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Die vergangenen Wochen waren turbulent und hart. Zahlreiche Häuser von Palästinenern mit israelischem Pass wurden zerstört (im Negev und im Dreiecksgebiet), dabei gab es Tote, Verletzte und Anschuldigungen gegen Palästinenser, die sich bei genauerem Hinsehen als Lüge der staatlichen israelischen Institutionen erweisen. Die Freie Universität Berlin gibt dem Druck von Israellobbyisten nach und macht einer israelkritischen Dozentin sachlich unbegründete Schwierigkeiten. Aber die Israellobby steckt selbst inzwischen in massiven Schwierigkeiten. Eine Undercover-Recherche von Al Jazeera deckte auf, dass die israelische Botschaft gegen britische Politiker vorgeht, die für sie unbequem sind. Jetzt fordern die betroffenen Parteien eine Untersuchung. Im Infobl@tt vom Januar 2017 dokumentieren wir vom Palästinakomitee Stuttgart die Ereignisse. Wir werfen aber auch einen Blick auf die USA, Trump und Israel sowie in die Geschichte.
Unsere Solidarität gegen ihre Lügen
Dror Dayan
klassegegenklasse.org
Polizeikräfte sichern die Zerstörung von Umm al-Hieran ab
972mag.com

Von Hauszerstörungen sind auch Palästinenser mit israelischem Pass betroffen. Vor wenigen Tagen fand eine solche Hauszerstörung im Dorf von Um Al-Hiran im Negev statt. Dabei erschoss die israelische Polizei einen Lehrer und verbreitete, er sei ein Mitglied des ISIS gewesen (Islamischer Staat in Irak und Syrien). Die Aktivisten vor Ort, die Einwohner des Dorfes sowie Filmmaterial belegen, dass die Darstellung des Vorfalls, bei der auch ein israelischer Polizist getötet wurde, falsch ist. Der Knesset-Abgeordnete Ayman Odeh wurde von der Polizie mit einem ummantelten Geschoss verletzt. (Siehe dazu auch adalah.org)

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Bürgermeister tritt zurück nach Häuserzerstörung
Maan News Agency
maannews.com
Zerstörung von Häusern
in Qalansawe
Maan News

Wenige Tage vor Um Al-Hiran war ein anderes palästinensisches Dorf betroffen. Der Bürgermeister von Qalansawe, Abd al-Basit Mansour ist nach der Zerstörung von 10 Häusern palästinensischer Bürger Israels aus Protest zurückgetreten. Mansour sagte zu Reportern von Ma’an News, dass sie bereits seit mehr als 20 Jahren auf einen Bebauungsplan gewartet hätten, doch ihr Ersuchen wäre auf taube Ohren gestoßen. „Als Chef der Gemeinde von Qalansawe, der keine Macht hat irgendetwas zu ändern habe ich mich dazu entschlossen beim Innenministerium meinen Rücktritt einzureichen“.Übrigens: Qalansawe ist typisch für die Verhältnisse im Staat Israel.

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Azaria-Verfahren: „Keine Hoffnung auf Gleichheit vor dem Gesetz“
Jonathan Cook
Al Jazeera
Sergeant Azaria im Gerichtssaal
bbc.co.uk

Es war die Verhandlung, die niemand wollte in Israel. Im vergangenen März wurde der Armeemediziner Elor Azaria dabei gefilmt, wie er in Hebron eine Kugel in den Kopf des 21-jährigen Palästinensers Abed al-Fattah al-Sharif feuerte, der verwundet am Boden lag. Nach seiner Festnahme ergoss sich eine Welle der Sympathie seitens der israelischen Öffentlichkeit, Politiker und Kameraden über den Soldaten. Israelis dachten, dass er einfach Pech gehabt hätte, weil seine Tat gefilmt worden war und viele hatten das Gefühl es hätte auch ihr eigener Sohn im Gerichtssaal sein können. Die Armeeführung befürchtete, dass das Verfahren die schmutzigen Geheimnisse des Militärs vor den Augen der Welt bloßstellen würde...

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Nur ein gemeinsamer demokratischer Staat ist möglich
Ramzy Baroud
Palestine Chronicle
Buchempfehlung: Zu beiden Seiten der Mauer
Laika Verlag

Schon lange vor dem 28. Dezember, als John Kerry, Außenminister der USA, im Dean Acheson Auditorium in Washington DC hochtrabend vom Podium aus über die Zukunft der Zweistaatenlösung und der Notwendigkeit Israel vor sich selbst zu retten sprach, war das Thema eines palästinen-sischen Staates von größter Bedeutung gewesen. Entgegen der allgemeinen Meinung, geht der Vorstoß einen palästinensischen und einen jüdischen Staat zu etablieren, die Seite an Seite existieren, auf Jahre vor der Verabschiedung der UNResolution 181 im November 1947 zurück...

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Die Wut unter den Konservativen über Israels Intrige wächst
Asa Winstanley
elelctronicintifada.net
Mark Regev, Botschafter Israels in Großbritannien
Times of Israel

Ein einflußreiches Parlamentskomitee wird eine Intrige der israelischen Botschaft, einen Regierungs-minister Großbritanniens „auszuschalten“, unter-suchen. Der Vorsitzende des Ausschusses des auswärtigen Amts sagte, dass die Diskussion des in Ungnade gefallenen ranghohen Diplomaten, Shai Masot über eine „Abschussliste“ von Parlamentariern sei eine „Einmischung in britische Politik der düstersten Art“. (...) Nachdem geheime Filmaufnahmen von Al Jazeera die Intrige aufgedeckt hatten, wurde Masot schleunigst kaltgestellt, nach Israel zurückgeschickt und von seiner Regierungsposition gefeuert.

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Warum der palästinensische Attentäter nicht abgeschreckt wurde
Amira Hass
palaestina-portal.eu
Tägliche Erfahrung auf
palästinensischer Seite

nbc

Ob Fadi al-Qanbar die Auffahr-Attacke von Sonntag in Jerusalem geplant hat oder es eine spontane Entscheidung war, er wußte genau, welche Kollektivstrafe seiner Familie bevorstand. Er wusste, dass seine Leiche der Familie nicht für eine Bestattung zurückgegeben würde – ein besonders demütigender und schmerzlicher Schlag. Er wusste, dass seine Angehörigen sofort verhaftet und in der Haft geschlagen würden.(...) Eine Gruppe uniformierter Soldaten ist für keinen Palästinenser ein neutraler Anblick. Es ist das Aussehen und die Bekleidung derer, die jede Nacht in Dutzende palästinensischer Häuser eindringen, die an den Checkpoints Frauen und Kinder erschießen, die zum Angriff auf den Gazastreifen geschickt werden...

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Trumps Annäherung an Israel gibt Anlass zur Sorge
Peter Münch
Süddeutsche Zeitung
Deutlicher Protest
in Ramallah
Junge Welt

Ein Schulterschluss von US-Präsident Donald Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu lässt in der Welt die Sorge vor einer radikalen Kehrtwende in der Nahostpolitik wachsen. In einem knapp halbstündigen Telefonat, das Trump als "sehr nett" und Netanjahu als "warmherzig" bezeichnete, haben die beiden nun an allen Fronten Einigkeit demonstriert. Bei der "Bedrohung durch Iran", so hieß es, wollen sie eng zusammenarbeiten. Im Friedensprozess mit den Palästinensern verspricht Trump, an "Israels Seite" zu stehen...

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Ärger wegen eines Vortrags
Simone Höhl
badische-zeitung.de
Farid Esackyoutube.com

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft ist fassungs- los, das studentische "Referat gegen Antisemitis- mus" an der Freiburger Uni wütend und ein Stadtrat empört: Sie alle üben heftige Kritik an einer Veranstaltung des Café Palestine, bei der Farid Esack aus Südafrika am Freitag in der Universität über "BDS und Antisemitismus" referieren soll.

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"Sie versuchen Zionismus und Judentum gleichzusetzen"
Die Freiheitsliebe
Die Freiheitsliebe
Noch eine Buchempfehlung
Laika Verlag

In diesem Semester findet an der FU Berlin ein Seminar mit dem Titel Rassismus im Kapitalismus statt, geleitet von Eleonora Roldán Mendívil. Auch im kommenden Semester sollte sie unterrichten, doch nachdem Israellobbyisten ihr Antisemitismus vorwarfen weil sie Israel als kolonialistisch bezeichnet, scheint dies or dem Aus zu stehen. Wir dokumentieren ein Interview mit ihr vom Blog Die Freiheitsliebe über die Vorwürfe, den Unterschied von Zionismus und Antisemitismus sowie ihre Sicht auf den Nahostkonflikt. Wie electronic intifada aufdeckte, sind ihre Kritiker Freunde von Kriegsverbrechern und nehmen es mit den Fakten nicht so genau, siehe www.electronicintifada.net

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Haganah-Bomben gegen eine Druckerei
Wolfgang Yourgrau und Arnold Zweig
Orient Haifa
Ein Titelblatt von Orient HaifaOrient Haifa

Auf Anregung und mit Unterstützung der Aktivisten aus dem Café Buch Oase in Kassel erinnern wir an den Bombenanschlag der Haganah auf eine Druckerei in Palästina am 2. Februar 1943. Dieser Anschlag richtete sich gegen die von Wolfgang Yourgrau und Arnold Zweig in Palästina heraus­gegebene deutschsprachige Zeitschrift Orient Haifa. Der Anschlag und entsprechende Droh­ungen, gegen Druckereien vorzugehen, die bereit gewesen wären, die Zeitschrift zu produzieren, verhinderte deren weiteres Erscheinen. Wir dokumentieren auf der Website des Palästina­komitees einige Seiten der Zeitschrift...

Link zu den Dokumenten
Beendet die "Doppelmoral"
Kairos-Palestina Dokument
Kairos-Palestina Dokument
VerfasserInnen des Dokuments
kairoseuropa.de

Die VerfasserInnen des Kairos-Palästina Doku- ments, ein Aufruf christlicher Palästinenser an die Welt und die Kirchen, schrieben im Jahr 2009 darin: Unser Wort an die Weltgemeinschaft lautet: Beendet die "Doppelmoral" und besteht darauf, dass die internationalen Resolutionen zur Palästinafrage auf alle Parteien angewendet werden. Die selektive Anwendung des Völkerrechts birgt die Gefahr in sich, uns dem Gesetz des Dschungels preiszu-geben. Sie legitimiert die Forderungen bestimmter bewaffneter Gruppen und suggeriert, dass die internationale Gemeinschaft allein die Logik der Gewalt versteht...

Link zum Auszug
Zionismus und Antisemitismus
klassegegenklasse.org
klassegegenklasse.org
Delegierte auf dem ersten Zionistenkongress 1897
wikipedia.org

Ein grundlegendes Problem in der Ansicht vieler deutscher Linken auf Palästina und den Zionismus besteht darin, dass das Paradigma unkritisch akzeptiert wird, der Zionismus sei eine emanzi­patorische Antwort auf den Nationalsozialismus. Schon historisch ist diese Annahme falsch – die zionistische Bewegung und die ersten Stufen der Kolonisierung Palästinas entstanden einige Jahrzehnte vor dem deutschen Faschismus. Nichtdestotrotz besteht natürlich eine Beziehung zwischen dem Zionismus und dem europäischen Antisemitismus...

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