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Diesen September (16. bis 18. 9. 1982) ist es 40 Jahre her, dass  Phalangisten Tausende Palästinenser in den Beiruter Flüchtlingslagern von Sabra und Shatila ermordeten. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit der israelischen Armee und Regierung, die wesentliche logistische Unter­stützung für das Massaker leisteten. Artikel im September-Infobl@tt des Palästinakomitee Stuttgart (Forschungen von Seth Anziska, UCL London, und Erinnerungen einer Bewohnerin von Sabra) beleuchten die Hintergründe und die Mitverantwortung der Vertreter der US-Regierung. Das Massaker steht in Zusammenhang mit dem Einmarsch der israelischen Armee in den Libanon am 6. Juni 1982. Der brutale Krieg hatte u.a. zur Folge, dass die PLO aus dem Libanon abzog und die Flüchtlingslager der Palästinenser schutzlos blieben. Einige unserer Mitglieder beteiligten sich damals an der Gründung des Palästinakomitees Stuttgart als Protest gegen den Krieg und das grausame Vorgehen gegen Libanesen und Palästinenser. Die Ursachen für die Unmenschlichkeit bestehen weiter, so dass wir die Organisation und Solidaritätsarbeit in Stuttgart über viele Jahrzehnte weiterführten. Jetzt belegen auch jüdisch-israelische Forscher die Sicht der Palästinenser auf grausame Übergriffe der Armee, so gibt es jetzt neue Erkenntnisse zum Massaker von Kufr Kassem, einem palästinensischen Dorf innerhalb der Grünen Linie von 1948.
Auch das Palästinakomitee hat mit der Hexenjagd gegen die zivilgesellschaftliche palästinensische BDS-Bewegung zu kämpfen. Mit einer Hinterzimmer­entscheidung haben uns DGB-Jugend und Stuttgarts Stadtjugendring von ihrem Festival gegen Rassismus ausgeschlossen. Daraufhin reagierten etliche Beteiligte  – bereits im Dezember 2021 und kurz vor dem Festivaltermin – mit einem Boykott der Veranstaltung. Wir veröffentlichen nochmals unsere damalige Erklärung auf der Pako-Homepage. Aktuelles zum Treffen des EU-Assozia­ti­ons­rat mit dem Staat Israel trotz Protesten von Menschenrechtlern findet sich dort auch demnächst.

40 Jahre nach dem Massaker: Meine Reise nach Sabra                und Schatila
Amena al-Ashkar
mondoweiss.net, Übersetzung Pako

Pako-Grafik

Obwohl sie nur einen Kilometer davon entfernt aufgewachsen ist, hat es Amena al-Ashkar bisher vermieden über das Massaker von Sabra und Schatila zu schreiben. Am 40. Jahrestag des Massakers unternimmt sie schließlich die schmerz­hafte Reise zum Lager.

Elf Jahre vor meiner Geburt ermordete die libanesischen Phalange-Miliz, mit Unter­stützung der einmarschierenden israeli­schen Streitkräfte zwischen 2.000 und 3.500 Zivilisten, haupt­säch­lich palästinensische Flüchtlinge, die in Sabra lebten. Sabra ist ein libanesisches Viertel, das sich mit dem palästinensischen Flüchtlingslager Schatila im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut überschneidet.

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Neue Erkenntnisse über die Massaker von Sabra und Shatila
Sylvain Cypel
orientxxi, Übersetzung Pako
Der japanische Fotograf Ryūichi Hirokawa fotografierte nach dem Massaker in Sabra und Shatila.Ryūichi Hirokawa/The Palestina Poster Project Archives

2018 veröffentlichte Seth Anziska, Mohamed S. Farsi-Polonsky Associate Professor of Jewish-Muslim Relations an der Londoner UCL, eine Studie über die US-amerikanische Außenpolitik. Darin schreibt er auch über das Massaker von Sabra und Shatila, das vor 40 Jahren,  von Phalan­gisten mit Hilfe der israelischen Armee in den palästinensischen Flüchtlingslagern verübt wurde. Anziska zu den Forschungs­ergebnissen: Lange vor Sabra und Shatila hatten Israelis und Falangisten nicht nur über die „Liquidierung von Terroristen" gesprochen.... Sie sprachen unmiss­verständlich von der Idee, dass ein Massaker die Palästinenser zur Flucht aus dem Libanon veranlassen würde."

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Wie die antisemitische extreme Rechte dem Charme des Staates Israel erlag
Natasha Roth-Rowland
972mag.com, Übersetzung Pako
Selfie mit Orban: Yishai Fleisher (re),
internationaler Sprecher der jüdischen Gemeinde in Hebron, auf Twitter
Twitter

Die Umarmung Viktor Orbáns durch die israelische Rechte ist bezeichnend für deren Gemeinsamkeiten mit den Rechtsextremen weltweit und beleuchtet, was die Wissen­schaftlerin Jelena Subotić als „pro-israelischen Antisemitismus“ bezeichnet. Sie erklärt mag +972, warum beide so viele Gemeinsamkeiten haben.
Laut Subotić, ist es eine Folge dessen, wie „rechtspopulistische internationale Netz­werke unser traditionelles Verständnis von Antisemitismus verändern, indem sie die Einstellung zu und die Beziehungen zu Israel abkoppeln“.

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UN-Vertreter:innen verurteilen Israels illegalen und inakzeptablen Krieg gegen die palästinensische Zivilgesellschaft
David Kattenburg
mondoweiss.net, Übersetzung Pako

Pako-Grafik

Nach der Razzia des israelischen Militärs gegen 7 palästinensische Menschenrechts­organisationen  veröffentlichten 25 unab­hängige UN-Experten eine öffentliche Erklärung mit einer Verurteilung. Mondoweiss hat mit 2 Vertreterinnen, den UN-Sonderberichterstatterinnen Albanese und Lawlor, über die Politik Israels gegen­über der UN gesprochen. Lawlor: „Israel will nicht, dass Menschenrechtsaktivist:innen die Angriffe und das Unrecht, das den Palästinenser:innen angetan wird, doku­men­tieren und öffentlich machen. Das ist ihre Taktik.“

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Israel riskiert Überschreiten der „roten Linie" der Hisbollah bei der Vorbereitung des Anschlusses an ein Gasfeld
Bethan McKernan
theguardian.com, Übersetzung Pako
Das Karish Gasfeld liegt nach libanesischer Meinung zum Teil auf dem See-Territorium des Libanon
mee

Ersatz für das russische Erdgas: Die EU setzt unter anderem auf einen Vertrag mit dem Staat Israel, der Erdgasfelder im Mittelmeer ausbeutet. An der Grenze zum Libanon sorgt das für Konfliktstoff. Der Staat Israel will in den kommenden Tagen damit beginnen, das Erdgasfeld Karish an sein Netz anzuschließen, das Förderschiff ist schon länger vor Ort. Doch die Seegrenze mit dem Libanon ist noch längst nicht geklärt und auch der Libanon beansprucht Teile von Karish. 

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Google-Mitarbeiter:innen drängen auf Stornierung eines geheimen 1,2 Mrd. Dollar-Projekts mit Israel

Interview: democracynow.org
democracynow, Übersetzung f. Pako A. Riesch


„Keine Technik für Apartheid“: Immer mehr Google-Mitarbeiter:innen drängen auf Stornierung eines geheimen 1,2 Mrd. Dollar-Projekts mit Israel
„Cloud-Technologie ist extrem leistungs­fähig, und diese Leistung einem gewalt­tätigen Militär und einer Apartheid-Regierung zur Verfügung zu stellen, ist kein neutraler Akt“, sagt Schubiner über das Projekt Nimbus im Interview mit Democracy now!. Er und Ariel Koren schildern auch, wie sich die Beschäftigten gegen die laut Koren „Kultur der Vergeltung“ bei Google wehren.

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Der Staat Israel stützt seine Diplomatie in Afrika auf Spyware 
Suraya Dadoo
orientxxi.info, Übersetzung Pako
Spionage-Schadsoftware zur Unterstützung der Diplomatie
Pako-Grafik

Auch in Ghana gibt es einen Skandal mit der israelischen Spyware Pegasus. Und dieser Vorfall zeigt die Spitze eines Eisbergs. Die israelische Cyberwaffen- und Überwachungsindustrie ist eng mit Tel Avivs Diplomatie und seinem Normali­sie­rungs­programm im Ausland verbunden, wie der Fall in Ghana zeige, belegt Suraya Dadoo im Artikel. Dadoo stellt über das israelische Vorgehen fest: "Das Fehlen von Rechen­schafts pflicht, Transparenz und Regulie­rung beim Verkauf und der Bereitstellung von Über­wachungstechnologie bietet diesen repress­iv­en Herrschern zusätzlichen Schutz und verschärft den Autoritarismus in Afrika."

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Kufr Kassem: 1956 – Hinter dem Massaker steht ein Plan zur Vertreibung der Palästinenser innerhalb der Grünen Linie 
Baudouin Loos
orientxxi, Übersetzung Pako
Aus der Serie
Drawing the Kufr Kassem Massacre
Samia Halamy/Palestine Museum

Lange Zeit verschlossen gehaltenes Archiv­material bestärkt diejenigen, die das Schicksal der etwa fünfzig palästinensi­schen Opfer des Massakers von Kufr Kassem im Jahr 1956 im Staat Israel mit einem geheimen Plan der israelischen Regierung und führenden israeli­schen Institutionen in Verbindung bringen. Die Palästinenser, die 1948 innerhalb der Waffen­stillstands­linie geblieben waren, u.a. in der sogenannten „Dreiecksregion", sollten mit Gewalt zur Flucht nach Jordanien veranlasst werden. Protokolle der damaligen Gerichts­ver­handlung gegen beteiligte Soldaten, die am 29. Juli 2022 veröffentlicht wurden, sprechen eindeutig dafür. 

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Gemeinsame Untersuchung stellt „vorsätzliche" Tötung von
Abu Akleh fest
Redaktion Al Jazeera
aljazeera.com, Übersetzung Pako
Szene aus dem Film über die Untersuchung.
Screenshot Pako

Eine Untersuchung von Forensic Archi­tecture und Al-Haq hat Beweise dafür geliefert, dass ein israelischer Scharf­schütze wiederholt auf die palästinensische Journalistin Shireen Abu Akleh geschossen hat. Die Ergebnisse wurden dem Internatio­nalen Strafgerichtshof in Den Haag übergeben. U.a. konnten die Experten  bestim­men, woher, wie oft und in welcher Situation geschossen wurde. Sie klärten, was für die Schützen erkennbar war, dass es keine Ausein­andersetzung mit palä­stin­ensi­schen Bewaffneten gab und dass auf Leute geschossen wurde, die der Verletzten helfen wollten.

        Zum Youtube-Film zur Untersuchung.

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Dreißig palästinensische Gefangene in Administrativhaft treten
in Hungerstreik
Redaktion Al Jazeera English
aljazeera.com, Übersetzung Pako
Scharfe Repression: Die Haft von Khalil Awawdeh, der nach 111 Tagen seinen Hungerstreik beendet hatte, nachdem ihm die Freilassung zugesagt worden war, wurde am 28. September 2022 verlängert. palinfo.it

743 palästinensische Gefangene von 4650 insgesamt sind Administrativhäftlinge. Das bedeutet, dass sie ohne Anklage und Prozess aufgrund geheim gehaltener Vorwürfe, die nicht einmal ihre Rechts­anwälte erfahren, in israeli­sch­en Gefäng­nissen festgehalten werden. Die israelische Regierung begründet dies mit "Sicherheits­gründen". Die Haft, zwischen 3 und 6 Monaten,  lässt sich unbegrenzt verlängern. Die 30 Gefangenen im Hungerstreik geben ihre kollektive Haftstrafe mit 200 Jahren an. 80 Prozent der Verwaltungshäftlinge waren zuvor im Gefängnis und der Aktion gingen viele erneute Inhaftierungen voraus, nachdem Hungerstreikende ihre Freilassung erkämpft hatten. 

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Die zionistische Archäologie löscht die Geschichte der Palästinenser:innen von Burayr aus
Dr. Salman Abu Sitta
mondoweiss.net, Übersetzung Pako
Ruinen eines zerstörten
Hauses in Burayr
palestineremembered.
com

Dr. Salman Abu Sitta kritisiert die Autor:innen einer archäologischen Studie, die die Geschichte der einheimischen Palästinenser sowie das Massaker und die ethnische Säuberung des Dorfes Burayr im Jahr 1948 verschleiert:
In Ihrem Aufsatz haben Sie Ihre Arbeit als „archäologische Untersuchung“ bezeichnet, was darauf hindeutet, dass es sich um eine Suche nach der verborgenen und alten Geschichte von Burayr handelt. Burayr ist der Ort eines schrecklichen Massakers, bei dem etwa 125 Bauern und ihre Familien durch Handgranaten getötet wurden, die die zionistische Miliz (Haganah) in ihre Häusern warf.

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Wie verzögerte Ausreisegenehmigungen palästinensische Patienten im belagerten Gazastreifen töten
Maha Hussaini
mee, Übersetzung für Pako G. Merz
Kamal Al-Shanti benötigt dringend
eine Herzoperation.
middleeasteye.net

Familien von leidenden palästinensischen Kindern und kranken Erwachsenen berichten von ihren erfolglosen Versuchen, Zugang zu lebens­rettender ärztlicher Hilfe außerhalb des belagerten Gazastreifens zu erhalten.
Farouq Abu al-Naja sollte in diesem Jahr zum ersten Mal zur Schule gehen, aber er starb fünf Tage vor Schulbeginn diesen Jahres nach Monaten israelischer Verzögerung, ihm eine Ausreiseerlaubnis für eine dringende ärztliche Behandlung zu geben. Maha Hussaini schreibt über die große Belastung, die die offensichtliche Schikane der israelischen Behörde für die Menschen in Gaza bedeutet. 

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‚Verweigern ist das Minimum‘: Warum diese israelischen Teenager etwas gegen den Dienst in der Armee haben
Oren Ziv
972mag.com, Übersetzung f. Pako G. Merz
Von links: Evyatar Moshe Rubin, Einat Gerlitz, Naveh Shabtay Levin, and Shahar Schwartz972mag.com

Vor ihrer Gefängnisstrafe sprechen vier Verweigerer aus Gewissensgründen über ihr.

+972 traf sich mit den vier Verweigerern in den Wochen vor ihrer Inhaftierung, um mit ihnen über ihre Entscheidung zur Verweigerung zu reden, über die Reaktionen ihrer Familien, die Chancen, eine Debatte über die Okkupation unter israelischen Juden zu entfachen, und über ihre Sorgen über ein Leben hinter Gittern.

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Man kann nicht gegen den Siedlerkolonialismus in Australien sein und ihn gleichzeitig in Palästina gutheißen
Em Hilton
972mag.com, Übersetzung Pako
Solidaritätsdemonstration am 15. Mai
in Melbourne im Mai 2021
972mag.com

Progressive Australier stellen sich mehr und mehr an die Seite der Bewegungen für Befreiung und Dekolonisierung, das gilt auch für die First Nation in Australien, die Opfer des Siedlerkolonialismus wurden. Innerhalb der jüdischen Gemeinden und Organisationen des Landes  bleibt jedoch oft trotzdem die Unterstützung des Staates Israel bestehen.   Die jüdische Aktivistin und Kritikerin israelischer Besatzungspolitik Em Hilton zeigt, welche Faktoren zu dieser widersprüchlichen Haltung beitragen und dass sich auch hier die Einstellung zu ändern beginnt. 

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Auch Monate nach der Ermordung von Abu Akleh sind Journalist:innen weiterhin gefährdet in Palästina
Mariam Barghouthi
mondoweiss.net, Übersetzung Pako
Die Journalistin Lama Ghosheh
in israelischer Haft
mondoweiss.net

Palästinensische Journalist:innen arbeiten unter gefährlichen Bedingungen. Seit der Ermordung der Al-Jazeera-Mitarbeiterin Shireen Abu-Akleh hat sich die Repression sogar  verstärkt. Bereits im Jahr 2009  wurde der Staat Israel beim Punkt  Pressefreiheit von „frei“ auf „teilweise frei“ zurückgestuft. Angesichts der israelischen Verstöße gegen die Sicherheit palästin­en­si­scher Journalist:innen stufte Reporter ohne Grenzen Palästina im Jahr 2021 auf Platz 170 ein, was die Sicherheit der Berichterstattung angeht, was gefährlicher ist als der Jemen. Aber auch die palästinensische Autonomiebehörde unter­drück­en Journalist:innen u.a. mit Haft und Folter. 

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Die Jüdische Stimme stellt Strafanzeige gegen Yair Lapid und Benny Gantz wegen Kriegs­verbrechen
.juedische-stimme.de
.juedische-stimme.de


Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost hat Strafanzeige erstattet gegen den israelischen Premierminister Yair Lapid und den Verteidigungsminister Benny Gantz für Kriegs­verbrechen und Verbrechen gegen die Mensch­lich­keit, die im August dieses Jahres unter ihrer Führung im Gazastreifen begangen wurden. Bei der „Operation Breaking Dawn“ wurde Gaza vom 5. bis zum 8. August intensiv bombardiert; dabei handelte es sich um einen vermeintlichen Präventivschlag, der ohne konkrete Bedrohung erfolgte. Gegen Gantz läuft bereits eine Unter­suchung beim Internati­onalen Strafgerichtshof.

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