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In Gaza gehen nicht nur die Lichter aus, da Israel die Treibstofflieferungen blockiert. Die israelische Armee bombardiert den Küstenstreifen seit 6. August 2020 fast täglich und verhindert die Ausfahrt von Fischern. Gleichzeitig ist Covid-19 aus den Quarantänezentren in die Gesellschaft vorgedrungen, es herrscht daher strengste Ausgangssperre. Die von Krieg und Blockade massiv geschädigte medizinische Versorgung des Gazastreifens hat keinerlei Voraussetzungen dafür, mit der Pandemie fertig zu werden. An Orwells 1984 erinnert die Begründung dafür, dass die menschen­rechts­widrige Blockade des Gazastreifens auf eine weitere Spitze getrieben wird: Genannt werden die Brandballons, die aus Gaza über die israelische Sperranlagen hinweg gestartet werden als Protest gegen die völkerrechtswidrige Blockade und Verletzung der Verpflichtungen gegenüber der Zivilbevöl­kerung durch die Besatzungsmacht. Einer der 2 Artikel zu Gaza im August Infobl@tt des Palästina­komitee Stuttgart beschreibt, was der Einsatz der israelischen Kampfdrohnen seit fast 20 Jahren für die Bevölkerung von Gaza bedeutet. Wir appellieren damit an die Abgeordneten des Bundestags gegen die Bewaffnung der israelischen Heron TP zu stimmen, die für die Bundeswehr beschafft wurde. Wie das israelische Gesetzessystem es ermöglicht, in scheinbar legaler Weise Palästinenser aus ihren Häusern zu verdrängen, beleuchtet Tony Greenstein im Artikel über die Familie Sumarin. Dabei spielt der Jüdische Nationalfonds, der auch in Deutschland angeblich für Umweltschutz Spenden sammelt, eine wichtige Rolle. Weitere Artikel beschäftigen sich mit der Normalisierung der Beziehungen der VAE zu Israel und vielen anderen zentralen Themen.

Immer gereizt und gequält
Amjad Ayman Yaghi
electronicintifada.net, übersetzung Pako
Zerstörungen in Gaza durch Drohnenangriffe
Ezz Zanon, Apa Images, EIi

Der in Gaza lebende Journalist Amjad Ayman Yaghi beschreibt, wie die Bewohner von Gaza die tägliche Beobachtung und Bedrohung mit israelischen Kampfdrohnen erleben. Das ständige Summen stört nicht nur als Geräusch, sondern erinnert an Bombardierungen, an das "Klopfen auf dem Dach", mit dem das israelische Militär die Zerstörung des Hauses ankündigt. Wir hoffen, dass dieser Artikel den Abgeordneten des Bundestags, die demnächst über die Bewaffnung der israelischen Heron TP abstimmen, die für die Bundeswehr beschafft wurde, klarmacht, dass Kampfdrohnen keine Option sein dürfen. Diese Killerroboter erleichtern Kriegsverbrechen und steigern das Leiden der Zivilbevölkerung noch zusätzlich.

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COVID-19 breitet sich aus und Israel verschärft
die Belagerung von Gaza
Tamara Nassar
electronicintifada.net, Übersetzung Pako
Covid 19 breitet sich im Gazastreifen aus
Mahmoud Ajjour/Apa Images/ electronicintifada.net

Der Gaza-Streifen befindet sich an der Grenze der Belastbarkeit. Mediziner und Menschrechtler haben oft davor gewarnt, dass das Gesundheits­system dort einen Ausbruch von COVID-19 nicht verkraften würde. Doch das ist eingetreten, COVID-19 wurde außerhalb von Quarantäne­einrichtungen und in der breiten Öffentlichkeit entdeckt. Dies trifft Gaza, nachdem die israelische Armee den dicht bevölkerten Küstenstreifen seit 6. August fast täglich bombardiert, Treibstoff­lieferungen unter­bindet, was die Stromversorgung fast unmöglich macht, den Fischern das Aus­fahren verbietet, kurz die menschenrechts­widrige Blockade auf einen neuen Höhepunkt verschärft. Begründung ist der Protest der Gazaer mit Brandballons gegen die Blockade.

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Petition: Wir verlangen Gerechtigkeit für die Familie Kilani

Petition zum Unterzeichnen
Der Bruder von Ibrahim Kilani am Grab der Kilanis in Gaza

Sieben Mitglieder der Familie Kilani, darunter 5 Kinder unter 12, wurde im Gazakrieg 2014 bei der Bombardierung eines Hochhauses durch die israelische Armee getötet. Die Umstände legen es nahe, dass untersucht werden muss, ob es sich um ein Kriegsverbrechen handelt. Da der Vater Ibrahim Kilani 20 Jahre in Deutschland gelebt hat und damals mit einer Deutschen verheiratet war, hatten er und seine Kinder die deutsche Staatsbürger­schaft. Bis heute sind die deutschen Behörden untätig geblieben. Die Petition unterstützt die deutschen Kinder von Ibrahim Kilani bei ihrer Suche nach Gerechtigkeit, Kurzfilme zu diesem Fall:notjustyourpicture.com und obliteratedfamilies.com/de/story/al-kilan

Zur Petition zum Unterzeichnen
AktivistInnen der Vereinigten Arabischen Emirate verurteilen den Deal zur Normalisierung mit Israel als Verfassungsbruch

english.alaraby.co.uk, Übersetzung Pako
Mit Diktatoren versteht sich Israels Premierminister bestens
hindutimes

Unter den Oppositionellen in den Vereinigten Arabischen Emiraten regt sich Widerstand gegen die Normalisierung der Beziehungen zu Israel: AktivistInnen in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnen eine Petition, die den Deal als „Verfassungsbruch“ verurteilen. Allerdings müssen diese KritikerInnen auch mit Repressionen in diesem Land mit seiner schlechten Menschenrechtsbilanz rechnen.

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Die Liebesaffäre der Vereinigten Arabischen Emirate mit Israel
Joseph Massad
middleeasteye.net, Übersetzng Pako
Protest gegen den Deal
in Gaza
al-monitor.com

Die Unterstützung des palästinensischen Widerstands durch die Vereinigten Arabischen Emirate lag in der Vergangenheit in deren Angst vor starken Befreiungs- und demokratischen Bewegungen begründet. Mit deren Schwächung vollzogen die Emire eine immer stärkere Wend­ung in Richtung Israel. Jetzt ist der Zeitpunkt gekom­men, an dem die Emire offen auf Israel zugehen, was mit Wirtschafts- und den gemein­samen Interes­sen zusammenhängt, die beide in Wirklich­keit verbindet. Joseph Massad zeichnet die Entwicklung über den Zeitraum von siebzig Jahren nach.

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Die Übereinkunft der Vereinigten Arabischen Emirate mit Israel: Abraham-Abkommen oder israelischer Kolonialismus?
Joseph Massad
middleeasteye.net, Übersetzng Pako
Leseempfehlung:
Israel Finkelstein,
Neil A. Silberman
Keine Posaunen vor Jericho –
Die archäologische Wahrheit
über die Bibel
dtv Verlag
dtv.de

Das jüngste, von den USA vermittelte Normalisierungsabkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, das am 13. August unterzeichnet wurde, erhielt von Donald Trump den Beinamen „Abraham-Abkommen“. Die Berufung auf Abraham findet sich in etlichen früheren politischen Dokumenten, die im Zusam­menhang mit dem so genannten "Nahostkonflikt" entstanden sind. Der Begriff bedient sich der westlichen orientalistischen Erfindung der "abrahamitischen Religionen", der sich weder im Arabischen noch im Hebräischen findet. Joseph Massad zeigt, wie der Begriff verwendet wird, um einen Konflikt, der aus kolonialer westlicher Machtpolitik entstanden ist, als Auseinander­setzung zwischen Religion darzustellen

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Sieg für die Drei von der Humboldt-Universität
Majed Abusalama
mondoweiss.net, übersetzt für Pako, G. Merz
Von links: Ronnie Barkan, Stavit Sinai, Majed Abusalama
mondoweiss.net

Eine harte Diffamierungskampagne hatten die Drei von der Humboldtuniversität, die beiden jüdischen Israelis Stavit Sinai, Ronnie Barkan, und der Palästinenser Majed Abusalama durchzustehen, nachdem sie 2017 Aliza Lavie, die als Vertreterin des Staates Israel an der Universität sprach, mit ihrer Verantwortung für Kriegsverbrechen konfrontierten. Die Drei haben ihren Prozess in mehreren Instanzen gewonnen. Majed Abusalama zeigt im Artikel, dass es ihnen gelang, in den Prozessen ihr Anliegen deutlich zu machen und ihre Kritik am Staat Israel und der Politik der BRD zu vertreten.

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Der Jüdische Nationalfonds versucht, die Sumarins aus ihrem Haus zu vertreiben, in dem sie seit 30 Jahren leben
Tony Greenstein
azvsas.blogspot.com, Übersetzung Pako
Unterstützung für Familie
Sumarin in Silwan/Jerusalem
Peacenow.org.il

Gegen die Vertreibung der palästinensischen Familie Sumarin aus ihrem Haus in Ostjerusalem durch den Jüdischen Nationalfonds hat sich eine starke Solidaritätsbewegung entwickelt. Tony Greenstein zeigt, wie das System der israelischen Gesetze und die Rolle des Jüdischen National­fonds in diesem Zusammenhang funktioniert, das die Vertreibung von Palästinensern im israelischen Staat auf der Basis einer Schein­legalität ermöglicht. Seine Studie beschreibt außerdem, dass der Jüdische Nationalfonds inzwischen offen für die Siedlerbewegung in der Westbank arbeitet. Der umfassende Artikel mit viel Hintergrund enthält auch etliche Beiträge zum Fall der Sumarins.

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Zweites Fest der Internationalen Solidarität im Waldheim Stuttgart am 26. September 2020

Pako


Internationale Solidarität hat für die sozialen und Befreiungs-Bewegungen eine große Bedeutung. Der internationale Widerstand gegen strukturellen Rassismus, die Solidarität mit Flüchtlingen, die vor Krieg und Armut fliehen, wachsende Armut und soziale Ungleichheit weltweit und in der Bundesrepublik sind Themen, die für alle von existenzieller Bedeutung sind. Das Clara-Zetkin-Waldheim in Stuttgart-Sillenbuch veranstaltet am 26. September 2020 mit mehreren internati­onalen Vereinen ein großes Fest. Neben Kultur und Kulinarischem gibt es viel interessante Information und Möglichkeiten zum Gespräch.

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Stellungnahme zur Kundgebung zum Gedenken an die Opfer des GAZA-KRIEGS von 2014 in Freiburg am 21.8.2020
palaestinaspricht.de
palaestinaspricht.de

palaestinaspricht.de

Als die Initiative Palästina spricht in Freiburg am 21. August 2020 zu einem Gedenken an die Opfer des Gazakriegs 2014 aufrief, stieß sie auf Widerstand, da es sich um den Platz der Alten Synagoge handelte, obwohl dieser öffentliche Bereich üblicherweise in der Stadt für vielerlei Demonstrationen und Versammlungen genutzt wird. Der Fall schlug einige Wellen in den Medien, wobei die Stellungnahme der Betroffenen von Palästina spricht eindeutig zu kurz kam. Wir veröffentlichen die Stellungnahme, die auch einige Kritik am Vorgehen der Stadt enthält, im infobl@tt. Dank gilt auch der Jüdischen Stimme, die diesen Vorfall auf ihrer Facebookseite treffend und fair kommentierte.

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Schrei wenn du „Palästina“ hörst, sagt Berlins neuer Landesbeauftragte gegen Antisemitismus
Ali Abunimah
electronicintifada.net, Übersetztung Pako
Salzborns agressive Twitter-Nachricht vom 20.10.19
ei

Die Landesregierung der deutschen Hauptstadt Berlin hat einen neuen Landesbeauftragten zur Bekämpfung des Antisemitismus ernannt, den Politikwissenschaftler Samuel Salzborn. Zweifel sind angebracht, ob Salzborn für ein Amt geeignet ist, in dem er gegen Antijudaismus und Rassismus wirken soll.
Ali Abunimah nennt in seinem Artikel zahlreiche Beispiele dafür, wie vorurteilsbelastet und geradezu aggressiv Salzborns Haltung gegenüber den Palästinensern ist.



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Internationaler Druck wirkt: Mahmud Nawajaa Koordinator der BDS-Bewegung wird freigelassen
bdsmovement.net
bdsmovement.net
Mahmud Nawajaa
ei

Dank anhaltendem internationalen Drucks wurde der palästinensische Menschenrechtsverteidiger und BDS-Koordinator Mahmud Nawajaa freigelassen, nachdem er 19 Tage lang von Israel ohne Anklage festgehalten wurde...

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AktivistInnen besetzen das Büro einer Rüstungsfirma, um Palästina zu unterstützen

morningstaronline.co.uk, übersetzt Pako
Schließt Elbit
palestineaction.org

AktivistInnen haben vor kurzem das Londoner Zentralbüro einer israelischen Rüstungsfirma besetzt, um auf Großbritanniens Komplizen­schaft bei Kriegsverbrechen gegen die Palästinenser aufmerksam zu machen. Vier Mitglieder des neu gegründeten Netzwerks Palestine Action (palestineaction.org) verschafften sich Zutritt zum Hauptquartier von Elbit Systems in der Kingsway 77 in Holborn, in Großbritannien, dem Sitz von Israels größtem privaten Waffen­unternehmen.

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Vergessene Apartheid
Joseph Croitoru
taz.de
Interaktive Karte von betselem:
https://conquer-and-divide.btselem.org/map-en.html

Im Taz-Artikel setzt sich Joseph Croitoru mit der Diskussion um den Apartheid-Vorwurf in der etablierten israelischen Gesellschaft auseinander. Dabei wird deutlich, dass angesichts der herrschenden israelischen Verhältnisse diese Frage keineswegs nur am Rande der Gesellschaft debattiert wird. Im Taz-Artikel setzt sich Joseph Croitoru mit der Diskussion um den Apartheid-Vorwurf in der etablierten israelischen Gesellschaft auseinander. Dabei wird deutlich, dass die er Koalitionsvertrag der israelischen Regierung ermächtigt Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Teile des besetzten Westjordanlands dem israelischen Staat einzuverleiben...

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Die Universität Manchester zieht ihre Investitionen aus Firmen zurück, die an der israelischen Besatzung beteiligt sind
Asa Winstanley
electronicintifada.net, Übersetzung Pako
Demonstrierende Studierende vor der Universität Manchester
electronicintifada.net

Die Universität Manchester hat mehr als 5 Millionen US-Dollar an Investition aus der Firma Caterpillar und der Muttergesellschaft der Reise-Plattform booking.com zurückgezogen.
Aktivisten erklärten, es sei „ein enormer Sieg für die palästinensische Solidaritätsbewegung in Großbritannien“ und ein „Wendepunkt“. Seit 2016 steht die Universität im Fokus von AktivistInnen, wegen ihrer Investition in Firmen, die an der israelischen Besatzung palästinensischen Landes beteiligt sind. Im vergangenen Jahr hatten Studenten eine Vorstandssitzung gestürmt, und verlangten die Desinvestition von Caterpillar.

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Im Namen meiner zukünftigen Enkelkinder weigere ich mich, Bürgerin eines Apartheidstaates zu sein
Adi Granot
haaretz.com, Übersetzt für Pako G. Merz
Route 4370: PalästinenserInnen müssen auf einer extra Straße fahren
aljazeera

Der israelische Diskurs wäscht das wahre Gesicht der Annexion weiß. Adi Granot macht die Parallelen in der Apartheidpolitik des Staates Israel mit Apartheid-Südafrika sichtbar:Mein Großvater, Elazar Granot, war von 1994 bis 1996 israelischer Botschafter im Südafrika von Nelson Mandela – nach dem Fall des Apartheid Regimes. Im vergangenen August bin ich selbst dorthin gefahren und habe mich mit eigenen Augen von der Wirklichkeit überzeugt, die dieses rassistische und diskriminierende System und seine schreck­lichen Auswirkungen auf die südafrikanische Gesellschaft bis zu diesem Tag hat, 25 Jahre später...

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