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Im September-Infoblatt des Palästinakomitee Stuttgart gehen wir auf Themen ein, die uns zentral erscheinen. Fast unbemerkt von deutschen Medien setzt der Staat Israel die Zwangsumsiedlung der Palästinenser im Negev (israelische Staatsbürger) in Townships fort, um Siedlungen exklusiv für jüdische Bürger zu bauen. Le monde diplomatique berichtet. Die israelische Wirtschaft und Rüs­tungsindustrie scheint zu blühen, wer genauer hinsieht, erkennt die Schwächen. Das ist wesentlich der BDS-Bewegung zu verdanken, die die Menschen­rechts­verletzungen des Staates Israel öffentlich macht. Wir dokumentieren zwei Artikel. Die Kommentare in deutschen Medien anlässlich des Todes von Shimon Peres tun dem Politiker Unrecht, Peres war absolut kein Friedensstifter. Aus aktuellem Anlass weisen wir auf die Erkenntnisse der Peres-Biografien Tamar Amar-Dahl hin. Im Infoblatt finden sich viele weitere interessante Artikel und zwei Hinweise in eigener Sache.
Kein Platz zum Bleiben
Amjad Iraqi
LE MONDE diplomatique
Die Ortschaft Atir im Naqab/Negev
ist von der Zerstörung bedroht.
Der JNF will den Wald auf das Gelände Atirs expandieren
electronicintifada

In Israel sind die Bewohner zahlreicher arabischer Dörfer von Zwangsumsiedlung bedroht. Seit vierzig Jahren protestieren sie vergeblich gegen ihre Vertreibung und die Zerstörung ihrer Häuser.
(...) "Der Staat tut gern so, als würde er durch die Umsiedlung in Städte den beduinischen Gemein- schaften zu einer Modernisierung verhelfen. Aber gleichzeitig lässt er jüdische Staatsbürger ihre eigenen bäuerlichen Farmen im ganzen Naqab errichten, auch auf den Ruinen der Beduinendörfer", sagt Suhad Bishara, Anwalt und Leiter der Men- schenrechtsorganisation Adalah (Gerechtigkeit)...

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"Krieg ist ein Muss"
Interview: Bettina Malter
Zeit online
Historikerin Tamar Amar-Dahl
Zeit online

Schimon Peres gilt als Friedenspolitiker. Doch dieses Bild, das fast alle deutschen Medien über ihn vermitteln, ist völlig falsch. Allen, die sich genauer über Peres politische Aktivitäten informiert haben, ist das auch klar - angefangen von den Journalisten bei Haaretz. Anlässlich des Todes von Peres verlinken wir auf ein Interview in Zeit online mit der Historikerin und Shimon-Peres-Biografin Dr. Tamar Amar-Dahl aus dem Jahr 2010. Tamar Amar-Dahl beschreibt den israelischen Präsidenten als Nationalisten, für den Krieg unerlässlich ist.

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Für uns und die Zukunft unserer Kinder müssen wir weitermachen!
Pako
Pako
Abdallah Abu Rahmeh
in Stuttgart am 20.09.16
Pako

Bericht über die Veranstaltung mit dem Koordinator des zivilen Widerstands Abdallah Abu Rahmeh aus Bil’in im Westjordanland in Palästina, am 20.09.2016 in Stuttgart

Abdallah Abu Rahmeh wurde in Deutschland 2008 mit dem Carl von Ossietzky-Preis der Deutschen Gesellschaft für Menschenrechte ausgezeichnet. Von der Europäischen Union erhielt er die Ehrung als „Verteidiger der Menschenrechte“ und Amnesty International nannte ihn einen Gefangenen aus Gewissensgründen...

Link zum Bericht
Das "S" in BDS: Lehren aus der Elbit Systems Kampagne
Maren Mantovani und Jamal Juma
Al Shabaka
Protest in Großbritannien
huffingtonpost.co.uk

Trotz der Bemühungen der Palästinener_innen und ihren Unterstützer_innen, darunter auch einige Finanzinstitutionen und Regierungen, erscheint die israelische Rüstungsindustrie so unbesiegbar wie die Waffen, die sie produziert. Ein Treffen der größten Rüstungsunternehmen mit der Regierung im Oktober 2015, in dem der starke Rückgang der Rüstungsexporte thematisiert wurde, weist jedoch darauf hin, dass der unbesiegbare Status der Rüstungsindustrie ins Wanken gerät...

Link zur deutschen Übersetzung auf bds-info.ch
“Hass-Fabrik” HAWK?“
Abi Melzer
der-semit.de
Buchempfehlung
Hajo G. Meyer: Judentum, Zionismus, Antizionismus und Antisemitismus
Frank und Timme Verlag

Seit Monaten tobt ein Streit um ein Seminar an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim. Inzwischen spricht man in ganz Deutschland davon und die Welle schwappte sogar bis nach Israel über, wo man in Regierungskreisen die Hochschule als „Hass-Fabrik“ bezeichnet hat (isr. Botschaft). Kulminiert ist die Debatte bei einer zunehmend hitzigen Diskussion in den Räumen der Jüdischen Gemeinde in Hannover. Es sollte eine Debatte über „Antisemitismus“ sein, und es wurde, wie es die Hannoversche Allgemeine schreibt, ein „Tribunal für eine Hochschulpräsi-dentin“... Der Herausgeber des Semit, Abi Melzer, hat sich intensiv mit dem Fall und der Argumentation auseinander gesetzt.

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Washington beschließt bisher größtes Militärhilfepaket für Israel
jw.de
Junge Welt
75% aller Militärhilfe der USA
gehen an Israel und Ägypten
cnn.com

Israel und die USA haben sich auf ein Militärhilfepaket in Rekordhöhe geeinigt: 38 Milliarden Dollar soll Israel für den Zeitraum von einem Jahrzehnt bekommen. Die Zahlungen von umgerechnet 34 Milliarden Euro sollen 2019 beginnen und einen vorherigen Zehnjahresvertrag ablösen, berichtete der israelische Rundfunk am Mittwoch. Die USA sind Israels wichtigster Verbündeter...

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Kant und Marx am Checkpoint
Adania Shibli
Zeit Online
Bir Zeit StudentInnen feiern ihren Abschluß
english.alakhbar.com

Muss man im Nahen Osten an der Existenz des Guten zweifeln? Ist Habgier Schuld am Siedlerkonflikt? Wie Studierende in Palästina über philosophische Fragen denken.
Woran zweifelt Ihr am meisten?" Diese Frage stellte ich kürzlich meinen Studierenden an der Bir-Zait-Universität in Palästina. Jedes Jahr im Sommer verlasse ich Berlin, um in Ramallah einen Kurs in europäischer Philosophie der Moderne zu unterrichten. Dieses Mal ging es darum, Grenzen zu überwinden – die Grenzen zwischen einander und zu den jeweiligen Philosophen. Denn gerade hier in Palästina wird immer offensichtlicher, wie entscheidend das persönliche Leben für die Entstehung und Entwicklung von Gedanken ist...

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Blumenstrauß als Drohung
Amira Hass
medico.de
Issam Younis,
Direktor von Al Mezan
medico.de

Er stellt sich als Abu Nabil vor, aber Arabisch ist nicht seine Muttersprache. Leute aufzuspüren und ihnen mit Mord zu drohen ist sein Geschäft. Man darf annehmen, dass er dafür ein Gehalt bekommt. Er arbeitet mit einem Team, das mit modernster Technologie gerüstet ist, um Personen zu überwachen und zu lokalisieren. Am 25. Februar rief Abu Nabil zu Hause bei der Familie von Nada Kiswanson in Schweden an. Sie ist eine palästinensische Anwältin mit schwedisch-jordanischer Staatsangehörigkeit. Er warnte ihre Familie: Für den Fall, dass Kiswanson ihren Arbeitgeber nicht verlasse, werde sie die Familie nie wiedersehen...

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Dutzende span. Städte erklären sich zur Apartheid-freien Zone
imemc.org
imemc.org

commondreams.org

Cadiz, Regionalhauptstadt der autonomen Provinz Andalusiens in Spanien, ist die neueste Stadt, die sich der palästinensisch geführten BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestition, Sanktionen) zur Durchsetzung palästinensischer Rechte angeschlossen, und sich zur „Zone frei von israelischer Apartheid“ erklärt hat.Mit einer Einwohnerzahl von 120.000 schließt sich Cadiz mehr als 50 anderen Städten an, inklusive Gran Canaria, Santiago de Compostela, Xixón-Gijón, Sevilla, Córdoba und Santa Eulària in Ibiza in ganz Spanien...

Link zur deutschen Übersetzung
Die arabischen Juden: Sprache Dichtung und Einzigartigkeit
Reuven Snir
Semit
Prof. Reuven Snir
wikipedia.org

Das Essay „Die arabischen Juden“ erschien in der gedruckten Ausgabe Nr. 5 der Zeitschrift „Semit“ im Jahr 2009. Der Autor behandelt darin u.a. die Frage der Identität arabischer Juden und deren Status innerhalb der zionistischen Gesellschaft Israels.
Das Thema ist heute genauso aktuell wie vor einigen Jahren...

Link zum Essay
Netanjahu löst mit Vorwürfen zu «ethnischer Säuberung» Zorn aus
nzz.ch
nzz.ch
Ein Siedler attakiert
eine Frau in Hebron
palestinechronic
.le.com

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat den Ruf nach einer Räumung von Siedlungen im Westjordanland als Forderung nach einer «ethnischen Säuberung» von Juden zurückgewiesen und damit Kritik ausgelöst. (...) Netanjahu hatte in einem am Freitag veröffentlichten Video gesagt, die israelischen Siedler im Westjordanland seien kein Hindernis für einen Nahost-Frieden. «Niemand würde ernsthaft behaupten, dass fast zwei Millionen Araber, die in Israel leben, ein Hindernis für den Frieden sind», sagte er.«Aber die palästinensische Führung fordert einen Staat mit einer Bedingung: Keine Juden», sagte er. «Dafür gibt es eine Bezeichnung: Ethnische Säuberung.»...

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Ausverkauf in Israel
Shir Hever
jungewelt.de
Fördertürme vor der Küste
jw.de

Strategie gegen Warenboykott und Defizit: Regierung bietet Erdgasressourcen zur Ausbeutung an. Im kommenden November wird Israel 24 Lizenzen zur Erdgasförderung in Küstengebieten an internationale Konzerne versteigern. Am 31. August reiste Israels Energieminister Juval Steinitz nach Singapur, um Firmen davon zu überzeugen, in israelische Gasvorkommen zu investieren. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verfolgt die Strategie, mit geringen Steuern auf Gasexporte internationale Investoren zu ködern – hohe Gewinnmargen sind garantiert....

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Bizarr ungleiche Verteilung des Wassers im Westjordanland
Albrecht Müller
nachdenkseiten.de
Einst vom Wasser des
Toten Meeres bedeckter
ausgetrockneter Boden
america.aljazeera.com
com

In unserem letzten Infobl@att haben wir auf ein Video mit einem Interview mit dem Hydrologen Clemens Messerschmidt über das Thema Wasserraub verlinkt. Ergänzend und mit zusätzlichen Fragen an ihn verlinken wir hier auf ein geschriebenes Interview, das auf nachdenkenseiten.de erschienen ist.
"Bizarr ungleiche Verteilung des Wassers im palästinensischen Westjordanland. Ein lösbares Problem, das absichtlich nicht gelöst wird."

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Palästinakomitee Stuttgart Infobl@tt Archiv
Pako
Pako


Jeden Monat stellen wir eine interessante Sammlung von informativen Artikeln aus der deutschen und ausländischen Presse, aus Blogs und von Websites der Solidaritätsbewegung über die Lage in Palästina zusammen. Das Infobl@tt ist kein reiner Newsletter, denn wir dokumentieren nicht nur aktuelle Ereignisse, sondern stellen auch Links zu Hintergrundinformationen zusammen.
Die deutschen Medien berichten oft wenig und ungenau. Grundsätzliche Fragen werden selten gestellt. Auch der besorgniserregende Rechtsruck der israelischen Politik, die sich immer weiter ausbreitende Kolonialisierung von Palästina und die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen an den PalästinenserInnen werden nur sehr oberlächlich dargestellt...

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