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Die Gaza-Blockade besteht seit zehn Jahren und am 8. Juli 2014 begann der bisher massivste israelische Krieg gegen den Gazastreifen, dessen Zerstörungen das Leben dort nochmals erheblich erschwert. Die Organisationen der palästinensischen Zivilgesellschaft haben auch deshalb die Forderung nach einem Waffenembargo gegen Israel auf ihre politische Tagesordnung gesetzt. In unserem Info-Brief vom Juli 2016 dokumentieren wir einige Veröffentlichungen zu den Jahrestagen. Mit drei Beiträgen gehen wir auch darauf ein, wie die israelische repressive Politik in Europa konkret spürbar wird - ein Deutscher sitzt wegen der Blockade seit langem in Gaza fest, die EU beziffert den Wert ihrer von Israel zerstörten Projekte auf viele Millionen US-Dollar und Israellobbyisten nehmen Flüchtlinge ins Visier. Außerdem dokumentieren wir ein Interview mit dem Ökonomen Shir Hever und weisen auf die Sommer-Ausgabe des Schweizer Palästina-Infos hin.
Gaza im Kontext: Israels Palästina-Problem
jadaliyya.com
jadaliyya.com

gazaincontext.com

Das Institut für arabische Studien (Arab Studies Institute) veröffentlicht das Pädagogik-Projekt
„Gaza in Context“
Trotz überwältigender Beweise der ungleichen Machtverhältnisses zwischen Israel und den Palästinensern und der Aggressivität Israels, inklusive der Anwendung überproportionaler Gewalt, sowie der Kollektivstrafe im Gazastreifen mit Belagerung und häufigen Angriffen auf die Zivilbevölkerung, stellen Mainstream-Medien und Unterrichtsmaterialien Israel weiterhin als Opfer dar.
Dieses pädagogische Projekt zielt darauf ab den propagandistischen Charakter der Mainstream-Medien und Unterrichtsmaterialien zu korrigieren. Gaza in Context stellt die historischen Zusammenhänge her...


Link zur deutschen Übersetzung
Grüße an Carlos Santana
Pako
Pako
Auf dem Schlossplatz, kurz
vor dem Konzert
Pako

AktivistInnen des Palästinakomitee Stuttgart und FreundInnen haben in einer Aktion am Samstag,
16. Juli 2016, am Eingang zum Stuttgarter Carlos-Santana-Konzert mit Besuchern und Fans diskutiert. Dass Carlos Santana, der sensibel auf die Verletzung von Menschenrechten reagiert, ein Konzert in Tel Aviv geben will, stößt bei vielen, so auch bei uns, auf Unverständnis und Kritik. Die Reaktionen waren häufig sehr verständnisvoll und positiv. Wir hoffen auf eine weitere lebhafte Diskussion zum Beispiel auf der Facebook-Seite von Carlos Santana...

Link zum Bericht
Freies Zusammenspiel oder doch nicht?
salon.com
salon.com
Carlos Santana
salon.com

Mehr als 400 Künstler beteiligen sich inzwischen an einem kulturellen Boykott gegen Israel. Warum schließt sich der als Aktivist bekannte Gitarrist Carlos Santana nicht an? In den USA haben sich die Pulitzer-Preisträger Alice Walker, Junot Diaz und Viet Thanh Nguyen, die Musiker Chuck D und Boots Rilex, die Journalisten Barbara und Ben Ehrenreich, Naomi Klein und Dave Zirin sowie 400 weitere Künstler, Musiker und Autoren am Boykott beteiligt, während Lauryn Hill und Pharrell Williams ihre Auftritte in Israel abgesagt haben. Der Artikel im US-amerikanischen Blog salon.com analysiert Santanas Reaktionen auf die Aufforderungen der BDS-Bewegung und wie sich Santana doch treu bleiben könnte oder eben nicht.

Link zur deutschen Übersetzung
10 Jahre Belagerung - Zeit für ein Militärembargo
bds-info.ch
bds-info.ch
Der Gazastreifen ist von der Fläche her halb so groß wie Hamburg

Vor zwei Jahren lancierte Israel einen brutalen Militärangriff auf die PalästinenserInnen im Gazastreifen, bei dem mehr als 2.300 PalästinenserInnen getötet und über 100.000 vertrieben wurden. Israel hat dabei gezielt zivile Gebiete angegriffen, um so viel menschliches Leid wie möglich zu verursachen.
Die Vereinten Nationen und Menschenrechts-organisationen haben Israels Kriegsverbrechen während des Massakers dokumentiert. Der Gazastreifen wird nun bereits seit zehn Jahren durch Israel belagert. Diese Politik kommt laut dem Historiker Ilan Pappe einem „schleichenden Genozid“ gleich. So verhinderte der Belagerungszustand den effektiven Wiederaufbau nach dem Angriff im Sommer 2014 fast vollständig...

Zum Artikel auf bds-info.ch
Israel hat EU-Projekte im Wert von 74 Mio. US Dollar zerstört
ICAHD Deutschland
Israeli Committee Against House Demolitions
Ein von Belgien finanzierter
Spielplatz ist nur noch ein Schutthaufen
ICAHD

Laut UN-Statistik sind über 900 Palästinenser dieses Jahr schon obdachlos geworden und Tausende wurden von der Welle der Zerstörung in Mitleidenschaft gezogen.
2012 legten Chris Davies, ein UK Mitglied des EU Parlaments und Štefan Füle, der frühere Europäische Kommissar für Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik, eine Liste von EU-finanzierten Projekten vor, die Israel in den ersten elf Jahren des neuen Jahrtausends zerstört hatte. Diese Liste mit 82 Fällen belief sich auf Verluste im Wert von 56 Millionen USD. Aber seitdem halten die EU-Bürokraten die Zahlen geheim...

Link zum Artikel auf ICAHD
Ein “Israel-Treueeid” gehört nicht zum Asylrecht...
juedische-stimme.de
juedische-stimme.de
Miri Regev (Likud) 2014:
"Die Sudanesen sind ein Krebs
in unserem Körper"
davidsheen.com

Während in Israel Flüchtlinge schlecht behandelt und möglichst abgeschoben werden, gibt es hierzulande Vorschläge, Flüchtlinge einen "Treueeid" auf Israel schwören zu lassen.
Wir dokumentieren eine gemeinsame Stellungnahme vom Bündnis gegen Rassismus und der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V:
In einem Fachgespräch der Bundestagsfraktion der CDU-CSU am 4. July 2016 forderte die Vorsitzende des American Jewish Committee (AJC) Berlin Diedre Berger, Geflüchtete abzuschieben, die „Israel nicht akzeptieren“ und sprach zusammen mit Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, über “die patriarchalisch dominierten Strukturen in muslimischen Familien...

Zum Artikel auf juedische-stimme.de
Shir Hever: Die Stärke von BDS basiert auf Recherche...
docp.nl
docp.nl
Nach einem Drohneneinsatz
in Gaza
corporate-occupation.org

Shir Hever, Ökonom und Autor des Buches „Die Politische Ökonomie der israelischen Besatzung: Unterdrückung über die Ausbeutung hinaus“, erklärt in diesem Interview u. a., wie wichtig es für die israelische Gesellschaft ist, sich als Teil des „Westens“ und Europas zu fühlen. Aus diesem Gefühl heraus zeigt sich die Gesellschaft jedesmal, besonders betroffen, wenn sich bekannte Künstler der BDS-Bewegung anschliessen und Konzerte in Israel aus diesem Grund absagen. Die Reaktionen darauf seien stets heftig. Darüberhinaus geht er auf Israels starke Rüstungsindustrie und die Heuchelei der europäischen Staaten ein, die sich die militärischen Erkenntnisse der Besatzung wissentlich zu eigen machen...

Link zum Interview (engl.)
Sommer-Ausgabe: Palästina-Info
bds-info.ch
bds-info.ch

Ausschnitt des Titelblatts

Sommer-Ausgabe des halbjährlich erscheinenden Magazins Palästina-Info
Einer neuen Umfrage zufolge ist die israelische Gesellschaft in politischer und religiöser Hinsicht tief gespalten. Rund die Hälfte der Bevölkerung befürwortet die Idee des „Transfers“, also die Vertreibung von arabischen BürgerInnen, die 19% der Bevölkerung ausmachen. 97% finden, dass jüdische gegenüber den palästinensischen BürgerInnen bevorzugt werden sollten. Derweil ist der Anteil arabischer Israelis, die an die Möglichkeit der Koexistenz eines zukünftigen palästinensischen Staats neben Israel glauben, von 74% im Jahr 2013 auf 50% gesunken...

Zum Artikel auf bds-info.ch
Gefangen in der fremden Heimat
Peter Münch
Süddeutsche Zeitung
Ahmad Tubail mit seiner Mutter
Süddeutsche Zeitung

Für Ahmed Tubail ist die Reise zur kranken Mutter zu einem Horrortrip geworden, weil der überbevölkerte und kriegsverwüstete Gazastreifen von Israel und von Ägypten mit einer Blockade belegt wird.
Alle Grenzübergänge sind dicht. Wenn man Glück hat, kommt man, wie in seinem Fall, mit einer Sondergenehmigung aus humanitären Gründen hinein. Doch keiner kann ihm sagen, wie und wann er nun wieder rauskommt...

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