht mit La Izquierda Diario über die Besetzung Palästinas, den Arabischen Krieg von 1948 und die aktuelle Unterdrückung der Palästinenser*innen durch den Zionismus.

(...) Ich glaube, dass die Welt – besonders die westliche Welt – seit 1945 und dem Zweiten Weltkrieg entschieden hat, sich nicht mit dem Zionismus und seinen Verbrechen gegen die Palästinenser*innen auseinanderzusetzen, und zwar aus mehreren Gründen.

Einer der Gründe ist: Wir müssen uns daran erinnern, dass schon im 19. Jahrhundert die Christ*innen nicht wollten, dass das Heilige Land ein muslimisches Land, ein arabisches Land ist. Deshalb gab es eine starke Unterstützung von christlichen Gruppen und Anführern für die Idee, dass die Juden*Jüdinnen zurück nach Palästina gehen, wie sie es nannten. Auch Antisemitismus spielt da eine Rolle, weil die Juden*Jüdinnen dann in Palästina und eben nicht in Europa sind. Das war Teil der Unterstützung.

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Seit dem 15. Mai weht die palästinensische Flagge auf dem Rathaus von Dublin

Olivia Kelly, Irish Times, 08.05.17

Die Palästinensische Flagge weht über das Dubliner Rathaus
Die Palästinensische Flagge weht über das Dubliner Rathaus

Als Zeichen der Solidarität hat das Rathaus in der irischen Hauptstadt Dublin am 15. Mai 2017 die palästinensische Flagge neben der irischen und europäischen Fahne auf seinem Dach aufgezogen. Sie wird für einen Monat dort bleiben. Fotos: Eva Hornung

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Solidaritätsaktionen für hungerstreikende palästinensische Häftlinge

Hana Amoury führt ein Interview mit anat Mattar und Sanaa Salameh Dakka, rosalux.org.il

Mehr als 1.500 palästinensische Gefängnisinsassen traten Mitte April in Israel in einen unbefristeten Hungerstreik. In einer Reihe von Städten in Israel mit mehrheitlich arabischer oder gemischt zusammengesetzter Bevölkerung fanden in den vergangenen Wochen öffentliche Mahnwachen statt, um auf das Schicksal der Häftlinge aufmerksam zu machen.

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69 Jahre Flucht und Vertreibung

Israel wird radikaler

Jürgen Rahmig, Reutlinger General-Anzeiger, 12.05.17

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versucht sein Land im Ausland als "Bollwerk der westlichen Zivilisation" gegen den Islamismus herauszustellen – mit dem Ergebnis, dass die westlichen Regierungen Israel nach wie vor ziemlich nachsichtig behandeln...

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Filme zum Palästina-Nakba-Tag

Ein klärender Blick in die Geschichte für eine menschliche Perspektive in der Palästinakfrage

Wir zeigen dieses Jahr zum Palästina-Nakba-Tag (15. Mai) zwei Dokumentarfilme, die sich mit dem israelischen Kolonialismus in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen und damit alternative Wege für eine menschliche Zukunft zeigen. Es handelt sich um Roadmap to Apartheid von den Filmemachern Ana Nogueira (Südafrika) und Eron Davidson (Israel) sowie Jaffa, The Orange’s Clockwork über die Geschichte der Jaffa-Orange. Bei The Orange’s Clockwork haben wir das große Vergnügen, mit dem israelischen Filmemacher Eyal Sivan persönlich über seinen Film zu sprechen.

Roadmap to Apartheid
Do., 11. Mai 2017 – 20.00 Uhr
Im Theater tri-bühne
Eberhardstr. 61 A – 70173 Stuttgart
Eintritt: 7,00 €

Der Film ist in Englisch mit deutschen Untertiteln

Jaffa, The Orange`s Clockwork: Filmvorführung mit dem israelischen Regisseur Eyal Sivan
Mi., 24. Mai 2017 – um 18:00 Uhr
Im Atelier am Bollwerk
Hohe Straße 26 – 70176 Stuttgart
Eintritt: 8,00 €

Der Film ist in Englisch mit deutschen Untertiteln
Nach dem Film gibt es die Gelegenheit mit dem Regisseur Eyal Sivan zu diskutieren

Weitere Infos zu den Filmen

 

Omar Barghouti: „BDS fordert Israel und seine Komplizen heraus“

Ali Abunimah, electronicintifada.net, 25.04.2017

Am Sonntag erhielt Omar Barghouti den Gandhi Peace Award in einer Feier an der Yale Universität in New Haven, Connecticut, USA

Links: Omar Barghouti nimmt den Preis entgegen und hält anschließend eine Rede

Er wurde für seine Rolle als Verteidiger der Menschenrechte und Mitbegründer der BDS-Bewegung für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit ausgezeichnet.

Barghouti wurde von der Vorsitzenden der Organisation Jewish Voice for Peace, Rebecca Vilkomerson vorgestellt, die seine Rolle hervorhob ihre eigene Organisation davon zu überzeugen, dem BDS-Aufruf zuzustimmen.

„Vor 12 Jahren wurden wir romantische Träumer oder schlimmeres genannt“ sagte Barghouti während seiner Dankesrede. „Heute wird unsere schnellwachsende Bewegung als so stark angesehen, dass sie mit aller Macht vom israelischen Regime der Besatzung, des Siedlerkolonialsmus und der Apartheid und seinen Kumpanen in den USA, Europa, Canada und Australien u.a. bekämpft wird...

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»Ein Boykott kann wachrütteln«

Elisa Rheinheimer-Chabbi, Publik-Forum, 24.04.17

Darf man den Staat Israel boykottieren? Die israelische Besatzung der Palästinensergebiete jährt sich 2017 zum 50. Mal, eine Boykott-Bewegung erinnert daran. Iris Hefets aus Berlin, Vorsitzende des Vereins »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost«, erklärt, warum sie bereit ist, dafür den Vorwurf »Nestbeschmutzerin« zu ertragen...

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Omar Barghouti wird den Gandhi Friedenspreis erhalten

Philip Weiss, mondweiss.net, 20.04.17

Am Sonntag Nachmittag (23.04.17) erhält Omar Barghouti, ein Führer der Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen Bewegung (BDS) den Gandhi Friedenspreis, zusammen mit Ralph Nader. In letzter Minute erlaubte ein israelischer Richter ihm in die USA zu reisen...

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Wie ich von israelischen Soldaten verhört wurde

Farah Najjar and Shatha Hammad, Al Jazeera, 17.04.17

Seit im Jahr 1974 der erste palästinensische Gefangene im Rahmen eines Gefangenenaustauschs entlassen wurde begehen die Palästinenser am 17. April jedes Jahr den „Tag des Palästinensischen Gefangenen“ um auf die Lage in israelischen Gefängnissen aufmerksam zu machen.

Zur Zeit befinden sich 6.500 palästinensische politische Gefangene in israelischen Gefängnissen. Nach Information von Addameer, einer in Jerusalem basierenden palästinensischen Menschenrechtsorganisation befinden sich unter ihnen 300 Kinder und 53 Frauen. Laith Abu Zeyad, zuständig für internationale Öffentlichkeitsarbeit bei Addameer sagte Al Jazejährlich zwischen 500 und 700 Kinder im Westjordanland verhaftet würden.

„Ich wurde in die Schulter geschossen und begann unkontrolliert zu bluten. Ich verlor erst das Bewusstsein als sie mich zu Boden schlugen und traten“

Nach der Verhaftung werden palästinensische Zivilisten die im Westjordanland wohnen vor israelische Militärgerichte gestellt, wo die Rate der Verurteilungen bis 99,7% beträgt, so Abu Zeyad. Ein Verfahren vor einem Militärtribunal ist eine Verletzung internationalen Rechts und bedeutet, dass Zivilisten regelmässig ordentliche Gerichtsverfahren verweigert werden.

Gleichzeitig beruhen Festnahmen von Gefangenen, die sich in Administrativhaft befinden auf Informationen des militärischen Geheimdienstes zu denen der Gefangene keinen Zugang hat...

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Hungern für eine bessere Haft

Von Inge Günther, Frankfurter Rundschau, 18.04.17

Ein Massenhungerstreik palästinensischer Gefangener in Israel bringt ihren Präsidenten Abbas in Zugzwang.

Nichts vermag die Palästinenser derart aufzubringen wie das Schicksal ihrer Angehörigen, die hinter israelischen Gittern sitzen. Bereits am Montag, dem ersten Tag des Massenhungerstreiks von weit über tausend palästinensischen Gefangenen, gingen in zahlreichen Städten im Westjordanland und auch im Gazastreifen Anhänger aus nahezu allen politischen Lagern auf die Straße.

Um Rückhalt in der Bevölkerung scheint sich Marwan Barghouti, der ranghöchste in Israel inhaftierte Fatah-Führer, vorerst nicht sorgen müssen. Sein Aufruf im Namen von „Freiheit und Würde“ die Nahrung zu verweigern, hat nicht nur in den Gefängnissen enorme Resonanz erzeugt. Auch die palästinensische Autonomie-Regierung hat sich mit den Hungerstreikenden solidarisiert, ebenso Präsident Mahmud Abbas, allerdings ohne den Namen Barghouti zu erwähnen...

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Allen Widerständen zum Trotz fand die Konferenz in Irland statt

Eine bahnbrechende Konferenz die die völkerrechtliche Basis der Ausrufung des Staates Israel erörtet, findet endlich statt, nachdem die Israellobby über zwei Jahre versuchte diese zu verhindern.

[l-r erste Reihe] Emir Abdullah, Emir von Transjordanien (später könig), Herbert Samuel, britischer Hochkommissar und Winston Churchill damals Kolonialsekretär in Al-Quds, 28 März 1921. So wurde Kolonialherrschaft praktiziert.

schrieb Blake Alcott: Zweimal hintereinander, 2015 und 2016 im Frühling hat es die Israellobby fertiggebracht, die Universität Southhampton dazu zu bringen eine akademische Konferenz zu verbieten, die die Absicht hatte, die Legitimität Israels unter die Lupe zu nehmen. Die erdichteten Gründe dafür waren Sicherheitsbedenken, da eine Handvoll zionistischer Aktivisten vage eine Störung angedeutet hatten.

Nachdem mehrere andere Universitäten in England und in den Niederlanden die Konferenz ebenfalls als ein zu heißes Eisen betrachteten, haben die Organisatoren in Southampton Freunde in Cork in Irland kontaktiert – wo das Recht auf freie Meinungsäußerung noch am Leben ist. Am Wochenende vom 31. März bis 2. April 2017 konnten wir endlich eine Diskussion zum Thema Internationales Recht und der Staat Israel: Legitimität, Exeptionalismus und Verantwortung führen.

Prof. Richard Falk hielt die Hauptrede, die auf seinem jüngsten Bericht über den Apartheid-Charakter Israels im Sinne des Völkerrechts aufbaut. Falk war 2008 - 2014 UN-Sonderberichterstatter für palästinensische Menschenrechte. Er zeichnete die Zersplitterung der palästinensischen Gesellschaft ab 1917 nach, zeigte auf, dass die israelische Rassenpolitik auf alle Palästinenser angewandt wird und kam zu der Schlussfolgerung, dass andere Staaten dazu verpflichtet sind dies zu stoppen, z.B. Beispiel mittels Boykott oder staatlichen Sanktionen.

Dr Blake Alcott ist ökologischer Ökonom und pro-Palästina Aktivist.

Mehr dazu Shifting the Narrative[EN]

Zusammenfgassung von Andy Simons

Hewlett Packard und BDS – Vortrag von Shir Hever

Vortrag von Shir Hever im Rahmen des 2. workshops in der Stop Hp-Kampagne im deutschsprachigen Raum.

HP ist eine der größten Firmen in den USA und in der Welt. 2016 war HP die 20. größte Firma in Fortune 500, also ungefähr die Nummer 20 in den USA.

Wie Microsoft, Apple, Intel usw., ist sie für die israelische Wirtschaft nicht nur deshalb wichtig, weil sie so groß ist, sondern da sie eine Technologie-Firma ist. Das Buch „Start Up Nation“ von Dan Senor und Saul Singer ist ein Propaganda-Werkzeug für die israelische Regierung. Der ehemalige Ministerpräsident und Staatspräsident Shimon Peres hat die Einführung für das Buch geschrieben.

Die größten Technologie-Firmen in der Welt haben Fabriken, Büros und Labore in Israel, und nur so kann die israelische Wirtschaft ihre Reputation als „Start Up Nation“ behalten. Vor zwei Woche haben wir genau gesehen, wie mächtig diese Reputation sein kann. Die Firma Intel hat eine israelische Firma gekauft, sie heißt „Mobileye“, dafür wurden sogar 15,3 Milliarden Dolllar bezahlt. Das ist das größte Geschäft in der Geschichte des Staates Israel. Wirtschaftwissenschaftler sagen, dass es kein Zufall sei, dass Mobileye mehr als 10 Milliarden Dollar wert war. Warum hat Intel so viel bezahlt? Das ist die Reputation. Es gibt Hunderte von Firmen in der Welt, die ähnliche Technologien wie Mobileye entwickeln, aber Mobileye ist eine israelische Firmen, mit israelischen Mitarbeitern, und Intel sieht das als Vorteil.

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Deutsche Abgründe

Moshe Zuckermann, M&R Magazin, 23.03.17

Moshe Zuckermann       Quelle:SF Kultur

Ein kleiner Schritt für Frankfurts Bürgermeister, ein großer Sprung für deutsche Normalisierer: Uwe Becker (CDU) demonstriert neues-altes Selbstbewusstsein und erklärt jüdische und andere Israelkritiker kurzerhand für »nicht willkommen« in seiner Stadt. Zu den unerwünschten Personen gehört der israelische Historiker und Sohn von Holocaust-Überlebenden Moshe Zuckermann, der in Frankfurt aufgewachsen ist. M&R bat ihn um eine Replik.

Vom 9. bis 10. Juni 2017 sollte in Frankfurt am Main eine Konferenz mit dem Titel »50 Jahre israelische Besatzung. Unsere Verantwortung für eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts« stattfinden. Veranstalter ist der Deutsche Koordinationsrat Palästina Israel (KOPI). Teilnehmen sollten Referenten aus Israel, Palästina und Deutschland. Die Konferenz wird, so wie es momentan aussieht, nicht abgehalten werden können. Sie ist bereits im Vorfeld abgewürgt worden. Eine Welle von Hass-Mails aus aller Welt und eine Diffamierungskampagne, deren Urheber auch vor Gewaltandrohungen nicht zurückschrecken, haben den Vermieter des Saals, in welchem die Konferenz stattfinden sollte, dazu bewogen, seinen Vertrag mit den Organisatoren zu annullieren und der Forderung nach einem Raumverbot nachzugeben. Warum? Weil die Veranstaltung als »antisemitisch« stigmatisiert worden ist. Von wem? Nun, diese Frage ist komplexer zu beantworten...

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Israel inhaftiert, verhört und schikaniert Omar Barghouti

Eine Erklärung des nationalen palästinensischen BDS-Ausschusses zu Israels Kampagne, Omar Barghouti zum Schweigen zu bringen und die BDS-Bewegung zu unterdrücke

BNC, 22.03.17

Am Sonntag­morgen, 19. März, haben die israel­ischen Steuer­behörden im Haus von Omar Barghouti , dem promi­nenten paläs­tinens­ischen Menschen­rechts­verteidiger und Mit­begründer der BDS-Bew­egung für Freiheit, Gerecht­igkeit und Gleich­heit für das paläs­tinensische Volk, eine Razzia durch­geführt. Omar und seine Frau Safa wurden festgenommen und an diesem ersten Tag 16 Stunden verhört. Omars Verhör dauert jetzt den vierten Tag.

Im Folgenden ist die Antwort des nationalen palästinensischen BDS-Ausschusses (BNC) zu diesen Entwicklungen und die systematischen Bemühungen der israelischen Regierung, die BDS-Bewegung zu kriminalisieren, Aktivist*innen einzuschüchtern und das Recht auf freie Meinungsäußerung einzustellen...

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Israel ist ein Apartheidstaat...

Jakob Reimann, diefreiheitsliebe.de, 24.03.17

…auch wenn der UN-Bericht zurückgezogen wurde.

Ein historischer UN-Bericht verurteilte erstmals die verbrecherische Besatzung Palästinas und die von Rassismus durchsetzte Politik Israels als „Apartheid.“ Auch wenn der Bericht auf Druck der USA und Israels zurückgezogen wurde, entspricht die Einschätzung der Realität. Die Situation vor Ort zeichnet ein klares Bild: Israel ist ein Apartheidstaat.

„Israel ist des internationalen Verbrechens der Apartheid schuldig,“ mit diesen Worten stellte Richard Falk vergangene Woche einen frisch erschienenen UN-Bericht vor, während seine Kollegin Virginia Tilley klarstellt: „Wir reden nicht länger vom Risiko der Apartheid, sondern von der Anwendung von Apartheid.“

Die beiden international renommierten US-Wissenschaftler leiteten für die UN-Organisation „Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien“ (ESCWA) die Untersuchung über die Behandlung der Palästinenser durch Israel, die zu dem Schluss kommt: „Fern jedes vernünftigen Zweifels, belegen die Beweise, dass Israel schuldig ist, ein Apartheidregime gegen das palästinensische Volk errichtet zu haben.“ ...

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Wo Dörfer waren, sollen Bäume wachsen

Von Marc Schürmann, sz-magazin.suedeutsche.de, 23.03.17

Als Zeichen des Friedens werden mit Spenden aus Deutschland in Israel Wälder gepflanzt. Aber das Projekt hat eine Schattenseite, wie eine Reportage von SZ-Magazin-Autor Michael Obert zeigt.

Zerstörte Unterkunft

Und dann muss Awad Abu-Freih schnell weg. Ein befreundeter Nachbar hat ihn gerade auf dem Handy angerufen: Die Leute vom Jüdischen Nationalfonds seien im Anmarsch. Abu-Freih fürchtet, dass sie ihn ins Gefängnis stecken, sollten sie ihn hier erwischen. Dabei steht er gerade auf seinem eigenen Grundstück, aber darum geht es ja.

Awad Abu-Freih ist ein Oberhaupt arabischer Beduinen, einer muslimischen Minderheit, die in der israelischen Wüste Negev als Halbnomaden lebt. Die Beduinen sind israelische Staatsbürger, laut demokratischer Bürgerrechte gleichberechtigt mit den israelischen Juden. Doch rund 60.000 Beduinen leben in Dörfern, die der israelische Staat nicht anerkennt. Die Bewohner dieser Dörfer leben mit der täglichen Bedrohung, dass der israelische Staat seine Bagger schickt und ihre Häuser abreißen lässt, um stattdessen jüdische Siedlungen zu errichten. Oder riesige Wälder...

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Schlag gegen Demokratie

Ein Kommentar von Arnd Festerling

Die Absage der israelkritischen Konferenz in Frankfurt ist eine Niederlage für die Freiheit der Rede. Kampagnen und Hassmails dürfen in der Stadt nicht darüber entscheiden, was ausgesprochen werden darf.

Arnd Festerling, Chefredacteur der Fraunkfurter Rundschau Quelle: Fraunkfurter Rundschau

Es gibt Niederlagen für die Freiheit der Meinung, für die Freiheit der Rede und für unsere Demokratie, die bekommt kaum jemand mit. Sie treffen den Kern demokratischen Selbstverständnisses, auch wenn keine „Tagesschau“, keine „heute“-Sendung darüber berichtet – warum auch, eigentlich ist doch nur eine Veranstaltung abgesagt worden. Frankfurt hat am Montag eine solche Niederlage erlitten.

Der Betreiber des Ökohauses sagte eine Konferenz ab, die sich kritisch mit „50 Jahre israelische Besatzung“ der Palästinensergebiete auseinandersetzen wollte. Auf das Podium waren weder deutsche Neofaschisten noch antisemitische Dschihadisten geladen, sondern eine ehemalige palästinensische Ministerin, drei führende Köpfe der israelischen Friedensbewegung und ein deutscher Politiker der Linken. Das sagt nichts aus über das, was auf dem Podium womöglich gesagt worden wäre, das sagt nichts darüber aus, ob man den Meinungen der Diskutanten folgen kann oder möchte...

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Jüdisches Ja zum Israel-Boykott

Sind Boykottaufrufe gegen Israels Be­satz­ungs­politik anti­semitisch? Nein, sagt der jüdische Religions­gelehrte Daniel Boyarin, sie sind vielmehr ein Dienst am jüd­ischen Volk. Ein Gast­beitrag in der Frank­furter Rund­schau

Daniel Boyarin
Daniel Boyarin

Seit ich hier in Deutschland bin, im ersten Jahr als „Fellow“ am Max-Weber-Kolleg und jetzt als Humboldt-Preisträger an der FU Berlin, ist mir folgen­des bewusst geworden: Mehr noch als in den USA, werden die Unter­stützer der „BDS“-Kam­pagne (Boycott, Divestment, Sanctions – Boykott, Desin­vestitionen, Sank­tionen) in Deutschland zu Anti­semiten gestempelt, und ihr Vorgehen wird mit dem berüchtigten NS-Boykott jüdischer Geschäfte in den 1930er Jahren verglichen, um nicht zu sagen gleichgesetzt.

Ich bitte um Differenzierung.

Erlauben Sie mir, mich kurz vorzustellen. Ich bin Taubmann-Professor für Talmudische Kultur an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Ich habe mein Leben dem Studium und der Lehre der jüdischen Klassiker verschrieben, sowohl in meiner Position an der Universität als auch mit Auftritten in Synagogen und anderen öffentlichen Orten. Nichts Jüdisches ist mir fremd, obwohl ich intellektuell und moralisch einer Reihe von Aspekten des historischen und zeitgenössischen Judentums kritisch gegenüberstehe, genau wie dem politischen und moralischen Verhalten des Staates Israel in der heutigen Zeit.

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Gegen Verleumdung – eine Erwiderung auf Volker Beck

juedische-stimme.de, 16.03.17

Der Politiker Volker Beck (Bündnis90/DieGrünen) versucht überall in der Bundesrepublik kritische Stimmen gegen die israelische Besatzungspolitik zum Schweigen zu bringen. Zuletzt wandte er sich an den Bonner Stadtrat mit einem schlecht recherchierten und verleumderischen Schreiben und forderte die Absage der Veranstaltung “Für Menschenrechte und Völkerrecht in Palästina – Was will BDS?“. Gegen diese Zensurversuche protestierten wir mit unserem eigenen Schreiben an den Stadtrat...

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Die zerstörerische Gewalt der fünfzigjährigen israelischen Besatzung

Felicia Langer, palaestina-portal.eu

Felicia Langer Quelle:arbeiterfotografie

Die israelische Besatzung der palä­stinen­sischen Gebiete seit dem so genannten Sechs-Tage-Krieg im Juni 1967 hat das Leben von Millionen Palä­stin­ensern geändert. Auch mein eigenes Leben. Als Zeitzeugin und Augenzeugin habe ich zu helfen versucht, leider meist vergebens. Die israelischen Verbrechen wie Folterungen, willkürliche Verhaftungen in großem Stil, Administrativhaft, Deportationen, Enteignung von Land, Zerstörung von Häusern und Hab und Gut habe ich miterlebt und in meinen Büchern beschrieben, um diese Informationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei meinen Lesungen habe ich allzu erlebt, dass Menschen zu mir kamen und sagten: „Das haben wir nicht gewusst!“

Die Neuauflage meines Buches „Mit eigenen Augen“, 2016 beim Cosmics Verlag erschienen, trägt den Untertitel „Israel hat den Palästinensern Land, Freiheit und Würde geraubt“. Das ist das Fazit der letzten 50 Jahre der israelischen Besatzung. – Zu den einschneidendsten gewaltsamen Übergriffen in das Leben palästinensischer Familien zählt die Zerstörung ihres Hauses, sei es dass es ohne Genehmigung gebaut wurde, weil diese nicht zu erhalten war, oder dass einem Familienmitglied die Beteiligung an einem Attentat vorgeworden wird. In diesem Fall stellt die Zerstörung eine völkerrechtswidrige Kollektivstrafe dar...

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Israel und Palästina: Siedlerkolonialismus und Wissenschaftsfreiheit an Universitäten

Prof. Ilan Pappé, University of Exeter, UK, 28.02.17

Prof. Ilan Pappé, University of Exeter

In den letzten zehn Jahren ist ein altes wissen­schaftliches Paradigma, welches für die historische Analyse europäischer Siedler­bewegungen in verschiedenen Teilen der Welt Anwendung fand, in den USA und Australien erneut aufgekommen, nun verbunden mit dem Wunsch die moderne Geschichte dieser Länder zu verstehen. Führende Historiker*innen aus aller Welt redefinierten das Paradigma des Siedlerkolonialismus, um alle Orte miteinzuschließen, an denen europäische Immigrant*innen nicht-europäische Länder kolonialisierten – zunächst mit Hilfe kolonialer Imperien, später dann im Kampf gegen jene Imperien und die einheimische indigene Bevölkerung...

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Zionismus und Antisemitismus

klassegegenklasse.org

Ein grundlegendes Problem in der Ansicht vieler deutscher Linken auf Palästina und den Zionismus besteht darin, dass das Paradigma unkritisch akzeptiert wird, der Zionismus sei eine emanzipatorische Antwort auf den Nationalsozialismus. Schon historisch ist diese Annahme falsch – die zionistische Bewegung und die ersten Stufen der Kolonisierung Palästinas entstanden einige Jahrzehnte vor dem deutschen Faschismus. Nichtdestotrotz besteht natürlich eine Beziehung zwischen dem Zionismus und dem europäischen Antisemitismus; diese Beziehung ist aber viel weniger kausal und viel dialektischer, als es in dem hegemonialen Diskurs in Deutschland gesehen und analysiert wird...

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Indien und Israel verstärken Zusammenarbeit. Kooperation im Rüstungsbereich

Thomas Berger, jungewelt.de, 08.03.17

Narendra Modi wird im Juli zu einer historischen Reise aufbrechen: Als erster indischer Regierungschef will er einen Staatsbesuch in Israel absolvieren. Über das genaue Datum schweigen sich beide Seiten zwar noch aus. Erste Vorbereitungsgespräche hat es laut Medienberichten aber schon gegeben. Das anstehende Ereignis ist von einem Jubiläum getragen – 25 Jahre war es Ende Januar her, dass beide Länder diplomatische Beziehungen aufnahmen. Mit dem Staatsbesuch würde Modi, Chef der regierenden hindunationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP), seinem Land ein weiteres Abrücken von dessen traditioneller Solidarität mit den Palästinensern verordnen.

Als die damals regierende Kongresspartei (INC) 1992, auch unter US-amerikanischem Druck, erstmals Botschafter mit Israel austauschte, war noch davon die Rede, dass dies an den traditionell guten Beziehungen in die arabische Welt nichts ändern werde. Bei der derzeit in Delhi tonangebenden BJP, die eine islamfeindliche Grundhaltung hat, könnte das anders aussehen...

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Schweizer Parlament schränkt den Einsatz für Menschenrechte in Israel/Palästina ein

Presseerklärung BDS Schweiz - 08.03.17

BDS Schweiz verurteilt die heutige Annahme einer Motion im Nationalrat, die zum Ziel hat, finanzielle Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen im Kontext Israel/Palästina zu verbieten. Sie ist ein Angriff auf die palästinensische Bevölkerung, die Meinungsfreiheit und Organisationen, die sich für die Einhaltung von Menschenrechten und dem Völkerrecht engagieren. Die von SVP-Nationalrat Christian Imark eingereichte Motion verlangt, dass Organisationen keine finanzielle Unterstützung mehr erhalten, wenn sie die gewaltfreie BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) unterstützen...

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»Verhandlungen sollen für Israel günstig sein«

junge Welt.de, 28.02.17

Mit Unterstützung der USA versucht Benjamin Netanjahu, seine Vorstellung vom Nahen Osten durchzusetzen.
Gespräch mit Dror Etkes

Haben US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bei ihrem jüngsten Treffen in Washington die Zweistaatenlösung endgültig verworfen und die Idee eines gemeinsamen Staates für Juden und Palästinenser mit gleichen Rechten ins Spiel gebracht, wie manche Kommentatoren behaupten?...

Soweit würde ich nicht gehen. Trump ist eine unvorhersehbar handelnde Person. Er sagte, dass für ihn alles okay sei: ein Staat, zwei Staaten oder eine andere Lösung. Ich fürchte jedoch, dass er sich dabei nicht auf einen gemeinsamen demokratischen Staat bezog, den immer mehr Palästinenser und auch einige Israelis wünschen...

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Israel schlägt Golfstaaten Allianz gegen Iran vor

spiegel.de, 28.02.17

Lieberman macht sich für eine Allianz ähnlich der Nato stark.
Für Israel gehört auch Saudi-Arabien zu den gemäßigten Staaten!

Israel, Saudi-Arabien und andere Golfstaaten haben nach Ansicht der israelischen Regierung einen gemeinsamen Feind: Iran. Minister Lieberman bringt nun ein Bündnis nach dem Vorbild der Nato ins Gespräch.

Israel hat Saudi-Arabien die Bildung einer Allianz im Nahen Osten nach dem Vorbild der Nato vorgeschlagen. "Es ist Zeit, öffentlich ein formelles Bündnis zu bilden, eine Koalition aller gemäßigten Kräfte im Nahen Osten gegen den Terror", sagte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman in einem Interview mit der "Welt"...

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Mads Gilbert: Night in Gaza

Interview mit Mads Gilbert, The Palestinian Information Center

(...) “Israel gravely violates inter­national law… Did the big powers give Israel the right to occupy Pales­tinian land? Why do these countries deprive Pales­tinians of the right to defend their lands in the face of Israeli occupation? Wash­ington supports the Israeli oppression against the Pales­tinians and covers the crimes of the Israeli army in Gaza and the West Bank, and totally ignores the right of nine million Palestinian refugees to return to their home in Palestine.”...

The Palestinian Information Center Interview

Fünf Jugendliche wurden wegen Steinewerfens zu längeren Haftstrafen verurteilt als der israelische Soldat der einen verwundeten Palästinenser erschossen hat

Bethan McKernan, independent.co.uk, 22.02.17

Saleh Ashraf Ishtayya, 16:  Drei Jahre und drei Monate Gefängnis
Muhammad Ahmad Jaber, 14: Drei Jahre Gefängnis
Murad Raed Alqam, 14: Drei Jahre Gefängnis
Muhammad Na’el Tayeh, 17:  Zwei Jahre und vier Monate Gefängnis
Zaid Ayed al-Taweel, 16: Zwei Jahre und vier Monate Gefängnis

Siehe den Artikel "Five children who got longer sentences for throwing stones than Israeli soldier who shot incapacitated Palestinian dead" independent.co.uk

»Grünes Licht« für Mord

jw.de, 22.02.17

Israelischer Soldat muss nach gezielter Tötung nur 1,5 Jahre in Haft

18 Monate Haft wegen Tötung eines verletzten Palästinensers
Elor Azaria und seine Mutter im Gerichtssaal nach dem Urteilsspruch

Ein israelischer Soldat muss wegen Totschlags an einem verletzten palästinensischen Attentäter für eineinhalb Jahre ins Gefängnis. Dies entschied ein Militärgericht in Tel Aviv am Dienstag. Der 21 Jahre alte Soldat war im vergangenen Monat schuldig gesprochen worden. Bis zu zwanzig Jahren Haft drohten Elor Azaria zuvor. Viele Israelis sahen den Soldaten hingegen als unschuldig an und feierten ihn als Volkshelden. Auch Minister­präsident Benjamin Netanjahu sprach sich nach der Urteilsverkündung im Januar für eine Begnadigung aus.

(...) Die palästinensische Autonomiebehörde hat empört auf das milde Urteil für Asaria reagiert. Diese bedeute »grünes Licht« für Verbrechen des israelischen Militärs, sagte der Sprecher Tarik Rischmawi am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Hanan Aschrawi, Mitglied des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, bezeichnete die Strafe als »Hohn auf die Gerechtigkeit«. »Es ist offensichtlich, dass das israelische Justizsystem von demselben Rassismus, der Ungerechtigkeit und Kultur des Hasses befallen ist wie die israelische Besatzung«, sagte Aschrawi am Dienstag nach Angaben ihres Büros...

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18 Monate Haft wegen Tötung eines verletzten Palästinensers

faz.net, 21.02.17

Ein israelischer Soldat hat einen kampfunfähigen Attentäter mit einem Kopfschuss hingerichtet. Der Fall spaltet Israel: Für die einen ist Azaria ein Held, für die anderen ein Mörder.

Ein israelischer Soldat muss wegen Totschlags an einem verletzten palästinensischen Attentäter für eineinhalb Jahre ins Gefängnis. Dies entschied ein Militärgericht in Tel Aviv am Dienstag. Der 21 Jahre alte Soldat war im vergangenen Monat schuldig gesprochen worden. Bis zu zwanzig Jahren Haft drohten Elor Azaria zuvor. Viele Israelis sahen den Soldaten hingegen als unschuldig an und feierten ihn als Volkshelden. Auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach sich nach der Urteilsverkündung im Januar für eine Begnadigung aus...

Nahezu zeitgleich mit Ihrer Absage wurden in den Medien und online-Portalen Vorwürfe gegen die AWR und die Uni HH wegen der Gastprofessur von Farid Esack erhoben: Farid Esack, einer der renommiertesten islamischen Denker unserer Zeit, ist auch Vorsitzender von BDS South Africa. BDS South Africa ist in der weltweiten BDS-Bewegung verankert, die den Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft aus dem Jahre 2005 zu Boykott, Investitionsentzug und Sanktionen gegen Israel unterstützt, bis Israel internationalem Recht und den universellen Prinzipien der Menschenrechte nachkommt...

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Offener Brief an die Akademie der Weltreligionen (AWR) / Universität Hamburg und die Grüne-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft

BDS Deutschland, 16.02.17

Sehr geehrter Herr Professor Weiße,
sehr geehrte stellvertretende Direktor*innen der AWR
sehr geehrte Mitglieder des AWR-Beirates
sehr geehrte Mitglieder des International Advisory Board
sehr geehrte Fraktionsmitglieder der Grünen in der Hamburger Bürgerschaft,

mit Bedauern haben wir – Mitglieder und Sympathisierende der BDS-Bewegung in Deutschland – die Absage der von Ihnen gemeinsam mit der Grünen-Fraktion Hamburg angekündigten öffentlichen Veranstaltung mit Prof. Dr. Farid Esack zum Thema „Wem erlaube ich, im Zug neben mir zu sitzen? Religionsfreiheit in einer Zeit des Terrors“ zur Kenntnis genommen. Aus organisatorischen Gründen ließen Sie verlauten und versprachen dabei gleichzeitig – zumindest ist dies auf der fb-Seite der "Antideutschen Aktion Hamburg" in einen Eintrag vom 24. Januar um 12:16 so nachzulesen - eine deutsche Übersetzung der Rede von Professor Esack in den nächsten Tagen auf Ihre Homepage zu setzen.

Nahezu zeitgleich mit Ihrer Absage wurden in den Medien und online-Portalen Vorwürfe gegen die AWR und die Uni HH wegen der Gastprofessur von Farid Esack erhoben: Farid Esack, einer der renommiertesten islamischen Denker unserer Zeit, ist auch Vorsitzender von BDS South Africa. BDS South Africa ist in der weltweiten BDS-Bewegung verankert, die den Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft aus dem Jahre 2005 zu Boykott, Investitionsentzug und Sanktionen gegen Israel unterstützt, bis Israel internationalem Recht und den universellen Prinzipien der Menschenrechte nachkommt...

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Offener Brief von Cafe Palestine Freiburg an den Freiburger Gemeinderat, Mitglieder der Universität

Cafe Palestine Freiburg, 13.02.17

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Amtsblatt vom 27.1.17 hat die JPG Freiburg [Fraktionsgemeinschaft Junges Freiburg / Die PARTEI / Grüne Alternative Freiburg] unter dem Titel „Freiburger! Kauft auch bei Juden!“ Unwahrheiten über die BDS-Bewegung (BDS steht für Boykott, Desinvestition und Sanktionen) verbreitet und den Gemeinderat dazu aufgefordert, für den „Ausbau der Aufklärungsarbeit gegen Antisemitismus“ die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.

Die JPG (allen voran Simon Waldenspuhl) ebenso wie das Referat gegen Antisemitismus des Studierendenrats an der Uni Freiburg, die antideutsche ISF (Initiative sozialistisches Forum) und die Deutsch-Israelische Gesellschaft Freiburg versuchen seit Langem, Veranstaltungen von Cafe Palestine Freiburg durch Lügen und Verleumdungen aus der Stadt und vor allem aus der Universität zu vertreiben.  Städtische Räume werden unserem Verein nicht zur Verfügung gestellt, Kooperationspartner werden durch Briefe, Emails, Telefonate oder auch "persönliche Besuche" unter Druck gesetzt...

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Gegen Rassismus an der Uni Wien: Protestbrief gegen eine Veranstaltung mit Ayelet Shaked

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e. V., 13.02.17

Justizministerin Ayelet Shaked: „Wir müssen nun über die Annektierung [des restlichen paläs­tin­ensischen Territorium] sprechen“ – Haaretz.com

Anlässlich einer geplanten Veranstaltung mit der israelischen Justiz­ministerin an der Rechts­wissen­schaft­lichen Fakultät der Uni­versität Wien haben wir uns heute an den Dekan mit einem Protest­brief gewendet. Rass­ismus und Rechts­extremismus verdienen keine Bühne an der Universität Wien!

Sehr geehrter Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Paul Oberhammer,
Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien,
mit großer Verwunderung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die israelische Justizministerin Ayelet Shaked am Mittwoch, den 15. Februar 2017, an Ihrer Fakultät einen Vortrag im Rahmen der „Distinguished Lecture Series“ halten wird. Der Titel des Vortrags – „Protecting Human Rights While Countering Terrorism – The Israeli Case“ – steht in geradezu zynischem Gegensatz zu zahlreichen Äußerungen und Handlungen Shakeds.

Shaked ist wie kaum andere Politiker_innen in Israel für ihre rassistische und rechtspopulistische Hetze gegen Geflüchtete, gegen Palästinenser_innen sowie Menschenrechtsaktivist_innen bekannt. Viele ihrer Äußerungen hätten, wenn sie in Österreich oder Deutschland gefallen wären, zu Prozessen wegen Volksverhetzung und Anstiftung zu Straftaten geführt. So verbreitete sie im Sommer 2014 auf ihrer Facebookseite einen Aufruf zum Genozid an der palästinensischen Bevölkerung, in dem es heißt: “Sie alle (die Palästinenser_innen) sind feindselige Kämpfer gegen uns, und sie werden dafür bluten. Dazu zählen nun auch die Mütter der Märtyrer /…/. Sie sollten ihren Söhnen folgen – nichts wäre gerechter. Sie müssen verschwinden, und ebenso die Häuser, in denen sie diese Schlangen großziehen.” ...

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Deutsche Befindlichkeiten – Wie eine vorgebliche Antisemitismusbekämpfung zur ideologischen Farce gerät

Moshe Zuckermann, junge Welt, 10.02.17

(…) Wo soll man anfangen, um die für den gegenwärtigen Antisemitismus-Diskurs in Deutschland charakteristischen Verzerrungen zu entzerren? Die dafür notwendigen begrifflichen Voraussetzungen enthalten bereits die Koordinaten dessen, was im besten Fall ein Missverständnis ist, im Grunde aber auf eine interessengeleitete Manipulation hinausläuft: Judentum, Zionismus und Israel werden in eins gesetzt, damit Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik als eine einheitliche Kategorie behandelt werden können.

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Mehr als nur ein „Israelkritiker“

Daniel Bax, taz.de, 09.02.17

Farid Esack

Der Theologe und ehemalige Anti-Apartheid-Kämpfer Farid Esack aus Südafrika wird in Deutschland als „Antisemit“ geschmäht. Das wird dem Aktivisten und Intellektuellen nicht gerecht.

Farid Esack hat so manchen Kampf ausgefochten und sich trotzdem seinen Humor bewahrt. Dass er jetzt im Zentrum einer erbitterten Kontroverse steht, nachdem er an der Uni Hamburg diesen Winter eine Gastprofessur innehatte, bringt ihn kaum aus der Ruhe. Die Kritik entzündet sich daran, dass Esacks Haltung zu Israel umstritten ist. Denn Esack sitzt in Südafrika der Boykott-Bewegung gegen Israel vor, „BDS“ genannt (für Boykott, Desinvestionen, Sanktionen).

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„Die Zwei-Staaten-Lösung ist nicht mehr umsetzbar“

Bettina Marx im Gespräch mit Ann-Kathrin Büüsker, deutschlandfunk.de, 08.02.17

Mit Israels neuem Gesetz zu jüdischen Siedlungen werde der bereits existierende Diebstahl von palästinensischem Land legalisiert, sagte die Büroleiterin der Böll-Stiftung in Ramallah, Bettina Marx, im DLF. Die Palästinenser seien resigniert und niedergeschlagen. Marx schloss auch eine neue Eskalation nicht aus.

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Israels Landraub-Gesetz ist nur die Spitze des Siedlungs-Eisbergs

Haggai Matar, 972mag.com, 07.02.2017

Jeder der das neue Gesetz zur Authorisierung des Diebstahls privaten palästinensischen Lands verurteilt und dabei den Massendiebstahl vergisst der durch das Siedlungsunternehmen insgesamt erzeugt wird tut dem Kampf für Gleichheit in diesem Land Unrecht.

Montagnacht hat die Knesset das „Formalisierungsgesetz“ (auch als „Normalisierungsgesetz“ übersetzt) verabschiedet, das dutzende Siedlungsaußenposten (fast 4.000 Wohneinheiten) im Westjordanland nachträglich legalisiert. Das Gesetz formalisiert Siedlungsdiebstahl privaten palästinensischen Lands, das es dem Staat erlaubt den Palästinensern eine Kompensation aufzuzwingen für Land das ihnen gehört und das von Siedlern übernommen wurde.

(...) Jede israelische Regierung hat in den letzten 50 Jahren dazu beigetragen, mehr als 750.000 seiner Bürger in die von Israel 1967 besetzten Gebiete zu bringen. Die Etablierung von Siedlungen in besetzten Gebieten ist durch internationales Recht verboten, woran uns der UN Sicherheitsrat erst vor Kurzem erinnert hat....
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Brief an die Georg-August-Universität Göttingen, wegen der Nakba-Ausstellung

Ingrid Rumpf, Flüchtlingskinder im Libanon e.V., 07.02.17

Sehr geehrte Frau Präsidentin,
nachdem Frau Prof. Dr. Schneider und Herr Prof. Dr. Ambos aus für mich sehr plausiblen Gründen übereingekommen sind, keine Neuauflage der Nakba-Ausstellung an der Universität Göttingen quasi als einen zweiten Aufguss verantworten zu wollen, möchte ich mich aus meiner Sicht noch einmal abschließend äußern. Der große Erfolg der Nakba-Ausstellung in der Galerie Alte Feuerwache mit vielen Hundert Besuchern und fast 500 verkauften Ausstellungskatalogen zeigt das große Interesse der Öffentlichkeit an der Nahost-Thematik und das Bedürfnis nach alternativen Informationen.

Dass das Wissen um die Hintergründe des den gesamten arabischen Raum beeinflussenden Nahostkonflikts aus historischen Gründen nach wie vor von der israelischen Sichtweise auf den Konflikt dominiert wird, ist offensichtlich. Allein die Tatsache, dass der Begriff der „Nakba“ und die Forschungsergebnisse der sogenannten neuen israelischen Historiker in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind, spricht für sich. Da sind die Studenten und vermutlich auch die Mehrzahl der Dozenten der Uni Göttingen keine Ausnahme. Umso mehr ist der Umgang der Universitätsleitung mit der Nakba-Ausstellung zu bedauern...
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Grünes Licht zum Landraub

Monika Bolliger, nzz.ch, 07.02.17

Israels Knesset hat am späten Montagabend ein kontroverses Gesetz verabschiedet, das die Enteignung von Palästinensern für rechtmässig erklärt. Das Gesetz legalisiert über 50 Aussenposten von Siedlungen, welche auf Land erbaut wurden, das sich in palästinensischem Privatbesitz befindet. Es verweigert den betroffenen Palästinensern das Recht, ihren Landbesitz vor Gericht zu beanspruchen. Die Verfasser nennen es Gesetz zur „Regulierung“ von Siedlungen. Gegner nennen es „Landraub-Gesetz“...
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Nachspiel wegen Israel-Kritik

Daniel Bax, 06.02.17

Der südafrikanische Theologe Farid Esack war Gastprofessor in Hamburg. Jetzt stehen die Hochschule und der Senat deshalb unter Druck.

Farid Esack ist ein Veteran des Kampfes gegen die Apartheid in seinem Land. Nach dem Ende der Rassentrennung wurde er von Nelson Mandela zum Gleichstellungsbeauftragten seiner Regierung berufen. Außerdem ist er ein muslimischer Reformtheologe, der sich für eine liberale Auslegung des Islam einsetzt. Darum wurde er von der Akademie der Weltreligionen in Hamburg eingeladen, um als Gastdozent im Wintersemester zwei Seminare zu leiten...
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Belgische Akademiker_innen und Kunstschaffende fordern Rückzug aus LAW TRAIN

bds-info.ch, 04.02.17

In Belgien haben 482 Professor_innen und Forschende gemeinsam mit 190 Kunstschaffenden einen offenen Brief an die belgischen Behörden geschrieben. Darin fordern sie, dass sich Belgien aus dem von der EU finanzierten Forschungsprojekt LAW TRAIN, das eine Zusammenarbeit europäischer Länder mit der israelischen Nationalpolizei vorsieht, zurückzieht.

Der Widerstand gegen LAW TRAIN, das im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon2020 steht und mit dem Technologien zur Vereinheitlichung von polizeilichen Befragungen entwickelt werden, wächst. Koordiniert wird das Projekt von Israel und als Partner treten das israelische Ministerium für öffentliche Sicherheit, die israelische Nationalpolizei, der Föderale Öffentliche Dienst Justiz Belgiensund das spanische Innenministerium sowie die Guardia Civil auf.
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Palestinian shot dead 'in cold blood' by Israeli police during Negev demolition raid

Ma'an News Agency, 18.01.17

Ayman Odeh verletzt
Parlamentarier Ayman Odeh, verletzt durch ein von der israelischen Polizei abgefeuertes Geschoss, das harmlos sponge-tipped bullet (Geschoss mit schwammverkleideter Spitze) genannt wird. Viele haben durch diese Geschosse schon ihr Augenlicht verloren. Mehr Infos zu diesem Thema: dci-palestine.org

Two people were killed and several others were hospitalized on Wednesday after a predawn demolition raid into the Bedouin village of Umm al-Hiran in the Negev region erupted into clashes, as Israeli forces used sponge-tipped bullets, tear gas, and stun grenades to violently suppress locals and supporters who had gathered to resist the demolitions.
Zum vollständigen Artikel (engl.)

Um Al-Khiran: Unsere Solidarität gegen ihre Lügen

Dror Dayan, 21.01.17

Bei der Räumung einer palästinensischen Siedlung erschoss die israelische Polizei am Mittwoch einen Lehrer. Kurzerhand verbreitete sie die Lüge, der Erschossene sei Mitglied des ISIS (Islamischer Staat in Irak und Syrien) – und fast alle Medien glaubten ihr.

Es ist Mittwoch, früh morgens, in dem beduinischen Dorf Um Al-Khiran in der Naqab-Wüste im Süden Israel/Palästina. Eine Hundertschaft von Polizist*innen ist unterwegs in das Dorf hinein. Ein Polizeihubschrauber schwebt über der Wüste, filmt das Gelände mit einer Thermokamera. Im Dorf befinden sich schon mehrere Aktivist*innen, Palästinenser*innen und Israelis. Sie warten zusammen mit den Dorfbewohner*innen gespannt auf die Räumung.

Für die Älteren davon wäre es schon die zweite Vertreibung: die kleine Gemeinde hat sich in das vom Staat nicht anerkannte Dorf angesiedelt, nachdem sie 1956 durch Israel von ihrem Land vertrieben und dort angesiedelt wurden. Nun sollten sie wieder verdrängt und umgesiedelt werden, da der Staat für das Gelände etwas anderes vorhat: Auf dem Land von Um Al-Khiran sollte eine rein jüdische Ansiedlung errichtet werden, mit dem hebräischen Namen „Khiran“. Die Pläne stehen schon fest, die neue Einwohner*innen sind schon bereit und werben schon ihre neue Nachbarschaft im Netz...

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Ein voller Erfolg für die gemeinsame Sache und Meinungsfreiheit!

„Ich glaube, dass auf diesem Wege sogar mehr erreicht wurde als potentiell auf dem Wege eines Urteils.“

Siehe unten „Solidarität mit Christoph Glanz“

Christopher Glanz, 27.01.17

Ich erlaube mir mal, den Tenor des Vergleichs hier direkt wiederzugeben:
1)„Die Parteien haben im Rahmen einer Mediationssitzung/Güterichtersitzung Ein intensives Gespräch aus Anlass der E-Mail von Frau Rihl vom 24.04.2016 an die ESG (Evangelische StudentInnengemeinde) in Oldenburg geführt.

2) Die Parteien sind sich darüber einig, dass Kritik an der Politik des Staates Israel von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, soweit diese nicht durch Hass gegen das „Kollektiv der Juden“, der Religionszugehörigkeit zum Judentum oder andere rassistische Zuschreibungen motiviert ist.

3)Frau Rihl erklärt, a)dass sie es bedauert, dass Herr Glanz durch die entstandene Debatte dem rechtsradikalen Lager zugeordnet werden könnte,

b) dass sie angesichts obiger Definition des Wortes Antisemitismus von der Bezeichnung des Herrn Glanz als „bekannten Antisemiten“, die u.a. anlässlich der Unterstützung des Herrn Glanz für die BDS-Kampagne entstanden ist, Abstand nimmt und es künftig unterlassen wird, ihn so zu bezeichnen. Frau Rihl bleibt weiterhin bei ihrer Kritik an der BDS-Kampagne, die von Herrn Glanz unterstützt wird.

4) Mit dem Abschluss dieses Vergleichs sind alle Auseinandersetzungen aus Anlass der oben geführten E-Mail abgeschlossen.

5) Die Kosten des Rechtsstreits 5 O 2521/16 Landgericht Oldenburg und des Vergleichs werden gegeneinander aufgehoben.“

In Großbritannien wächst die Wut unter den Konservativen über Israels Intrige

Von Asa Winstanley, electronicintifada.net, 15.01.17

Vize-Außenminister Alan Duncan: zu palästinafreundlich für Manche

Ein einfluß­reiches Par­la­ments­komitee wird eine Intrige der israel­ischen Botschaft, einen Regier­ungs­minister Groß­britan­niens „aus­zuschalten“, unter­suchen. Der Vorsitzende des Ausschusses des auswärtigen Amts sagte am Sonntag, dass die Diskussion des in Ungnade gefallenen ranghohen Diplomaten, Shai Masot über eine „Abschussliste“ von Parlamentariern sei eine „Einmischung in britische Politik der düstersten Art“.

(...) Nachdem geheime Filmaufnahmen die Intrige aufgedeckt hatten, wurde Masot schleunigst kaltgestellt, nach Israel zurückgeschickt und von seiner Regierungsposition gefeuert. Die für Israel höchst peinliche Affäre führte zu einer kriecherischen Entschuldigung des Botschafters Mark Regev bei Außenminister Boris Johnson. Das Filmmaterial zeigt Masot wie er Johnson einen „Idioten“ nennt...
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Tiere in Palästina

Mazin Qumsiyeh und andere

Tiere in Palästina
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Gaza im Kontext: Israels Palästina-Problem

19.07.16, jadaliyya.com

Gaza im Kontext

Das Institut für arabische Studien (Arab Studies Institute) veröffentlicht das Pädagogik-Projekt Gaza in Context.

Israel hat kein Hamas-Problem, es hat ein Gaza-Problem, es hat ein Palästina-Problem. Zwei Jahre sind vergangen seit dem bisher brutalsten Angriff Israels auf das palästinensische Volk Palästinas in dessen Geschichte.

Trotz überwältigender Beweise der ungleichen Machtverhältnisse zwischen Israel und den Palästinensern und der Aggressivität Israels, inklusiv der Andwending überproportionlen Gewalt, sowie der kollektivstrafe im Gazastreifen in Form von Belagerung und häufigen Angriffen auf die Zivilbevölkerung in dicht besiedelten Gebieten, stellen Mainstream Medien und Unterrichtsmaterialien Israel weiterhin als Opfer da.

Dieses pädagogische Projekt zielt darauf ab den propagandistischen Charakter der Mainstream- Medien und Unterrichtsmaterialien zu korrigieren. Gaza in Context stellt die historischen Zusammenhänge dar und erklärt den palästinensischen Widerstand und die Geschehnisse, die bisher vom israelischen Narrativ geprägt waren, die Gaza als Ausnahme und aus dem Zusammenhang des palästinensischen Kampfes insgesamt herausgelöst darstellt. Es bietet die Gelegenheit die Gewalt und Israels siedlerkolonialistisches Projekt zu verstehen.

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Ein “Israel-Treueeid” gehört nicht zum Asylrecht

Nein zu rechtspopulistischen Äußerungen des American Jewish Committee gegen Geflüchtete

Eine gemeinsame Stellungnahme vom Bündnis gegen Rassismus und der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V

In einem Fachgespräch der Bundestagsfraktion der CDU-CSU am 4. July 2016 forderte die Vorsitzende des American Jewish Committee (AJC) Berlin Diedre Berger, Geflüchtete abzuschieben, die „Israel nicht akzeptieren“[1] und sprach zusammen mit Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, über “die patriarchalisch dominierten Strukturen in muslimischen Familien, die viele Kinder antijüdisch erzögen und in ihrem Hass gegen Israel indoktrinierten.”[2].

Dazu stellen wir fest: “Akzeptanz” gegenüber dem Staat Israel von Geflüchteten zu verlangen und davon ihr Recht auf Asyl abhängig zu machen, empfinden wir als eine zynische und populistische Forderung.

Zur vollständigen Erklärung: juedische-stimme.de

Victory! There will be no more dogs of war!

Palestinian Animal League, 05.07.2016

Israeili attack dog used against a civilian
An Israeli army dog attacks a Palestinian woman during an
army raid in the West Bank village of Obadiyah

Thanks to a concerted campaign led by human rights organisations in Palestine, pro-Palestinian media and supported by the 5,000 strong petition signed by supporters of the Palestinian Animal League, the company exposed for sending training and supplying “dogs” to the Israeli armed forces has stated that it will no longer provide dogs for this purpose.
Reported in Dutch press, the owner of Four Winds K-9, a company which had which had previously proudly promoted that it was responsible for 90% of all dogs supplied to the Israeli army, said “we never had the intention to violate human rights”.

The statement was made in response to the furore which arose as videos were publicised of dogs being deliberately set on young people and peaceful protesters in the West Bank... To the article

Hanin Zoabi fordert auf das israelisch-türkische Abkommen hin eine Entschuldigung

Allison Deger 30. 6. 2016 – palaestinaportal.com

Das israelische Parlament versinkt im Chaos

MK Hanin Zoabi wurde während ihrer Rede ständig angegriffen

Das israelische Parlament versank gestern im Chaos, als Hanin Zoabi von der Joint List zur Annäherung zwischen Israel und der Türkei, über den Überfall auf die Gaza-Flotilla sprach und eine Entschuldigung für eine Knesset-Sitzung im Jahr 2010 forderte, in der sie wegen ihrer Kommentare zu dem tödlichen Überfall als „Terroristin“ niedergeschrien worden war. Auch dieses Mal sprangen die Regierungsmitglieder von ihren Sitzen auf, mehr als ein dutzend stürmten auf sie zu und schrien: „Terroristin!“, worauf sie antwortete: „Schlagt mich (doch)!“

Ein Funktionär aus Zoabis Partei beschrieb die Szene als die brisanteste in der Knesset in letzter Zeit. „Jeder, der dort arbeitet, war richtig durchgerüttelt, man glaubte wirklich, es käme zu einem Aufstand“, sagte der Funktionär und fügte hinzu: „Am Ende war jeder in das Chaos hineingezogen.“,

Zoabi hielt eine Rede zum gerade erst beschlossenen Abkommen zwischen Israel und der Türkei.

Ein Video von der Anhörung (siehe unten) zeigt, wie Sicherheitskräfte intervenieren, aber nicht fähig sind, den Raum unter Kontrolle zu bringen. Es wird berichtet, dass mehrere Knessetmitglieder sich Zoabi näherten und „Dreck“ und „Terroristin“ riefen.

zum Knesset-Video (öffnet sich in einem neuen Fenster, 9 Minuten)

Jonathan Cook berichtet [en] Israeli MPs try to assault Haneen Zoabi

Von IMEMC:Netanyahu Requests Expulsion of MK from Knesset

Hanin Zoabi war zu Gast beim Palästinakomitee-Stuttgart 2011: https://www.youtube.com/watch?v=V2_tJYz9P_g
https://www.youtube.com/watch?v=Mw6gc9xGhMA
https://www.youtube.com/watch?v=6z7yftNTMM0

Kultur ist ein biegsamer Begriff: Plädoyer für den kulturellen Boykott

Birgit Althaler, Palästina-Info Juni 2016

(...) Zunehmend sind Veranstaltungen, an denen offizielle israelische Stellen beteiligt sind, mit Boykottaufrufen konfrontiert und müssen sich der Diskussion über die Komplizenschaft von Kulturinstitutionen mit der diskriminierenden Politik des Staates stellen. Israelische Kulturschaffende, die im Ausland auftreten, und Veranstalter, die israelische Kulturproduktionen programmieren, müssen wohl oder übel eine Haltung zum palästinensischen Aufruf für einen akademischen und kulturellen Boykott von Israel (PACBI) einnehmen. Der Boykott ist eine Realität, und so müssen sich auch KuratorInnen vor Ort mit dem Thema befassen...

Zum vollständigen Artikel Kultur ist ein biegsamer Begriff

Wir vermissen Jo Cox, eine für die Rechte der Palästinenser engangierte Abgeordnete des britischen Parlaments

Wir vermissen Jo Cox
Die ermordete Abgeordnete, Jo Cox, (5. von links) war aktiv in der parlamentarischen Gruppe Friends of Palestine der britischen Labourpartei

Die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox (5. von links im Bild) wurde am 16. Juni 2016 auf offener Straße brutal ermordet. Sie war ein aufgehender Stern der Labour-Partei und wurde von zahlreichen Abgeordneten aller Parteien für ihre Ehrlichkeit und ihr Engagement den Unterpriviligierten zu helfen, respektiert.

Die Polizei hat Thomas Mair, einen 52 Jahre alten Mann festgenommen.

Nach Augenzeugenberichten rief der Angreifer "Britain first" als er Cox mit einem Messer und einer Schußwaffe angriff. Sie war 41 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern. Die Ermittler untersuchen nun ob Mair, der von Nachbarn als Einzelgänger beschrieben wurde, Verbindungen zur rechtsradikalen Szene hatte.

Bevor sie im letzten Jahr Abgeordnete wurde hatte Joanne Cox für Save the Children und Oxfam gearbeitet und sich für die Rechte von Flüchtlingen und unterpriviligierten Menschen engagiert.

Besonderes Augenmerk hatte sie für die Rechte von Flüchtlingen und Kriegsopfern. Sie gründete die parteiübergreifende Parlamentsgruppe Friends of Syria, der sie auch vorstand. Sie protestierte gegen die Bombardierung des Gazastreifens 2014 und setzte sich für das Recht ein, die BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestition, Sanktionen) zu unterstützen. Es ist unser Recht unethisch handelnde Firmen zu boykottieren sagte sie und bezeichnete die Delegitimierungsversuche der BDS-Kampagne als groben Angriff auf demokratische Rechte.

Dieses Jahr hatte sie auch an einer Parlamentsdebatte in Westminster Hall teilgenommen, bei der es um inhaftierte Kinder in den besetzten Gebieten Palästinas geht.

Zum vollständigen Artikel auf Jo Cox's website (engl.): jocox.org.uk

SPD-Lokalpolitikerin gerichtlich zu Unterlassung von Antisemitismusvorwurf gezwungen

Presseerklärung BDS Oldenburg, 16.06.16

Am 14. Juni 2016 verurteilte das Landgericht Oldenburg Sara Rihl, SPD-Lokalpolitikerin und studentisches Mitglied des Senats der Universität Oldenburg dazu, ihre Äußerungen über Christoph Glanz nicht zu wiederholen. Rihl hatte sich federführend an der Verhinderung einer Veranstaltung der palästinensischen BDS-Kampagne beteiligt. Der Vortrag unter dem Titel „BDS- die palästinensische Menschenrechtskampagne stellt sich vor“ sollte von dem Oldenburger Lehrer und Aktivisten Christoph Glanz gehalten werden. Rihl hatte den Veranstalter - die Evangelische Studierenden Gemeinde (ESG)- dazu aufgefordert, den Vortrag abzusetzen und bezeichnete den Referenten in diesem Zusammenhang als „bekannten Antisemiten“, der für eine „antisemitische Organisation“ arbeite. Tatsächlich sagte die ESG daraufhin die geplante Veranstaltung ab.

Glanz wehrte sich nun erfolgreich gegen diesen öffentlichen Angriff. „Wir sind froh, dass das Landgericht Oldenburg die Beklagte in die Schranken gewiesen hat und sie ihre absurden Äußerungen unter Strafandrohung nicht mehr wiederholen darf.“, kommentierte dieser. „Wir kennen das Vorgehen der Israel-Unterstützer gut, die sich mangels Argumenten häufig Einschüchterungstaktiken und übler Nachrede inklusive des Antisemitismusvorwurfs bedienen, um beispielsweise Veranstaltungen wie die in Oldenburg geplanten zu verhindern. Wir gehen davon aus, dass dieses Urteil einen Präzedenzfall setzt und beabsichtigen unser Engagement für die gerechte Sache der Palästinenser noch zu intensivieren.“ ...

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Die Diffamierungskampagne gegen Solidaritätsgruppen, die die palästinensische BDS-Kampagne unterstützen geht weiter

Am 3. März erklärte die deutsche Regierung – auf Anfrage der Partei der Grünen – dass die BDS Bewegung nicht als antisemitisch eingestuft sei: siehe den Artikel auf BDS-Kampagne.de und Germany's BDS movement and the paradox of anti-Semitism auf der Website von Aljazeera.

Dennoch versucht der Israellobbyist B. Weinthal von der Jerusalem Post auch weiterhin Banken dazu zu bewegen die Konten von Solidaritätsgruppen die BDS unterstützen zu schließen.
In einem seiner neuen Artikel verkündet er einen Erfolg unter dem Titel "Second largest German bank shuts anti-Israel BDS account", indem er behauptet, dass das Konto von Abi Melzer, Herausgeber der Online-Zeitschrift der-semit.de, bei der Commerzbank gesperrt worden sei, was sich auf Rückfrage allerdings als falsch herausstellte.

Hier auch noch einmal die Erklärung des Palästinakomitees Stuttgart, das ebenfalls Ziel der Diffamierungskampage ist:

Anfang April war der international führende Experte beim Thema Nakba-Vertreibung der Palästinenser im Jahr 1948 und palästinensische Flüchtlinge, Professor Salman Abu-Sitta auf einer Vortragsreise in der Bundesrepublik.

Auf die Veranstaltungen zum Thema palästinensische Flüchtlinge und ihr Recht auf Rückkehr reagierten die Israellobbyisten, Benjamin Weinthal, Europakorrespondent der englischsprachigen israelischen Tageszeitung Jerusalem Post, und die Vorsitzende der DIG Stuttgart (Deutsch-Israelische Gesellschaft) mit einer wilden Diffamierungskampagne, die sich gegen Professor Abu-Sitta und gegen das Palästinakomitee Stuttgart richtet.

Die Beschuldigung lautet, das Palästinakomitee Stuttgart habe mit Dr. Abu-Sitta einen Referenten eingeladen der den Holocaust herunterspiele und Nazi-Deutschland mit Israel vergleiche. Weinthal beruft sich dabei auch auf die israelische Botschaft. Die Anschuldigungen finden sich in einem Artikel von Benjamin Weinthal in der Jerusalem Post vom 6. April 2016.

Vollständige Erklärung – Full statement in English

Rechte Ministerin geht gegen Westbank-„Boykott“ vor

I. Günther, fr.online, 15.06.16

Israels Kulturministerin Kulturministerin Miri Regev will Künstler zwingen, in jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten aufzutreten. Wer sich weigert, dem drohen Sanktionen.

Deklaration über Auftritte in der Peripherie“ ist ein Formblatt betitelt, das diese Woche den Leitern israelischer Theater- und Ballettgruppen ins Haus flatterte. Verlangt wird von den Managern zu erklären, ob ihre Kulturinstitutionen im vergangenen Jahr in den entlegenen Landesteilen wie im Negev oder in Galiläa, aber auch in den jüdischen Siedlungen im Westjordanland Gastspiele gegeben hätten. Falls nicht, droht eine Kürzung staatlicher Subventionen um ein Drittel. Umgekehrt gilt, wer vor Westbank-Siedlern spielt, wird mit einem Bonus von zehn Prozent belohnt.

Zum vollständigen Artikel fr-online.de

Bars, Bibelworte und Hakenkreuze

Klaus Hillenbrand, taz.de, 10.06.2016

Der Anschlag geschah in einem Vergnügungsviertel Tel Avivs. Früher war es ein Dorf evangelischer deutscher Pietisten. (...) Die ersten Bewohner stammten aus Württemberg. Sie gehörten der evangelisch-pietistischen Sekte der Templer an, die mit ihrem Umzug nach Palästina ihre Nähe zu Jerusalem demonstrieren wollten.

(...) Doch dabei blieb es nicht. Nach 1933 wandten sich viele Templer, angezogen von völkischen Parolen, der NSDAP-Landesgruppe Palästina zu. Etwa ein Drittel der Erwachsenen trat der Nazipartei bei. Dort, wo am Mittwochabend vier Menschen bei dem Attentat starben, wehte einst die Hakenkreuzflagge – so wie in den anderen Templer-Dörfern im damals von den Briten verwalteten Palästina auch...

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Sykes-Picot-Abkommen: Vor hundert Jahren zogen Großbritannien und Frankreich die Grenzen des heutigen Nahen Ostens

Knut Mellenthin, 25.05.2016

Am 23. November 1917 veröffentlichten die russischen Zeitungen Iswestija und Prawda ein zur damaligen Zeit sensationelles Dokument: Ein britischer und ein französischer Diplomat hatten sich im Mai 1916 im Auftrag ihrer Regierungen über die Nachkriegsaufteilung des Nahen Ostens verständigt. Nach diesen beiden Männern ist das Papier, dem eine Landkarte der Region mit Grenzmarkierungen beigefügt war, als »Sykes-Picot-Abkommen« bekannt.

Wirklich sensationell war jedoch nicht der Inhalt des Dokuments. Derart frivol und abenteuerlich anmutende Vereinbarungen zwischen zwei oder manchmal auch mehr Staaten wurden im 19. und auch noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Dutzenden abgeschlossen und gehörten zur diplomatischen Routine. Auch das Deutsche Reich war an vielen derartigen Abkommen beteiligt. Aber weder der Inhalt noch auch nur die Existenz solcher Geheimverträge gelangten in der Regel an die Öffentlichkeit. So bestritten die Regierungen in London und Paris auch sofort ganz entschieden die Echtheit des Sykes-Picot-Abkommens und sprachen von »kommunistischer Propaganda«. Dennoch druckte die britische Tageszeitung Manchester Guardian das Papier am 26. November 1917 nach...

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Netanyahu holt offenbar Lieberman in Israels Regierung zurück

Ben Segenreich, 18.05.2016

(...) Premier Benjamin Netanyahu soll Avigdor Lieberman den Posten des Verteidigungsministers angeboten haben, um sich mit den sechs Mandaten von dessen weit rechts stehender Partei "Israel unser Heim" zu verstärken.

(...) Lieberman seinerseits hatte Netanyahu ein Jahr lang aus der Opposition heraus scharf angegriffen. "Wenn es wahr ist, dass uns der Verteidigungsminister, die Todesstrafe, Pensionsreformen und anderes angeboten wird, dann können wir darüber reden", zeigte sich Lieberman jetzt zur Zusammenarbeit mit Netanyahu bereit.

Zum vollständigen Artikel derstandard.at

Sign the appeal to the UN about Israel’s war of repression on BDS

Unterschriftenaktion: Apell an die UN wegen den israelischen Repressionen gegen BDS

Auf der Seite gibt es ein einfach auszufüllendes Formular

We’re urging the UN High Commissioner for Human Rights to take the necessary measures to uphold and protect the rights of Palestinian, Israeli and international human rights defenders who campaign nonviolently for Palestinian rights, including through the BDS movement. Please add your name to our appeal now...

Having failed to stop the rise in worldwide support for the Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) movement for Palestinian freedom, justice and equality, Israel is now launching a desperate and dangerous fight back...

Zur Website von bdsmovement.net

Israelischer Geheimdienstchef: Wir wollen nicht, dass ISIS in Syrien besiegt wird

Jason Ditz, 21.06.2016

Sagt, dass ISIS vor Problemen steht, Niederlage würde Israel in „schwierige Lage” bringen

In einem Vortrag bei der Konferenz in Herzliya vertrat der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes Generalmajor Herzi Halevy Israels seit langem bestehende Position, dass es „ISIS in vielfacher Beziehung gegenüber der syrischen Regierung bevorzugt,“ und erklärte offen, dass Israel nicht will, dass ISIS in dem Krieg besiegt wird.

Generalmajor Halevy gab seiner Besorgnis über die Angriffe gegen ISIS-Territorium vor kurzem Ausdruck und sagte, dass in den letzten drei Monaten die islamistische Gruppe vor der „schwierigsten“ Situation seit ihrer Gründung und der Ausrufung eines Kalifates stand.

Israelische Regierungsvertreter haben immer wieder mit Genugtuung die Vorstellung zum Ausdruck gebracht, dass der Islamische Staat ganz Syrien erobert, indem sie sagten, dass ihnen das lieber ist, als wenn die mit dem Iran verbündete Regierung den Krieg überlebt. Gleichzeitig haben sie nie so offen den Islamischen Staat und sein Überleben unterstützt.

Mehr in englischem Original: news.antiwar.com

Frühstück mit der Drohne

Veranstaltung mit Atef Abu Seif am 12.05.2016 in Stuttgart

Atef Abu Seif

Ich habe den Titel nicht ausgesucht sagt Atef Abu Seif... heute Abend gehe es um Drohnen und ihre immer größere Verbreitung. Sie sind ständig mit Dir, sie begleiteten uns den ganzen Tag. Man dürfe auch nicht vergessen, dass Drohnen über ganz Palästina eingesetzt würden, nicht nur über Gaza. Auch über dem Südlibanon, dem Westjordanland und dem Golan. Aber wir sprechen jetzt über die Situation in Gaza meint Abu Seif.

Israel ist der größte Werber für Drohnen, das Geschäft läuft. Noch vor zwei Jahren fand man nichts auf Websites über die Nutzung von Drohnen im Gazastreifen, es wurde unter den Tisch gekehrt. Israel benutzt Drohnen jedoch viel häufiger als die USA in seinen Auslandseinsätzen. Die Nutzung geht bis in die späten 70iger und die frühen 80iger zurück, als sie bereits im Libanon eingesetzt wurden. Das Konzept Drohnen als Kriegswaffen einzusetzen – das ist die Frage die ich ansprechen will.

Das Buch kann beim Unionsverlag
bestellt werden.

Die gesamte Info über die Veranstaltung auf der Seite Aktivitäten-Archiv.

Palästina-Nakba-Tag in Stuttgart: „Geschichte zu leugnen, ist nicht gesund“

Von Caroline Friedmann, Stuttgarter Zeitung, 07. Mai 2016

Aeham Ahmed und Muhammad Tamim
Aeham Ahmed und Muhammad Tamim

Wie viele Menschen aus ihren Herkunftsländern fliehen müssen, wird den Deutschen derzeit so bewusst wie nie zuvor. Immer noch kommen Flüchtlinge zu uns und hoffen auf ein besseres und sicheres Leben. Auf der Flucht befanden sich vor 68 Jahren auch zahlreiche Palästinenser, die 1948 aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Um an diese Menschen zu erinnern und um deutliche Kritik am Staat Israel zu üben, hat das Palästinakomitee Stuttgart am Wochenende den Palästina-Nakba-Tag auf dem Stuttgarter Schlossplatz veranstaltet.

Bei palästinensischer Musik und Falafel bekamen die Gäste des Palästina-Nakba-Tages einen Einblick in die Kultur des Landes. Mit dem Pianisten Aeham Ahmed, der 2015 den Internationalen Beethovenpreis erhalten hat, und dem Sänger Muhammad Tamim, Mitglied einer bekannten palästinensischen Musikgruppe, standen gleich zwei palästinensische Künstler aus dem Flüchtlingslager Yarmuk in Syrien auf der Bühne...
Zum Artikel in der Stuttgarter Zeitung



Schirmfrau der Veranstaltung ist Felicia Langer
Schirmfrau der Veranstaltung ist Felicia Langer, Trägerin des
Alternativen Nobelpreises und des Bundesverdienstkreuzes
Vollständige Info: nakba_tag_2016_infoblatt.pdf
Info in English: nakba_day_2016_commemoration.pdf
Info in: Arabic

Gerade jetzt wird in Deutschland hautnah für alle spürbar, wie aktuell die Palästinafrage ist. Zehntausende der Flüchtlinge, die in den letzten Monaten vor allem aus Syrien, Irak sind Palästinenser. Sie wurden zum wiederholten Mal vertrieben. Nach drei schweren Kriegen, mit denen der Staat Israel den Gazastreifen angegriffen hat, und der zehnjährigen Blockade kommen jetzt auch viele Flüchtlinge aus dem Gazastreifen nach Europa, die bisher den schweren Bedingungen dort getrotzt haben.

(...) Die Region des so genannten „Nahen Ostens“ leidet seit mehr als 150 Jahren unter den Folgen von Kolonialismus und machtpolitischer Eingriffe. Die „Flüchtlingskrise“, die wir derzeit auch hier in Deutschland unmittelbar erleben, ist eine Folge davon.

Einer der großen Einschnitte in dieser Geschichte war das Jahr 1948. Die Gründung des Staates Israel war verbunden mit der gezielten, militärisch geplanten, ethnischen Säuberung Palästinas. Die Vertreibung und der Landraub an den PalästinenserInnen dauern bis heute an, genauso wie die Verweigerung der Rechte der palästinensischen Flüchtlinge.

Spekulation oder Hoffnung

Abi Melzer, 03.05.2016 - der-semit.de

Wir haben jahrelang geglaubt, dass wir gegen Windmühlen kämpfen, dass wir uns im Kreise drehen, dass wir nicht von der Stelle kommen, auf der wir schon seit Jahren stehen. Wir haben uns offensichtlich geirrt. Stilles Wasser höhlt am Ende doch den Stein und unsere Positionen verbreiten sich doch weiter, tiefer und nachhaltiger als gedacht. Selbst die Regierung der Bundesrepublik, die die größte Schuld gegenüber Israel auf ihre Schultern trägt, fängt langsam an umzudenken. „Es setzt sich in der Bundesregierung die Erkenntnis durch, dass Netanjahu unsere Freundschaft instrumentalisiert“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Rolf Mützenich...
Vollständiger Artikel: der-semit.de

»Tötet sie alle«

R. Göbel, 22.04.2016

Nach der Hinrichtung eines wehrlosen Palästinensers: Israels Rechte solidarisieren sich mit Soldaten Elor Asaria

Benjamin Netanjahus Rechtsregierung in Israel bekommt Druck von rechts. Mehrere tausend Israelis haben am Dienstag im Zentrum von Tel Aviv mit rassistischen Parolen und jeder Menge blau-weißer Landesfahnen ihre Solidarität mit dem Soldaten Elor Asaria bekundet. Der 19jährige Armeesanitäter hatte am 24. März in Hebron im Westjordanland den verletzt und wehrlos am Boden liegenden Palästinenser Abd Al-Fatah Scharif nach einer Messerattacke auf einen anderen Soldaten gezielt mit einem Kopfschuss ermordet (jW berichtete). Problem für die Besatzungstruppen: Die Hinrichtung war per Video dokumentiert und von der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem veröffentlicht worden...
Vollständiger Artikel: jungewelt.de

Code Pink erhält den Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis

Fotos und Bericht von G. R., 15.04.2016

Getragen vom stehenden Applaus verkündete Codepink-Delegierte Ann Wright, das Preisgeld von 10.000 Euro zur Verfügung zu stellen für ein europäisches Symposion zum Thema „Der Unterschied zwischen Kritik am Staat Israel und Antisemitismus“. In einer guten Rede zur Preisverleihung sagte Dekan Hans Peetz: Das Engagement von Codepink wende sich „sehr stark gegen unbestreitbares Unrecht.“

Code Pink erhält den Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis
Von li nach re: Toby Blomé, Barbara Briggs-Letson, Martha Hubert, Leslie Harris, Ann Wright, Josie Lenwell und Elsa Rassbach

In vielen Berichten erscheint es den Artikelschreibern dagegen sehr wichtig zu sein, den Protest gegen die Preisverleihung an Codepink zuvorderst zu erwähnen bzw. explizit zu betonen.

Li: Freude bei Code Pink. Re: Eine amerikanische Studentin vor dem Audimax mit einem Schild auf dem steht „Kritik an Israel ist kein Antisemitismus...“

Vor dem Audimax etwas abgesetzt stand eine Gruppe der Dt.-Isr. Gesellschaft mit ihrem Banner "No prize for Codepink". Das Audimax war nur spärlich besetzt. Die Rede der Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe ließ keine große Begeisterung erkennen für die Preisverleihung an Codepink; dagegen ging die Rede des Dekan Hans Peetz auf das Engagement von Codepink in gerechter Weise ein.

Nach der Preisverleihung durch die Oberbürgermeisterin sprach jede einzelne Frau von Codepink von ihren Beweggründen für ihr Engagement bei Codepink und sie bekamen viel Beifall, am Ende sogar stehenden Applaus. Video über die Preisverleihung

Deutsche Website von Codepink

Europäischer Aufruf: Stoppen Sie die Kriminalisierung der BDS-Bewegung für Gerechtigkeit in Palästina!

Unterstützen Sie MenschenrechtsaktivistInnen in ganz Europa!

Die Europäische Koordination der Komitees und Organisationen für Palästina (ECCP) fordert ein sofortiges Ende der Kriminali-
sierung der BDS-Bewegung

Israel ist immer weniger in der Lage, sein Regime der Apartheid und des Siedlerkolonialismus zulasten des palästinensischen Volkes und seine regelmäßigen Massaker an PalästinenserInnen in Gaza zu legitimieren. Der Staat versucht deshalb, Unterstützung bei den Regierungen in Europa und den USA zu gewinnen für sein Vorhaben, die freie Meinungsäußerung zu unterdrücken und sich vor jeglicher Kritik und allen Bemühungen, Israel für seine groben Völkerrechtsverletzungen zur Rechenschaft zu ziehen, abzuschirmen. Israel und seine Unterstützer führen eine gut koordinierte und finanzierte Kampagne mit dem Ziel, jeglichen politischen Aktivismus gegen die israelische Besatzung zu kriminalisieren. Ausschlaggebend dafür ist die Angst vor einem Erfolg der weltweiten und von der palästinensischen Zivilgesellschaft angeführten Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS)-Kampagne.

(...) Wir fordern Menschenrechtsorganisationen, Bürgerrechtsgruppen, soziale Bewegungen, Gewerkschaften und demokratische Parteien auf, sich unserem Aufruf anzuschließen und die PETITION an die Europäische Kommission zu unterzeichnen. Benutzen Sie dafür DIESES FORMULAR

Vollständiger Aufruf bds-kampagne.de

Siehe auch: AMNESTY INTERNATIONAL PUBLIC STATEMENT
Israeli Government must cease intimidation of human rights defenders, protect them from attacks

UNO-Menschenrechtsrat: Resolution zu israelischen Siedlungen

Der UNO-Menschenrechtsrat hat am 22. März 2016 zwei wichtige Resolutionen zu den israelischen Sied­lungen und zur Rechenschaft für Völkerrechtsverletzungen in den besetzten palästinen­sischen Gebieten verabschiedet. Darin verurteilt er erneut die israelischen Völkerrechtsverletzungen in den besetzten palästinensischen Gebieten. Er appelliert an die internationale Staatengemeinschaft, für die Einhaltung des Völkerrechts durch Israel zu sorgen.

Vollständiger Artikel: bds-info.ch

Buchempfehlung: Die ethnische Säuberung Palästinas

Von Ilan Pappé

Prof. Ilan Pappé Der israelische Historiker Ilan Pappé zeigt in seiner erschütternden Dokumentation, wie es der Führung des gerade gegründeten Staates Israel gelang, die arabische Bevölkerung in den Augen des eigenen Volkes und der Welt zu entmenschlichen, zu vertreiben und eigene Greueltaten zu legitimieren.

Zwei Monate vor dem Ende der britischen Verwaltung Palästinas im Auftrag der UN, am 10. März 1948, trifft sich im Roten Haus in Tel Aviv, dem Hauptquartier der Untergrundmiliz Hagana, eine Runde hochrangiger zionistischer Politiker. Eingeladen hat David Ben Gurion, später Ministerpräsident Israels. Mit dabei sind Politiker und Militärführer wie unter anderem Yigal Allon (später Außenminister), Moshe Dayan (später Verteidigungs- und Außenminister), Yigael Yadin (später stellvertretender Ministerpräsident), Yitzchak Rabin (später Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger).

Sie verabreden die Endfassung eines Masterplans zur Vertreibung der arabischen Bevölkerung: "Plan Dalet" (Plan D). Das Land - nur zu elf Prozent im Besitz der jüdischen Einwanderer, die nicht einmal ein Drittel der Einwohner stellen - soll systematisch freigemacht werden für eine endgültige jüdische Besiedelung, und hierzu ist jedes Mittel recht.

Bestellmöglichkeit: Haffmans-Tolkemitt Verlag.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und gewaltfreien Widerstand verteidigen!

DIE LINKE.Bundesarbeitskreis Gerechter Frieden Nahost


03.04.16

Wir sind bestürzt über das jüngste Statement von Omar Barghouti, Mitgründer der BDS-Bewegung (Boycott, Divestment and Sanctions), in dem er die Drohungen israelischer Minister*innen gegen BDS-Aktivist*innen als Aufruf zu physischer Gewalt wertet. Insbesondere die jüngste Äußerung des israelischen Geheimdienstministers Yisrael Katz, in der er die „gezielte zivile Beseitigung“ von BDS-„Führern“ fordert, ist in den Augen Omar Barghouthis geeignet, als Aufruf zum Mord verstanden zu werden. Extremist*innen könnten den Zusatz „zivil“ dahingehend interpretieren, dass Zivilist*innen, nicht also Armee oder Geheimdienste, solche Morde ausführen sollten.

Der Aufruf, zivil Protestierende anzugreifen oder gar zu ermorden, darf nicht einfach hingenommen
werden

Die sich häufenden Drohungen gegen Aktivist*innen der BDS-Bewegung müssen sehr ernst genommen werden. Gerade der Hintergrund, vor dem sie erfolgen, lässt alle Alarmglocken läuten:

Die israelische Regierung und die israelischen Sicherheitsdienste praktizieren routinemäßig außergerichtliche Hinrichtungen von Palästinenser*innen, Siedler*innen begehen schwerste Übergriffe gegen und Morde an palästinensischen Zivilist*innen und sind in den allermeisten Fällen vor jeglicher Strafverfolgung „sicher“. Vielmehr werden sie sogar von den israelischen Sicherheitsdiensten bei ihren Verbrechen gedeckt und unterstützt sowie von Politiker*innen dazu aufgestachelt. Die seit vielen Jahren sich verstärkende Rechtsentwicklung in Israel sowohl unter der Zivilbevölkerung als auch unter Politiker*innen ist erschreckend. Immer offener und radikaler wird auch von Mitgliedern des Kabinetts Netanjahu dazu aufgerufen, die Palästinenser*innen zu ermorden und zu vertreiben. Die israelische Friedensbewegung ist genau wie die palästinensische Zivilbevölkerung, wie Flüchtlinge und jegliche Minderheiten, massiven und brutalen Übergriffen ausgesetzt. Wer sich nicht an die Linie der rechts-religiösen Regierungskoalition hält, wird als „Verräter“ für vogelfrei erklärt. Diejenigen, die natürliche Partner*innen für jeden, der nach Frieden im Nahen Osten strebt, sein müssten, werden von der internationalen Gemeinschaft schändlich im Stich gelassen.

Die weltweite BDS-Bewegung, die 2005 durch einen Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft ins Leben gerufen wurde, fordert Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen gegen Israel, bis es sich an das Völkerrecht hält und den Palästinenserinnen und Palästinensern ihr Recht auf Selbstbestimmung zugesteht. Sie agiert völlig gewaltlos und macht lediglich von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch. Die BDS-Bewegung bezeichnet sich explizit als der universellen Erklärung der Menschenrechte verpflichtet. Sie lehnt alle Formen von Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus ab.

Der Aufruf, zivil Protestierende anzugreifen oder gar zu ermorden, darf nicht einfach hingenommen werden. Es geht hier nicht mehr darum, wie man zu BDS steht oder welche Mittel des Protests man selbst wählen würde oder nicht. Es geht auch nicht darum, wie man zum Nahost-Konflikt steht oder welche Lösungsansätze man bevorzugt. Jeder Demokrat und jede Demokratin ist verpflichtet, aufzustehen, wenn zivil Protestierende bedroht werden, wenn das Recht auf freie Meinungsäußerung mit Füßen getreten wird!

Jeder Demokrat und jede Demokratin ist verpflichtet, aufzustehen, wenn zivil Protestierende bedroht werden, wenn das Recht auf freie Meinungs­äußerung mit Füßen getreten wird!

Nicht „nur“ die israelische Regierung und ihre radikalsten Vertreter*innen sind verantwortlich für die grassierende Gewalt gegen Andersdenkende. Auch die Bundesregierung und die EU, die diese Regierung gewähren lassen, die lediglich folgenlose und zumeist viel zu zahme Erklärungen abgeben, tragen eine Mitschuld. Weiterhin werden Waffen an Israel geliefert, ernsthafte Konsequenzen haben auch die radikalsten Scharfmacher nicht zu befürchten. Die internationale Gemeinschaft lässt die israelischen Regierungen schon viel zu lange gewähren. Anstatt die Aufrufe zu physischen Übergriffen gegen BDS-Aktivist*innen genau wie gegen viele andere Gruppen laut und deutlich zu verurteilen, beteiligt sich die Bundesregierung wie auch andere Regierungen der EU-Mitgliedstaaten und die US-Regierung an deren Kriminalisierung und schränkt das Recht auf freie Meinungsäußerung auch hierzulande ein. Sie trägt eine Mitschuld an jedem in israelischen Kriegen Getöteten, an jedem „gezielt“ Hingerichteten und an jedem von radikalen Siedler*innen Ermordeten! Tue Sep 13 201

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und gewaltfreien Widerstand verteidigen! PDF

Israelischer Sicherheitsminister droht BDS-Aktivisten mit „gezielten zivilen Tötungen“

Gründer der BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestion und Sanktionen) Omar Barghouti reagiert auf die Drohung von Ministern der israelischen Regierung von „gezielten zivilen Tötungen“ gegenüber BDS-„Führern“ und Aktivisten.

Omar Barghouti

Es gibt natürlich gute Gründe, ernsthaft alarmiert zu sein, wenn irgendwo Minister einer Regierung derartige Drohungen gegen Verteidiger von Menschenrechten aussprechen. Stellt Euch also vor, wie ernst derartige Drohungen sind, wenn sie von einem Regime geäußert werden, das in zunehmendem Maße ein Paria-Regime ist, von einem Regime der Besatzung, des Siedler­kolonial­ismus und der Apartheid, das außergerichtliche Erschießungen von Palästinensern bei Straflosigkeit praktiziert, und das sogar zionistische israelische Dissidenten für
Verräter“ hält, die es wagen – selbstzensierte und ausgewählte – israelische Kriegsverbrechen aufzudecken.

Es ist wichtig daran zu erinnern, dass 1995 der damalige kriegerische Premierminister Yitzhak Rabin von einem fanatischen jüdischen Israeli ermordet wurde, der von einer Kampagne beeinflusst war, die Rabin als „Verräter“ beschimpfte. Die gegenwärtigen israelischen Führer schwiegen zu dieser Hetzkampagne oder waren sogar selbst daran beteiligt.

Rabin wird von Palästinensern als der israelische Führer in Erinnerung bleiben, der 1948 die ethnische Säuberung der palästinensischen Städte Lydda und Ramleh angeordnet und orchestriert hatte und als der „Verteidigungs“-Minister, der in der ersten Intifada (1987-1992) seinen Soldaten befohlen hatte, gefangenen palästinensischen Kindern und Jugendlichen „die Knochen zu brechen“, um sie davon abzuhalten, Steine auf die Besatzungskräfte zu werfen.

Trotzdem war die Atmosphäre damals erheblich “ziviler” als heute! Das israelische „Justiz“-System täuschte damals noch Unabhängigkeit und Professionalität vor und die Siedler hatten nicht die faktische Kontrolle über die Regierung, die sie heute besitzen.

Augrund des Ausmaßes an Straflosigkeit für Verbrechen, das heute das israelische Establishment durchdringt, bat US-Senator Patrick Leahy Außenminister John Kerry zu untersuchen, ob Steuergelder der Vereinigten Staaten Israel dabei helfen, „außergerichtliche Tötungen“ von Palästinensern zu begehen.
Es geschieht nicht jeden Tag, dass ein so hochrangiger Senator den Mut aufbringt und sagt, er schulde es dem amerikanischen Steuerzahler die militärische Unterstützung für Israel im Lichte seiner „groben Menschenrechtsverletzungen“ zu untersuchen. Schließlich hat die Loyalität gegenüber Israels rechtsextremem Unterdrückungsregime eine deutlich höhere Priorität für den US-Senat als für die amerikanischen Steuerzahler.

Zurück zur verhüllten Drohung der israelischen Regierung, BDS-Aktivisten zu schaden. Hier sind die Fakten.

Wie in den israelischen Medien berichtet wurde, sagte der israelische Geheimdienstminister Yisrael Katz (auf hebräisch) auf der größten israelischen anti-BDS-Konferenz, die am 28. März in Jerusalem stattfand, dass Israel mit Hilfe des israelischen Geheimdienstes „gezielte zivile Eliminierung“ von BDS-„Führern“ durchführen sollte. Absichtlich benutzte er eine Sprache, die auf den hebräischen Begriff für „gezielte Tötungen“ anspielt. Mein Name wurde in diesem Zusammenhang erwähnt.

Hier ist der Link zu einem YouTube-Video mit den Reden des Innenministers Arieh Deri und des Geheimdienstministers Yisrael Katz. Die Reden wurden von einem jüdisch-israelischen Menschenrechts-Aktivisten (und Kollegen) professionell und akkurat übersetzt und untertitelt.

Mehrere meiner Kollegen (sowohl führende palästinensische, internationale als auch jüdisch-israelische BDS-Aktivisten) und ich selbst sind alarmiert und ernsthaft besorgt um unsere physische Sicherheit nach dieser Drohung von höchster Stelle. Unnötig zu sagen, dass wir nicht in Panik ausbrechen. Auch wird dies in keinster Weise unser Engagement für Menschenrechte behindern. Aber wir nehmen solche Drohungen auch nicht auf die leichte Schulter.

Wir sind immer noch dabei eine Liste der Drohungen und Angriffe zu erstellen, die von anderen Ministern der israelischen Regierung und politischen Führern gegenüber der BDS-Bewegung gemacht wurden (und namentlich gegen mich), wie Ayelet Shaked (Justizministerin), Gilad Erdan (Minister für strategische Angelegenheiten und anti-BDS-Zar), etc.

In seiner Erklärung benutzt Minister Yisrael Katz die Worte “gezielte Vereitelung” in Anspielung auf den offiziellen israelischen Begriff für Ermordung, und fügt “zivile” hinzu. Israelische Kollegen haben darauf hingewiesen, dass das Hinzufügen von „zivil“ zu einem Begriff, der viele Jahre von israelischen Offiziellen für Ermordung verwendet wurde, bestenfalls vieldeutig ist.

BDS ist eine globale gewaltfreie Menschenrechtsbewegung, die vom palästinensischen BDS National Committee (BNC) geleitet wird, dem größten Bündnis der palästinensischen Zivilgesellschaft. 2005, am ersten Jahrestag des IGH-Gutachtens über Israels Mauer, ins Leben gerufen, fordert BDS grundlegende palästinensische Rechte nach internationalem Recht.

Die BDS-Bewegung ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert und weist demgemäß alle Formen von Rassismus und Diskriminierung auf der Basis von Identität zurück, einschließlich Antisemitismus.

Seit ein paar Jahren führt Israel einen verzweifelten juristischen Krieg (lawfare) gegen BDS, nachdem es ihm10 Jahre lang nicht einmal gelang, die beeindruckende Verbreitung der Bewegung auch nur zu verlangsamen. Israel fördert in Frankreich, Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Kanada, Deutschland, Australien und anderswo ein Klima, das ähnlich dem McCarthyismus die weitestgehende Unterdrückung bürgerlicher Freiheiten und der Meinungsfreiheit begünstigt. Es ist jedoch das erste Mal, dass eine israelische Regierung so rabiat gegen Verteidiger palästinensischer Menschenrechte hetzt.
Wie uns Katz offen in seinen Äußerungen darauf aufmerksam machte, planen die israelischen Geheimdienste angebliche Verbindungen zwischen BDS-“Führern” und “Terrororganisationen” herzustellen. Abgesehen von der Beschmutzung unserer Namen bereitet diese mafiöse Einschüchterungskampagne implizit den Boden vor, uns physisch zu schaden, vor allem angesichts der vergifteten Atmosphäre in Israel.
Der Großrabbiner der israelischen sephardischen Gemeinde ruft dazu auf, „das Land Israel“ von allen “Nichtjuden” ethnisch zu säubern.
Ein Anführer der jüdischen Siedler bezeichnete Palästinenser und andere Christen als “blutsaugende Vampire”, die aus Israel vertrieben werden sollten. Er rief dazu auf, noch mehr unserer Kirchen abzufackeln, nachdem viele palästinensische Kirchen und Moscheen tatsächlich von rechtsextremen Siedlern in Brand gesteckt und dabei vom israelischen Militär, von Sicherheitskräften und von der Justiz geschützt und somit unterstützt wurden.

Die Verurteilung der Siedler, die den palästinensischen Säugling Ali Dawabsheh und seine Eltern letztes Jahr angezündet und ermordet haben und später ihren grauenvollen Terrorakt feierten, steht noch aus. Das hat natürlich andere Siedler ermutigt, das Haus des verbleibenden Zeugen für das Verbrechen, Alis Onkel, abzufackeln.

Der berühmte israelische Journalist Gideon Levy fasste das unter israelischen Dissidenten stärker werdende Gefühl zusammen und bezeichnete 2015 als “das Jahr eines unverhohlenen und unverfrorenen israelischen Faschismus“. Ich frage mich, wie Levy das Jahr 2016 beschreiben würde, wenn es endet.

Die Drohung mit „gezielter ziviler Eliminierung“ die Minister Katz äußerte, muss man im Kontext des hemmungslosen Rassismus, der Kriminalität und äußersten Straflosigkeit sehen. Wie Senator Leahy richtig feststellte, kommen in der heutigen israelischen Gesellschaft Soldaten, Sicherheitskräfte und bewaffnete Siedler buchstäblich ungestraft mit dem Mord an Palästinensern davon.

Tatsächlich könnte “gezielte zivile Ermordung” von rechtsextremen Siedlern oder anderen Extremisten als Lizenz zum Töten durch einen “Zivilisten”, anstelle durch den Militär- oder Sicherheitsapparat, verstanden werden.

Obwohl Katz um den heißen Brei herum schleicht und es vermeidet, den Begriff genau zu definieren, wird diese zwischen-den-Zeilen-Lizenz zum Töten durch seine Behauptung verstärkt, einige BDS-Anführer und Aktivisten hätten Verbindung zum „Terrorismus“ und „terroristischen Organisationen“.

Natürlich tragen auch die US-Regierung und die EU Verantwortung für diese Straflosigkeit von Verbrechen. Abgesehen davon, dass sie dem israelischen Apartheid- und Besatzungsregime die Rettungsleine hinhalten, es bis zu den Zähnen bewaffnen und es seit Jahrzehnten vor allen ernsthaften internationalen Sanktionen beschützen, schickten die USA und die EU ihre Botschafter aus Tel Aviv zur Teilnahme an der anti-BDS-Konferenz. Sie haben bis heute noch keinerlei Protest erhoben gegen die dort geäußerte implizite Drohung, Menschenrechtsverteidiger zu neutralisieren.

Die USA und die EU scheinen damit Israel grünes Licht zu geben für die Fortführung seines ungehemmten und illegalen Krieges gegen die gewaltlose BDS-Bewegung und ihre wichtigsten Aktivisten in Palästina und rund um die Welt.
Das ist der Grund, warum ich ernsthaft besorgt bin um meine physische Sicherheit und um die meiner palästinensischen, israelischen und internationalen BDS-Kollegen. Wir machen die israelische Regierung für jeden physischen Schaden verantwortlich, der jedem von uns zugefügt werden könnte als Folge dieses abscheulichen Versuchs, unsere Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Wir machen außerdem die US-Regierung und die EU teilweise für derartige Angriffe verantwortlich

Ungeachtet ihrer eigenen Haltung zu BDS, sind Menschenrechtsorganisationen und die Bürger der Welt, denen Bürger- und Menschenrechte etwas bedeuten, dazu aufgerufen, eine klare Position zu beziehen und unser Recht zu verteidigen, uns für BDS einzusetzen, als eine Frage des Gewissens und der freien Meinungsäußerung. Sie sind außerdem dazu aufgerufen, diese beispiellose Anstiftung zur Gewalt gegen Palästinenser und andere Verteidiger der Menschenrechte durch die israelische Regierung eindeutig zu verurteilen.

Moshe Dayan sagte einmal, Israel müsse „wie ein tollwütiger Hund sein, zu gefährlich um ihn zu belästigen“. Das gegenwärtige israelische Regime folgt Dayans Rat gewissenhaft. Aber „tollwütige Hunde“ können gestoppt werden. In der Tat, tollwütige Hunde müssen gestoppt werden, weil man nie weiß, wen sie als nächsten beißen.“

Mit freundlichen Grüßen

Omar

Keine Zusammenarbeit der Robert-Bosch-Stiftung mit dem JNF

Liebe Unterstützer des Appells an die Robert-Bosch-Stiftung (RBS) gegen die Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Nationalfonds (JNF)

Dank eures engagierten Einsatzes haben wir den beiden Geschäftsführern der Robert-Bosch-Stiftung, Frau Dürig, und Herrn Professor Rogall einen offenen Brief mit einer sehr langen Liste von Unterzeichnern zugeschickt. Wir danken euch für eure Unterstützung der Initiative.

Die Namen auf der Unterzeichnerliste sprechen für Kompetenz beim Thema, die Unterstützer, unter ihnen viele Juden, viele Afrikaner und Inder, wissen sehr genau, gegen was sie protestieren.

Leider war die Antwort der Robert-Bosch-Stiftung – dieses Mal von den beiden Geschäftsführern unterzeichnet - genauso vage wie die Antwortmail an das Institut für Palästinakunde (IPK) in Bonn. Kernpunkt: Es gebe keine über den Abend im Dezember hinausgehende Zusammenarbeit mit dem JNF- die Gründe wollte die RBS nicht nennen.

Unser Palästinakomitee-Mitglied Rainer Kruse hatte doch noch eine Gelegenheit, mit der Geschäftsführerin Frau Dürig zu sprechen. Zwar ging es bei diesem Treffen um die großen Projekte des indischen Nobelpreisträgers Kailash Satyarthi gegen Kinderarbeit, doch hatte Rainer Frau Dürig bereits im Vorfeld darüber informiert, dass er auch über den JNF sprechen wolle. Das Ergebnis des Gesprächs stimmt uns positiv. Wir meinen, die Bosch-Stiftung hat sich ernsthaft vom JNF zurückgezogen. Rainers Bericht über sein Gespräch mit Frau Dürig findet ihr in Auszügen unten dokumentiert.

Übrigens ist auch das Engagement gegen Kinderarbeit ein wichtiges Argument dafür, den JNF zu boykottieren. Der JNF ist auch in den Bau israelischer Siedlungen im Jordantal wesentlich verwickelt. Für diese Siedlungen ist das Problem Kinderarbeit von Human Rights Watch gut dokumentiert

Bericht über das Gespräch mit Frau Dürig

Liebe Mitstreiter und Mitstreiterinnen für die Sache Palästinas! Es gibt eine Frohe Botschaft!!
Wie ich Euch Sonntag ankündigte, hatte ich gestern das bereits Anfang Oktober mit der Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, Frau Uta-Micaela Dürig, vereinbarte Gespräch zum Thema „Global March Gegen Kinderarbeit". Kurz vor dem Treffen hatte ich Frau Dürig in einem Brief über meine Mitgliedschaft bei Pakos (Palästinakomitee Stuttgart) informiert und darüber, dass ich voll hinter unserem sorgfältig begründeten Appell an die RBS-Stiftung, von einer Zusammenarbeit mit dem JNF Abstand zu nehmen, stünde. In einer sehr freundlichen Begrüßung durch Frau Dürig, die sich ausdrücklich für meinen fairen Brief bedankte und auch in der Sache großes Verständnis für mein Engagement am Palästinathema zeigte, teilte Sie mir gleich zu Anfang folgendes mit.

ES GIBT KEINE ZUSAMMENARBEIT MIT DEM JÜDISCHEN NATIONALFOND, UND ES WIRD AUCH IN ZUKUNFT KEINE MIT IHM GEBEN." Es gab dann auch kein WENN und ABER zu dieser Frage mehr.

Ich machte noch einmal deutlich, dass die sehr kurzen Antworten auf die Briefe des Palästinakomitees und deren Mitunterzeichner ziemliche Verärgerung bei uns ausgelöst haben - und auch Verunsicherung im Blick auf ihre Verbindlichkeit für die Zukunft in der Antwort der RB Stiftung auf den Brief der Stiftung des Institut für Palästinakunde. Dabei erinnerte ich auch an den Enthusiasmus der Teilnehmer des Treffens in der Robert Bosch Villa, der uns im Blick auf eine weitere Stärkung der unseligen Arbeit des JNF durch eine Kooperation mit der RB-Stiftung sehr besorgt gemacht hatte.

Ebenfalls wies ich darauf hin, dass die Antwort der RB-Geschäftsführung an uns insofern gar nicht passend war, als Pakos nach den Gründen der Absage einer Zusammenarbeit mit dem JNF ja überhaupt nicht gefragt hatte. Wie dem nun auch sei, es hat also ernsthafte Überlegungen bei der Geschäftsführung der RB-Stiftung gegeben, die zu dem Beschluss führten, keine Kooperation mit dem JNF/-KKL einzugehen. Über die Gründe können wir nur spekulieren, aber ich bin sicher, dass der Brief des Instituts für Palästinakunde und unser untermauernder ausführlicher Appell eine wichtige Rolle dabei gespielt haben. Es gehörte m. E. echter Mut von Seiten Robert Bosch´s zu dem Rückzieher. Ich wünschte mir, die SPD hätte, als es um die Förderung des SPD-Wald´s ging, auch solchen Mut aufgebracht.

Frau Dürigs Aussage, die Arbeit der Robert Bosch Stiftung sei auf Versöhnung und Völkerverständigung ausgerichtet, habe ich deutlich als die eigentliche Begründung verstanden. Ich habe absolutes Vertrauen in die Aussagen von Frau Dürig.

Offener Brief und Unterschriftenaktion im Januar 2016:

Palästinenser, Afrikaner und die Gegner von Kolonialismus lehnen Apartheid ab

Beschädigen Sie nicht den guten Namen der Robert- Bosch-Stiftung durch die Zusammenarbeit mit dem JNF

Sehr geehrter Herr Professor Rogall,
sehr geehrte Damen und Herren vom Vorstand
der Robert-Bosch-Stiftung,
sehr geehrter Herr Minister Schmid,

Protest in Südafrika gegen den JNF BDS-Südafrika protestiert bei der COPI-Klimakconferenz in Paris gegen den JNF

am 03.12.2015 fand ein Treffen des Vorstands der Robert- Bosch-Stiftung (zu 92% Besitzer des multinationalen Unternehmens Robert-Bosch GmbH, v. a. Autozulieferer) und des Jüdischen Nationalfonds (JNF) sowie Vertretern der israelischen Botschaft, der baden-württembergischen Landesregierung (Wirtschaftsminister Nils Schmid) und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik in Stuttgart statt. Dabei ging es, laut den Berichten der Jüdischen Allgemeinen vom 10.12. 2015 und des Jüdischen Nationalfonds vor allem um gemeinsame Projekte in Drittländern. Die beiden Organisationen scheinen in erster Linie Afrika und arabische Länder im Blick zu haben. Nachhaltigkeit und Innovation sind zentrale Begriffe, die in den Berichten immer wieder genannt werden. Es geht auch um Nutzung von deutschem Know-how durch den JNF.

Eine zentrale Sorge der Vertreter von JNF und Robert-Bosch- Stiftung war beim Treffen Thema: Die JNF-Projekte werden häufig abgelehnt, die Robert-Bosch-Stiftung soll bei der Zusammenarbeit wesentlich als Türöffner dienen. Die genannten Absichten stoßen bei uns auf entschiedenen Widerspruch, denn die Ablehnung des JNF ist gut begründet.

Auf der Grundlage von Recherchen, unter anderem vor Ort, wissen wir, dass die Geschichte und die rassistischen Aktivitäten des JNF nicht – wie behauptet – der Nachhaltigkeit und dem Umweltschutz dienen, sondern zentral verknüpft sind mit der Vertreibung der Palästinenser und der ethnischen Säuberung im historischen Palästina....
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Offener Brief deutsche Version
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lettre en français

Unterzeichnerliste
List of signatories

Vom Erschaffen einer Legende: Jaffa, im Namen der Orange

Jaffa war vor 1948 eine international bekannte arabische Marke für Orangen. Der israelische Filmemacher Eyal Silvan zeigt in seinem Film «Jaffa, im Namen der Orange» (en: «Jaffa, The Orange’s Clockwork») wie nach der ethnischen Säuberung von Palästina die Marke zu einem israelisches Produkt wurde.

Mit der Jaffa-Orange wurde eine Legende erschaffen. Das Bild des israelischen Erfolgs, des Aufblühens der Wüste ging mit den Früchten um die Welt. In der Erzählung der Jaffa Orange im Speziellen und des israelischen Erfolgs wird aber die Vertreibung der palästinensischen Bauern von ihrem Land bewusst verschwiegen...

Zum vollständigen Artikel: bds-kampagne.de

BADIL reicht seinen ersten Antrag beim Internationalen Strafgerichtshof ein

(BADIL-Resource Center for Palestinian Residency and Refugee Rights)

Diese Woche stellte das Badil-Ressource-Zentrum für palästinensische Wohnsitz- und Flüchtlingsrechte seinen ersten Antrag an das Büro des Staatsanwaltes des Internationalen Strafgerichtshofs. Er enthielt Informationen über Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von hochrangigen israelischen Offiziellen im Zusammenhang mit der Operation Protective Edge begangen wurden.

Der Antrag, der von BADIL im Namen von palästinensischen Opfern von Israels großangelegtem Militärangriff gegen den Gazastreifen im Sommer 2014, verfasst wurde, fokussiert auf internationalen Verbrechen, hinsichtlich Israels Massen-Zwangsvertreibungen von Palästinensern. Auf dem Höhepunkt der Kampfhandlungen betrugen diese etwa eine halbe Million.

Laut Artikel 49 der Vierten Genfer Konvention und ICRC Artikel 129 des Völkergewohnheitsrechts ist es einer Besatzungsmacht strikt untersagt, die Zivilbevölkerung eines besetzten Gebietes zwangsweise umzusiedeln, was bedeutet, Personen zwangsweise aus ihren Häusern und Gemeinden zu vertreiben, aus Gründen, die nach internationalem Recht nicht erlaubt sind. Dasselbe Verbot findet man in den Römischen Statuten des Internationalen Strafgerichtshofs, sowohl als Kriegsverbrechen als auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Obwohl die Zwangsvertreibung oft ein natürliches Ergebnis des bewaffneten Konflikts ist, indem man nachweislich rechtswidrige Kriegspraktiken annimmt, die natürlich zu Massen-Zwangsvertreibungen führen, und indem man versäumt, gesicherte humanitäre Bereiche für die Vertriebenen bereitzustellen, entsprechen die israelischen Aktionen bei der Operation Protectie Edge dem internationalen Verbrechen der Zwangsvertreibung voll und ganz. Hierzu stellte BADIL dem Büro des Staatsanwalts genug ausreichende Informationen bereit, um eine vernünftige Basis zu schaffen, um diesen zu überzeugen, dass israelische Offizielle rechtswidrige Praktiken übersahen, die auf Zwangsvertreibung hinauslaufen, was sowohl ein Kriegsverbrechen, als auch ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt.

Im Rahmen seiner vorläufigen Untersuchung, die (bereits) im Januar 2015 eingeleitet wurde, wird der Staatsanwalt abwägen, ob die erhaltenen Informationen die entsprechenden Voraussetzungen für ein Gerichtsverfahren und dessen Zulassung erfüllen und so die Einleitung eines formellen Ermittlungsverfahren rechtfertigen. Ebenso wird die Frage gestellt, ob solch eine Ermittlung im Interesse der Justiz liegt.

BADIL und andere Menschenrechtsorganisationen sind fest davon überzeugt, dass diese Fragen umfassend in dem Antrag von BADIL beantwortet wurden, der einen bereits ausführlichen und sorgfältig katalogisierten Bericht der internationalen Verbrechen ergänzte, die von israelischen Bürgern nicht nur im Gazastreifen, sondern im ganzen besetzten palästinensischen Gebiet, insgesamt, verübt wurden.

Das Büro des Staatsanwaltes dankte BADIL für den Antrag mit den bereitgestellten Beweisen und diskutierte Wege, wie BADIL das Gericht auch weiterhin bei seinen vorläufigen Ermittlungen unterstützen könnte. Dementsprechend hat BADIL seine permanente Unterstützung für die Arbeit des Gerichtshofes zugesagt.

(Aus dem Englischen übersetzt von Inga Gelsdorf)

Zur Website von BADIL: badil.org

Meinungsfreiheit nur für Juden

Abi Melzer, der-semit.de, 08.03.16

Noch vor nicht allzu langer Zeit mussten wir uns mit einem sogenannten Journalisten herumschlagen, der von sich behauptet hat, nicht nur konservativ, sondern sogar “reaktionär” zu sein. Er war und ist wohl immer noch darauf stolz und benimmt sich auch entsprechend.

Wer hätte gedacht, dass wir uns so schnell nach ihm zurücksehnen würden, angesichts seines Nachfolgers, eines ebenfalls sogenannten Journalisten, der angeblich aus Israel kommt und eine Zeitung (Jerusalem Post) repräsentiert, die rechts von der deutschen National-Zeitung steht und übertragen auf Deutschland das Sprachrohr der Pegida, der AfD, der offensichtlich faschistischen Partei “Dritter Weg” und der Republikaner sein könnte.

(...) Unterstützt wird dieser Agitator von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), die ebenfalls stramm und lautstark hinter der kolonialistischen Politik Israels steht und deshalb gegen einen Vortrag des Journalisten Arn Strohmeyer agitiert, der vollkommen zu Recht sagt: „Siedlerkolonialistische Bewegungen wie dem Zionismus wohnt notgedrungen das Element der Gewalt Inne.“ Nur ein Blinder sieht das nicht und natürlich alle, die es nicht sehen wollen. Israel ist wie alle anderen siedler-kolonialistischen Staaten in Europa geboren und durch Gewalt und Vertreibung der jeweils einheimischen Bevölkerung entstanden...

Zum vollständigen Artikel: der-semit.de

Kampagnenjournalist Benjamin Weinthal

Rolf Verleger, der-semit.de, 09.03.16

Sehr geehrter Herr Weinthal, am Rande der sehr interessanten und ermutigenden Jahrestagung der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft erfuhr ich: Nicht nur wird die Stadt Bayreuth nun ihren Wilhelmine-Preis an die US-Friedensorganisation Code Pink verleihen, wie geplant, sondern Herr Arn Strohmeyer wird nun doch in den Bremer Weserterrassen sein neues Buch vorstellen.

In beiden Fällen hatten Sie auf die Veranstalter und die Öffentlichkeit eingewirkt, diese Projekte fallen zu lassen. In beiden Fällen schien es zunächst, als hätten Sie Erfolg. In beiden Fällen zeigt sich nun ein Fehlschlag Ihrer Bemühungen...

Zum vollständigen Artikel: der-semit.de

Ulmer vh hält trotz Antisemitismus-Vorwurf der Israel-Lobby an Vortrag fest

R. Kübler, Südwestpresse, 08.03.16

Inwieweit wird der Antisemitismus-Vorwurf benutzt, um jede Diskussion über israelische Regierungspolitik zu verhindern? Um diese Frage geht es am Mittwoch, wenn Arn Strohmeyer auf Einladung der Ulmer Volkshochschule und des Hauses der Begegnung im Club Orange sprechen wird. Und als hätte es noch eines Beweises bedürft, dass die Israel-Lobby die Antisemitismus-Karte zieht, sobald es um israelische Regierungspolitik im Zusammenhang mit dem Palästina-Konflikt geht: Seit Tagen werden Dr. Dagmar Engels und Lothar Heusohn von der vh Ulm sowie Dr. Michael Hauser vom Haus der Begegnung genau mit diesem Vorwurf konfrontiert - mit dem Ziel, die Veranstaltung zu verhindern. "Wir werden von der Realität eingeholt", sagt Heusohn. Der Vorgang belege eindrücklich, wie der Antisemitismus-Vorwurf instrumentalisiert werde. Klar ist für vh-Leiterin Engels aber: "Wir werden Flagge zeigen. Die Veranstaltung mit Arn Strohmeyer findet statt." ...

Zum vollständigen Artikel (engl.): swp.de

Internationaler Frauentag: Palästinensische Mädchen und Frauen in israelischen Gefängnissen

08.03.16
Dima Al-Wawi ist mit 12 Jahren die jüngste Gefangene.

Links: Dima Al-Wawi ist mit 12 Jahren die jüngste Gefangene. Sie wurde zu viereinhalb Monaten Gefängnis und 8000 NIS verurteilt, weil sie ein Messer bei sich trug.

Zurzeit befinden sich ca. 60 palästinensische Frauen in israelischen Gefängnissen. 118 wurden seit Oktober 2015 verhaftet.

10 Mädchen unter 18 sind im Gefängnis, drei der Gefangenen werden unter Administrativhaft festgehalten, ohne Anklage und Verfahren. ...

Zum vollständigen Artikel (engl.): samidoun.net


Weder Ein- noch Zwei-Staaten-Lösung

Interview mit dem israelischen Historiker Ilan Pappé, 07.03.16

Der israelische Historiker und Professor an der Universität Exeter Ilan Pappé kritisiert im Gespräch mit Emran Feroz die einseitige Politik der Regierung Netanjahu, die an der Kontrolle des gesamten historischen Palästinas festhält und die Restauration der autoritären arabischen Regime gutheißt.

Vor Kurzem hat die israelische Regierung wieder den Bau von neuen Siedlungen im Westjordanland beschlossen. Währenddessen glauben Politiker in Europa sowie in den USA weiterhin an eine Zwei-Staaten-Lösung. Wie realistisch ist diese Vorstellung im Moment?

lan Pappé: Ich halte das nicht für sehr realistisch. De facto ist die Zwei-Staaten-Lösung schon seit 2000 oder sogar seit einem früheren Zeitpunkt unrealistisch. Der Grund hierfür sind unumkehrbare Fakten, die von Israel geschaffen wurden. Große Teile des Westjordanlands sind bereits besiedelt. Es ist physisch unmöglich, dort einen Staat zu errichten. Das ist einer der Gründe, warum eine Zweit-Staaten-Lösung unrealistisch ist...

Zum vollständigen Artikel: qantara.de

Willkommen im Einstaaten-Club, Thomas Friedman

Von Gideon Levy, 05.03.16, der-semit.de

Der berühmteste Kolumnist der Welt, der stets die Stimmung in Washington reflektiert und formt hat endlich begriffen, dass die Zweitstaatenlösung tot ist.

Ein neuer hochgeachteter Typ ist in den Club eingetreten. Wie es immer bei neuen Mitgliedern ist, steht er noch an der Seite - zögernd, unsicher und vielleicht ein wenig mutlos. Wie es bei hochgeschätzten Typen ist hat er noch Angst sich in die Mitte der stürmischen Tanzfläche zu begeben – aber er ist da. Lassen wir ihm etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Willkommen im Club Thomas L. Friedman

Der berühmteste Kolumnist der Welt schrieb letzte Woche in der New York Times: „Es ist vorbei Leute, also bitte hört auf damit dem Redakteur der New York Times Op-Ed Seite Eure Vorschläge für die Zweistaatenlösung zwischen den Israelis und Palästinensern zu schicken.“ (The Many Mideast Solutions,” February 10).

(...) Wie üblich bei vorsichtigen, Einseitigkeit vermeidenden Leuten in der liberalen Mitte, beeilt sich Friedman die Schuld überall zu suchen – bei den Siedlern, bei Sheldon Adelson, Benjamin Netanyahu, bei der Hamas und bei Mahmoud Abbas. Das ist bedauerlich, Denn es gibt eine Hauptpartei die für die jetztige Situation zu beschuldigen ist - und nur sie war dafür verantwortlich die Besatzung zu beenden, doch sie hat nie irgendetwas dafür getan.

Das Zuckerbrot
wurde von Israel bereits verschlungen, jetzt bleibt nur noch die Peitsche.
Sie heißt BDS.

Israel wollte nicht einen Moment lang die Zweistaatenlösung erreichen. Israel ist die starke Partei, sie ist der Besatzer und darum kann die Schuld nicht zwischen ihr und der schwachen besetzten Seite geteilt werden. Außerdem kann weder Netanyahu, die Siedler und Adelson dafür verantwortlich gemacht werden. Sind denn alle anderen von Shimon Peres, über Tzipi Livni, Isaac Herzog und Ehud Barak weniger schuldig und sind die meisten Israelis, die die Aufrechterhaltung dieser Situation durch ihre Gleichgültigkeit über all die Jahre ermöglicht haben weniger schuldig? Friedmans Schritte sind natürlich zögerlich, noch nicht entschlossen genug, angesichts der Realität. Seine Schlussfolgerung ist jedoch so entschieden wie nur möglich: „Sie alle haben die Zweistaatenlösung umgebracht. Lasst die Ära der Einstaatenlösung beginnen“....

Zum vollständigen Artikel: Willkommen im Einstaaten-Club, Thomas Friedman

BDS-Kampagne bedankt sich bei der Jerusalem Post und Benjamin Weinthal

29.02.2016

Ein großes Danke schön! an Benjamin Weinthal und an die Jerusalem Post. Es ist großartig, endlich nach Jahren eine solche Beachtung zu erfahren!

Viele Jahre politischer Arbeit in der internationalen BDS-Kampagne tragen endlich auch hier in Deutschland die ersten Früchte. Wie oft mussten wir uns anhören, die politische Situation und die Diskurse in Deutschland würden sich nie dahingehend verändern, dass die Verletzung internationalen Rechts durch Israel auch hierzulande als solche aufgefasst und behandelt würde. BDS, der Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft aus dem Jahre 2005 zu Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen gegen Israel, bis es internationalem Recht und den universellen Prinzipien der Menschenrechte nachkommt, hätte hier keine Chance auf Beachtung oder gar Unterstützung, während der Aufruf in vielen Teilen der Welt positiv aufgegriffen wurde und wird.

Fast zeitgleich mit der Kündigung unseres Kontos durch die DAB Bank München, rief uns einer der Mitarbeiter*innen der Jerusalem Post an und sagte u.a. gehört zu haben, dass die DAB Bank unser Konto gekündigt habe. Was war passiert? Warum wusste die Jerusalem Post von der Kündigung? Nun, weil die Jerusalem Post sich offensichtlich bei der DAB Bank für eine Kündigung stark gemacht hatte.

Dieser Vorgang zeigt uns 2 Dinge:

  1. Die DAB Bank kündigt ohne Nachfragen und ohne weitere Erklärungen ein Konto ihrer Kundschaft aufgrund einer Intervention der Jerusalem Post.
  2. Die Jerusalem Post schreibt Nachrichten über Vorgänge, an denen sie selber als Akteur beteiligt ist.

Zum vollständigen Artikel: bds-kampagne.de

Von wegen antisemitisch

nordbayerischer-kurier.de, 26.02.2016

Der Stadtrat Bayreuth hat den Wilhelmine-Preis an die israelkritische Bürgerrechtsbewegung Code Pink verliehen. Es hagelte Kritik für die Entscheidung. Das ist Meinungsfreiheit. Aber mit Antisemitismus und Intolleranz hat das nichts zu tun, sagt Kurier-Redakteur Frank Schmälzle im Videokommentar...

Zum Video-Kommentar: nordbayerischer-kurier.de Über der Werbung, die zuerst erscheint befindet sich der Link Video

Bundestagsabgeordnete im Dienste der israelischen Rechten

juedische-stimme.de, 25.02.2016

Die gestrige Entscheidung des Bayreuther Stadtrates, den diesjährigen “Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt” doch an die US-amerikanische Frauenorganisation Code Pink zu verleihen, begrüßen wir sehr. Zu den unbegründeten Vorwürfen der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe gegen Code Pink nehmen wir dennoch Stellung und verurteilen die Beteiligung von PolitikerInnen aus allen im Bundestag vertretenden Parteien an einer rechten Hetzkampagne auf Schärfste.

Die in ihrem Brief an die Bürgermeisterin Bayreuths aufgestellte Behauptung die BDS-Bewegung richte sich ausschließlich gegen jüdische Israelis als solche, ist schlichtweg falsch

(...) Die Kampagne gegen die Verleihung des Wilhelmine-Preises an Code Pink wurde durch den neo-konservativen Journalisten Benjamin Weinthal, der für die rechtsgerichtete israelische Tageszeitung Jerusalem Post arbeitet, initiiert. Seine Hauptbeschäftigung als Journalist besteht darin, KritikerInnen der israelischen Besatzungspolitik mit Halbwahrheiten und dubiosen Beschuldigungen zu diffamieren.

(...) Dass Weinthal als Mitglied eines rechten amerikanischen Think-Tanks[4], der öffentlich die Kriege der USA in Afghanistan und Irak unterstützte[5], gegen die Ehrung einer Friedensgruppe aus den USA ist, überrascht uns wenig.

Dass auch vier Mitglieder des Bundestages, Volker Beck (Grünen), Gitta Conneman (CDU), Kerstin Griese (SPD) und Jan Korte (Linke) an dieser Kampagne teilnehmen und sich nicht dafür schämen, jüdischen KritikerInnen der israelischen Besatzung Antisemitismus zu unterstellen und darüber hinaus Lügen über die von PalästinenserInnen geführte gewaltfreie BDS-Bewegung zu verbreiten, empfinden wir als ein Armutszeugnis...

Zum vollständigen Artikel: juedische-stimme.de

Siehe auch den Brief von Hermann Dierkes und Charlotte Weyers an Jan Korte wegen des Schreibens der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag an die Stadt Bayreuth i.S. Preisverleihung an die Menschenrechtsorganisation Code Pink vom 19.02.16 Brief an Jan Korte

Streit in Bayreuth: Stadtrat entscheidet gegen OB

focus.de 24.02.2016

Im Streit um einen Toleranzpreis der Stadt Bayreuth für die US-Bürgerrechtsbewegung „Code Pink“ hat sich der Rat der Stadt gegen die Oberbürgermeisterin gestellt und die umstrittene Preisvergabe bestätigt. Dies teilte ein Sprecher der Stadt am Mittwochabend mit.

(...) Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe von der Freien Wählervereinigung Bayreuther Gemeinschaft (BG) hatte die Preisverleihung stoppen wollen, nachdem sie von einem Medienbericht erfahren hatte, demzufolge „Code Pink“ israelfeindliche Positionen einnehme und an einer Konferenz mit Holocaust-Leugnern im Iran teilgenommen habe...

Zum vollständigen Artikel: focus.de

Offener Brief an die Bundeskanzlerin: Rettet das Leben des gefangenen palästinensischen Journalisten Mohammad Alqeeq! Solidarität mit den Gefangenen in Administrativhaft!

Von Felicia Langer und Dr. med. Khaled Hamad (Koordinator), The-European-Alliance-in-Defence-of-Palestinian-Detainees

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,
der palästinensische Journalist Mohammad Alqeeq aus Ramallah setzt seinen Hungerstreik fort. Er protestiert gegen seine Verhaftung am 21.11.2015 ohne Anklage und ohne Gericht.

Vollständiger Brief: groth.die-linke-bw.de

Israeli court rejects Al-Qeeq’s transfer to Palestinian hospital; imprisoned journalist on 85th day of hunger strike

17.02.16

The Israeli Supreme Court rejected the appeal of Mohammed al-Qeeq, imprisoned Palestinian journalist on his 85th day of hunger strike, to be transferred to a Palestinian hospital in the West Bank on Tuesday evening, 16 February.

Al-Qeeq, held under administrative detention without charge or trial, has been on hunger strike since 25 November. His detention was “suspended” by the Court due to his precarious health situation, but he clearly remains a prisoner...

Zum vollständigen Artikel: samidoun.net

Netanyahu in Deutschland unerwünscht

Ludwig Watzal, 16.02.16

Am Dienstag treffen sich die deutsche Bundesregierung und die Netanyahu-Regierung zu den sechsten so genannten Regierungskonsultationen in Berlin. Kanzlerin Merkel will mit der Regierung eines Besatzer- und Unterdrückerstates “gemeinsam in die Zukunft schauen”. Der verwunderte Zeitgenosse fragt sich besorgt, wie eine solche Zukunft aussehen könnte. Diese gemeinsame Zukunft kann nur im Desaster enden, wenn man sich die Geschichte des zionistischen Besatzungsregimes anschaut.

(...) Für die Merkel-Regierung scheinen die Missachtung des Völkerrechts – inklusive aller UN-Resolutionen – und die routinemäßigen Menschenrechtsverletzungen unwichtig zu sein. Bricht sie nicht im Augenblick selber deutsches Verfassungsrecht, wie einige Verfassungsrichter meinen, indem sie das Land mit Flüchtlingen aus sicheren Drittstaaten wie der Türkei fluten lässt? Warum sollte sie sich deshalb über “wilde Tiere“, wie Netanyahu die Menschen um Israel herum bezeichnet, echauffieren?...

Zum vollständigen Artikel: der-semit.de

Israeli minister: UN chief is 'encouraging terror'

aljazeera.com, 14.02.16

Tzipi Hotovely says Israel's military intelligence is 'wrong' to suggest Palestinian violence comes from hopelessness.

Hotovely says Israel's domestic and military intelligence agencies are "absolutely wrong" to suggest that Palestinian violence is created from hopelessness. "It means that terrorism is the main problem, is the main issue, not frustration," the de-facto foreign minister adds.

Zum vollständigen Artikel auf aljazeera.com

Israels „Krieg“ gegen BDS wird immer verzweifelter

Asa Wistanley, der-semit.de, 11.02.16

Ein faszinierender Artikel eines Jerusalem Post Knesset-Reporters zu Beginn dieses Monats gibt einen Einblick in den mehr und mehr verzweifelten Zustand des israelischen „Krieges“ gegen BDS. Die Boykott- Desinvestitionen- und Sanktionen-Bewegung hat zum Ziel, Israel für seine Verbrechen gegen das palästinensische Volk zur Rechenschaft zu ziehen.

Zunächst ignoriert, später dann verhöhnt, wurde die BDS-Bewegung nun zu einer der primären strategischen Bedrohungen für Israel, weiter, wie üblich, mit der Besatzung zu verfahren. Im Jahre 2005 formell gegründet, hat die Bewegung zum Ziel, Menschen, die ein Gewissen haben, weltweit zu ermutigen, Produkte aus Israel zu boykottieren, Investitionen aus israelischen Unternehmen zurückzuziehen und Druck auf die Regierungen auszuüben, Sanktionen gegen Israel zu verhängen.

(...) Im Mai bezeichnete der israelische Präsident den akademischen Boykott als „eine strategische Bedrohung ersten Ranges.“ Im Juni sagte Yitzhak Herzog, der Vorsitzende der vermeintlich linken israelischen Arbeiterpartei (und der Oppositionsführer in der Knesset), dass „der Boykott Israels eine neue Art des Terrorismus ist“, der „mit allen Mitteln und aller Macht, die den Ländern der Welt zur Verfügung stehen, bekämpft werden muss.“...

Zum vollständigen Artikel auf der-semit.de

Palästinenser müssen nicht aufgehetzt werden um zu wissen, dass sie besetzt sind

Rami Younis, 08.02.2016, 972mag.com

Israelis wehren sich dagegen zu verstehen warum Palästinenser zur Gewalt greifen. Schließlich ist es einfacher sie zu entmenschlichen, als der Realität ins Gesicht zu sehen.

Niemand muss aufgehetzt werden,
um zu wissen, dass er unter Besatzung lebt - arm, arbeitslos, entwürdigt und voller Hass auf den Unterdrücker

Es liegt etwas Selbstgerechtes darin, Palästinenser die sich mit Gewalt gegen die Besatzung wehren „Terroristen“ zu nennen, während man diejnigen die eine gewaltätige Besatzung unterhalten als „Sodaten“ bezeichnet. Noch grotesker wird es wenn es sich um Minderjährige, sogar Kinder handelt, die solch verzweifelte Taten begehen. Sogar wenn es sich um 11- oder 13-Jährige handelt werden sie als Terroristen bezeichnet, sogar in angeblich liberalen Zeitungen, wie Haaretz. Die Tatsache, dass Minderjährige nicht strafmündig sind ist plötzlich nicht mehr von Belang für diese sogenannten Liberalen.

Niemand will die Motive von Menschen verstehen, die zur Gewalt greifen. Es viel bequemer und sie zu entmenschlichen. Alles ist einfacher wenn man die andere Seite nicht so wie sich selbst als menschlich anerkennt. Es wird sogar noch einfacher wenn man sich selbst davon überzeugt, dass man liberal genug ist, weil man gegen die Besatzung ist, die Besatzung von Westjordanland und Gazastreifen, natürlich nicht die Gebiete die 1948 besetzt wurden.

Doch diese Art von Liberalismus ist überhaupt nicht progressiv oder liberal, denn es ermöglicht denjenigen die daran glauben das Fehlverhalten der eigenen Seite zu ignorieren und gleichzeitig der anderen Seite ihre Art des Widerstands vorzuwerfen.

Die Palästinenser sehen die Welle der Messerattacken und andere gewalttätige Widerstands­akte als einen Weg aus ihrer Hölle und nicht als einen Weg um in den Himmel zu gelangen

Viele dieser sogenannten „liberalen Zionisten“ geben zu dass es die Besatzung gibt, weigern sich jedoch den Horror der durch ihre eigenen Landsleute verursacht wird als Grund für die meisten Aktionen palästinensischer Gewalt zuzugeben. Offensichtlich denken sie, dass wenn dies tatsächlich der Fehler der Besatzung sei, würden alle Palästinenser solche Aktionen durchführen. Dies demonstriert einmal mehr, dass zu viele sogenannte Liberale uns als „eingeborene“ Gruppe sehen. Sie weigern sich zu sehen, dass wir Individuen sind mit unterschiedlichen Ansichten der Realität. Es ist ähnlich einer „sie sehen alle gleich aus“-Haltung, kombiniert mit einer schmerzlichen Ignoranz über unsere Traumata und Erfahrungen.

Tatsächlich gibt es keinen Mangel an unterschiedlichen Erfahrungen, Traumata und Unterdrückung unter Israels Besatzung. Palästinenser die innerhalb Israels leben, diejengen die im Westjordanland, in Ostjerusalen und die 1,8 Millionen die unter der Belagerung in Gaza leben – wir alle leben unter einem unterschiedlichem Ausmaß und verschiedenen Arten von Besatzung.

Vor einem Monat schrieb ich auf diesen Seiten, dass die Palästinenser die Welle der Messerattacken und andere gewalttätige Widerstandsakte als einen Weg aus ihrer Hölle sehen und nicht als einen Weg um in den Himmel zu gelangen. Eine Woche später veröffentlichte Israels Geheimdienst Shin Bet einen Bericht, der genau dasselbe aussagte. Nur eine Woche später machte Ban Ki-Moon eine identische Aussage: „Die Geschichte lehrt, dass sich Menschen Besatzung stets widersetzen“.

Natürlich wussten die Palästinenser das bereits. Wir kennen uns und unsere Erfahrung. Gewalt ist kein Ergebnis von Hetze. Kein palästinensischer Mann, keine Frau und kein Kind muss den Fernseher anschalten oder ins Internet gehen, um zu erfahren, dass jemand bei einem militärischen Angriff in einem Flüchtlingslager im Westjordanland umgebracht wurde. Niemand muss aufgehetzt werden, um zu wissen dass er unter Besatzung lebt - arm, arbeitslos, entwürdigt und voller Hass auf den Unterdrücker.

Bis die sogenannten Liberalen die täglichen Entwürdigungen die diese Menschen durchmachen verstehen und bis sie verstehen was diese palästinensischen „Terroristen“ erduldet haben, sollten sie aufhören sie mit entmenschlichenden und zweckdienlichen Etiketten zu versehen, nur damit sie selbst nachts besser schlafen können.

Der palästinensische Autor und Aktivist Rami Younis, graduierte von der Hebrew University in Jerusalem, wo er begann sich politisch zu engagieren. Er ist einer der Gründer der palästinensischen Aktivistengruppe “Khotweh” (Stufe auf Arabisch), die sehr aktiv war zu den Themen Hauszerstörungen und palästinensischer Identiät in Lyd und Ramleh, jüdisch-arabisch gemischte Städite im historischen Palästina.

Quelle: 972mag.com
Übersetzung: Pako

URGENT ACTION – Minderjähriger in Haft

Dem 17-jährigen Palästinenser Mohammad al-Hashlamoun droht eine unbefristete Inhaftierung ohne Anklageerhebung. Ein israelisches Gericht verurteilte ihn zu einer Woche Hausarrest, woraufhin die Behörden jedoch eine sechsmonatige Verwaltungshaftanordnung gegen ihn erließen. Diese läuft zwar am 20. Juni aus, kann aber beliebig oft verlängert werden...
Vollständige Information und Apell, mit email-Adressen: amnesty.de

Der Kaiser hat keine Kleider: Die Siedlungen im Westjordanland und die Zweistaatenlösung

Miko Peled, American Herald Tribune, 30.01.2016

In den letzten 70 Jahren hat Israel unglücklicherweise viele Erfolge auf Kosten der Palästinenser erzielt. Der bemerkenswerteste Erfolg ist der, die Palästinenser und die Welt glauben zu machen, dass die Besatzung Palästinas 1967 begann und dass deshalb die Lösung der Palästinafrage in der sogenannten Zweistaatenlösung liege. Dies ist eine Manipulation der Realität, die jeden Zauberer stolz machen würde.

So wurde es vollständig akzeptabel die Tatsache zu missachten, dass der Großteil Palästinas seit 1948 besetzt ist. Es wird als radikal angesehen, die ethnische Säuberung Palästinas, die Zerstörung palästinensischer Städte und Dörfer, Moscheen und Kirchen, Schulen und Häusern zu erwähnen.

(...) Wenn die besetzten palästinensischen Gebiete auf das Westjordanland und den Gazastreifen begrenzt sind, wo sind dann die nicht besetzten palästinensischen Gebiete? Gibt es palästinensische Gebiete die nicht besetzt sind? Wenn solche Gebiete existieren, kann sie dann jemand bitte auf einer Karte zeigen? Jede Karte die ich anschaue und jeder Zoll Palästinas den ich besuche ist besetzt.

Ein anderer Begriff der im Zusammenhang mit Palästina oft benutzt wird ist Siedlungen. Manchmal werden sie illegale Siedlungen genannt. Beide Begriffe beziehen sich größtenteils auf die Kolonien die im Westjordanland gebaut wurden. Darüberhinaus gibt es Siedlungsausbau, Siedlungsblöcke, etc, was zur nächsten Frage führt. Was ist der Unterschied zwischen diesen jüdischen Siedlungen und denen, die in Al-Jaleel oder im Negev gebaut wurden? Was ist mit den Siedlungen um Jerusalem herum, oder denen um Jaffa, die Tel Aviv genannt werden?

Vollständiger Artikel Der Kaiser hat keine Kleider
Übersetzung: Pako

»Alles ist nahtlos weitergegangen …«

Susann Witt-Stahl, 09.01.2016
Gespräch mit Esther Bejarano. Über den Rechtsruck in Europa, die jüdische »Welt von Gestern«, Zionismus und Israel heute, das Großmachtstreben Deutschlands und seine neuen Kriege

Esther Bejarano ist eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees. 2013 hat die aktive Antifaschistin ihre »Erinnerungen. Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen Rechts« veröffentlicht.

(...) Sie waren damals als Zionistin nach Israel gegangen. Wie war Ihr Verhältnis zum Zionismus als Sie es wieder verlassen haben – ist es im Grunde noch positiv geblieben?

Um Gottes willen! Nein. Ich kann überhaupt nicht mehr begreifen, dass ich früher Zionistin war – und zwar eine glühende, und dann war ich auch noch Mitglied in Makkabi Hazair, einer ziemlich rechten Organisation. Damals wusste ich nicht, was der Zionismus wirklich bedeutet. Wir wollten ja nur das Land aufbauen. Aber Auschwitz-Überlebende waren dort nicht gern gesehen. Wir wurden nicht gut aufgenommen. Genauer gesagt: Wir wurden gar nicht aufgenommen. Weil wir überlebt hatten, wurde uns unterstellt, dass wir mit den Nazis kollaboriert hätten.

Verstehen Sie sich heute als Nicht-Zionistin oder Antizionistin? Treten Sie für die Ein-Staat-Lösung des Nahostkonflikts ein?

Ich bin Antizionistin – auf jeden Fall. Ja, ich wünsche mir, dass Palästinenser und Juden gemeinsam in einem Staat leben. Das Land, auf dem sich heute Israel befindet, war seit jeher auch das Land der Palästinenser. Da beide aber momentan nicht in Frieden miteinander leben können, sollten die Palästinenser zunächst ihren eigenen Staat bekommen und Israel und Palästina erst einmal normale Beziehungen zueinander aufbauen...

Vollständiger Artikel: jungewelt.de


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