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Das Palästinakomitee-Stuttgart Infobl@tt beginnt dieses Mal mit einer unangenehmen Nachricht aus Stuttgart. Die Robert-Bosch-Stiftung ist eine der größten karitativen Unternehmen Europas. Neulich wurde bei einem Treffen mit Vertretern des Jüdischen Nationalfonds entschied- en, dass die Stiftung als Türöffner für den JNF in Afrika fungieren soll. Viele afrikanischen NGOs und Ministerien lehnen die Kooperation mit dem rassistischen JNF ab. Die Robert-Bosch-Stiftung sollte sich von solchen belasteten Partnern zurückziehen.
Außerdem geht es nochmals um den Aufstand in Palästina: welche Rolle spielen die palästinensischen politischen Organisationen? Palästinensische NGOs haben dem Internationalen Strafgerichtshof Material zu vermutlichen israelischen Kriegsverbrechen in Gaza übergeben. Es gibt auch Beiträge zum Siedlungsbau des Staates Israel und die verhaltene Reaktion Europas.
Bosch-Stiftung hat vor mit dem JNF als Türöffner zu arbeiten
PAKO-Stuttgart

BDS-Südafrika protestiert gegen den JNF
BDS-Südafrika

Das Palästinakomittee-Stuttgart veröffentlicht nun einen Brief an die Robert-Bosch-Stiftung über ein Treffen in Stuttgart zwischen der Stiftung und Vertretern des Jüdischen Nationalfonds (JNF) sowie der israelischen Botschaft. Eine zentrale Sorge der Vertreter von JNF und Robert-Bosch-Stiftung war beim Treffen Thema: Die JNF-Projekte in Afrika werden häufig abgelehnt; die Robert-Bosch-Stiftung soll bei der Zusammenarbeit wesentlich als Türöffner dienen.
Die genannten Absichten stoßen bei uns auf entschiedenen Widerspruch, denn die Ablehnung des JNF ist gut begründet...

zum vollständigen Erklärung und Appell
Palästinensische Revolte: Was ist der Beitrag der Parteien?
Jamal Juma und andere
Al-Shabaka

APA Images

Al-Shabaka stellt die Einschätzung wichtiger palästinensischer politischer Analysten zur Rolle der etablierten palästinensischen Parteien zusammen. Jamal Juma, der Koordinator der Kampagne gegen die Apartheid-Mauer, Jamal Hilal, ein palästinensischer Soziologe, der mit Ilan Pappe den Band „Across The Wall“ herausgegeben hat, Nijmeh Ali, ein Menschenrechtsaktivist und Politologe mit einem Abschluss von der Hebrew University, Khalil Shaheen, Journalist und Direktor von Masarat - Palestine Center for Policy Research and Strategic Studies in Ramallah, Jaber Suleiman, der Koordinator des Centre for Refugee Rights im Libanon, und Miriam Abu Samra, Doktorand an der Uni. Oxford, kommen zu Wort.

Link zum Artikel in Al-Shabaka
Dänischer Pensionskonzern zieht Anteile aus
HeidelbergCement ab
Charlotte Silver
Electronic Intifada
Nahal Raba Steinbruchelectronicintifada.net

Der größte private Pensions- und Versicherungskonzern Dänemarks, PFA Pension, zieht seine Aktienanteile aus HeidelbergCement ab, weil das Unternehmen in die Ausbeutung natürlicher Ressourcen im Westjordanland verwickelt ist.

PFA Pension, dessen Anteile sich auf 50 Milliarden US-Dollar belaufen, erklärte, er ziehe seine Anteile zurück, da der Konzern sich nicht an illegalen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Besatzung des Westjordanlands beteiligen möchte. Er ist der zweite europäische Pensionskonzern der seine Investitionen wegen der Ausbeutung palästinen-sischer Ressourcen von HeidelbergCement zurückzieht...

Link zum Artikel (engl.) von Charlotte Silver
Westbank-Siedlungen blockieren die palästinensischen Wirtschaft
Nur Arafeh, Samira Al-Botmeh, Leila Farsakh
Al Shabaka
Gestohlenes Land - Existenzgrundlagen zerstört Trocaire

Vor Kurzem hat das EU-Parlament Richtlinien erlassen, die die besondere Kennzeichnung von Produkten aus den nach der EU-Rechtssprechung illegalen Siedlungen im Westjordanland vorschreiben. Israelische Politiker sehen darin einen ersten Schritt zu härteren Maßnahmen und bringen ihre Lobbyisten in Stellung. Ein Argument lautet, solche Schritte würden auch die palästinensische Wirtschaft und die Arbeiter treffen.
In ihrer Studie auf dem Blog A-Shabaka zeigen Nur Arafeh, Samira Al-Botmeh und Leila Farsakh, wie die Siedlungen die palästinensische Wirtschaft blockieren und wie scharf die vergleichsweise wenigen palästinensischen Arbeiter in den Siedlungen diskriminiert werden.

How Westbank-Settlements stifle Palestine's Economy
Der Gazakrieg 2014 vor dem internationalen Strafgerichtshof
PCHR
The Palestinian Centre for Human Rights
Übergabe der Unterlagen beim ICC
PCHR

Die palästinensischen Menschenrechtsorganisationen Al Haq, Al Mezan Palestinian Center for Human Rights (PCHR) und Aldameer haben Anfang des Monats beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ihre Rechercheergebnisse zum Fall eines vermutlichen Kriegsverbrechens durch die israelische Armee während des Gazakriegs im Sommer 2014 eingereicht. Es handelt sich um die Bombardierung des Hauses einer Familie in Deir Al Balah, die zu diesem Zeitpunkt schliefen. Dabei wurden 7 Personen, darunter drei Kinder getötet.

Link zum Artikel des PCHR
20 Jahre nach Rabin – zwischen Mythos und Romantisierung
Ramsis Kilani
Die Freiheitsliebe - Portal
Yitzhak Rabin
bbc.co.uk

Ende November hat im Rathaus in Berlin eine Veranstaltung zu "20 Jahre Ermordung von Yitzhak Rabin" stattgefunden. Rabin habe Wege der Versöhnung gezeigt, meinte Ina Darmstädter vom einladenden Canaan Circle. Der 24-jährige Ramsis Kilani, der dort ebenfalls sprach und der seinen Vater, seine Stiefmutter und 5 Geschwister im Gazakrieg im Sommer 2014 bei der Bombardierung des Hauses, in dem sie Zuflucht gesucht hatten, verloren hatte, widersprach entschieden: Rabin sei kein Mann des Friedens. Kilani bekam Unterstützung von der Vertreterin des Parents Circle, wo sich Angehörige beider Seiten treffen, die Verwandte verloren haben. In der Freiheitsliebe hat Kilani seine Analyse veröffentlicht.

Link zum Artikel von Ramsis Kilani
Zunahme psychologischer Traumata im besetzten Palästina
Megan Hanna
palaestina-portal.eu
Kinderfestnahmeoccupiedpalestine.wordpress

Es sind nicht nur die Aktionen des israelischen Militärs, die zu diesem beunruhigenden Trend beitragen, sondern auch (die Tatsache,) dass die Siedler, deren Gewaltattacken selten verfolgt werden und die in einem Umfeld von Straflosgkeit zu operieren scheinen, nicht zur Rechenschaft gezogen werden.
Ein Bericht von Médecins du Monde France, der im vergangenen Monat veröffentlicht wurde, sprach auch von psychologischen Schäden für die 72 direkten und indirekten Opfer des Brandanschlags von Duma, wo eine eine palästinensische Familie ermordet wurde.

Link zum Artikel von M. Hanna
Unter dem Deckmantel des Umweltschutzes - Ein grüner JNF?
Pal-Solidarität Region Basel, Pako Stuttgart
jnf-machenschaften.de
Überwachung der Zerstörung

Fragen zu Klimawandel, Umweltschutz und nachhaltigen Ressourcen haben in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. Für eine Organisation wie den Jüdischen Nationalfonds (JNF/ KKL), die sich seit ihrer Gründung mit Land- und Forstwirtschaft sowie Wasserfragen beschäftigte, lag es demnach nahe, ihre Tätigkeit unter das Label des Umweltschutzes zu stellen.
Indem man die Tätigkeiten in den Bereichen Wasser, Umwelt, Aufforstung in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellt, wird der Kontext, in dem sich diese Tätigkeiten bewegen, ausgeblendet. Besatzung, Vertreibung, bewusste Diskriminierung der PalästinenserInnen – all das geht unter in der Propaganda des „Umweltschutzes“...

Link zum Artikel
Terroristen oder Freiheitskämpfer
Alain Gresh
Le Monde diplomatique
Verhaftung eines Verletzten
electronicintifada

Bekanntlich sind „Terroristen“ immer die anderen, niemals „unsere“ Kämpfer. Die Geschichte lehrt uns, dass die Terroristen von gestern die politischen Amtsträger von morgen sein können. Verwunderlich ist das nicht. Der Terrorismus – die Beispiele PKK und Irgun illustrieren die Ambivalenz des Begriffs – lässt sich eher als eine Form des Handelns definieren denn als Ideologie. Die rechtsextremen Gruppen im Italien der 1970er Jahre, die Tamil Tigers Sri Lankas und die Irisch-Republikanische Armee (IRA) verbindet inhaltlich nichts, ganz zu schweigen von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und dem Afrikanischen Nationalkongress (ANC).

Link zum Artikel von Alain Gresh
Gesichter der Apartheid - Israel und Südafrika red. v. Ilan Pappé
Besprechung von Nahrain Al Mousawi
Middle East Monitor
Das Buch beleuchtet Apartheid unter vielen Aspekten. Zed Books

Der Historiker Ilan Pappé (Die ethnische Säuberung Palästinas) hat einen Sammelband herausgegeben "Israel and Southafrica - Many Faces of Apartheid", Zed Books Ltd. Die Autoren der Beiträge sind sowohl bekannte Analytiker der Gesellschaft und Politik des Staates Israel wie Pappé selbst, Jonathan Cook, Virginia Tilley als auch Südafrikaner, die Apartheid im Widerstand erlebt haben, wie Ronnie Kasrils. Der Band beleuchtet israelische Apartheid unter vielen Aspekten, ordnet die zionistische Bewegung historisch ein (Pappé), gibt einen guten Einblick in die verdeckte israelische Apartheidgesetzgebung (Cook) und zeigt die Parallelen zu Südafrika (Kasrils). Eine Besprechung findet sich auf Middle East Monitor.

Link zur Buchbesprechung
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